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Siesmayerstraße: Wo einst Gehölze veredelt wurden

Wieso trägt eine Straße ihren Namen? Unsere Serie zu den Hintergründen von Straßennamen dreht sich heute um die Siesmayerstraße in der Bad Vilbeler Kernstadt.
Dem berühmten Gartengestalter Heinrich Siesmayer und seinen Söhnen hat die Stadt einen Straßennamen gewidmet. Dem berühmten Gartengestalter Heinrich Siesmayer und seinen Söhnen hat die Stadt einen Straßennamen gewidmet.
Bad Vilbel. 

Wo jetzt ein Wohngebiet ist, entstand Ende des 19. Jahrhunderts der ausgedehnte Betrieb des Frankfurter Gärtners Heinrich Siesmayer. Nicht nur im Frankfurter Palmengarten und im Bad Nauheimer Kurpark hat der Gartenarchitekt Heinrich Siesmayer seine Spuren hinterlassen. Im April 1877 siedelte er seine 14 Hektar große Baumschule Elisabethenhain in Bad Vilbel an. Noch heute erinnern Straßennamen wie Siesmayerstraße, Elisabethenstraße und besagter Elisabethenhain daran. Die von Siesmayers Söhnen Philipp und Ferdinand durch die Wirren des Ersten Weltkrieg geführte Gärtnerei ging 1932 pleite.

Etwa 30 bis 50 zum Teil exotische Gehölze wurden in den damals neu entstandenen Vilbeler Kurpark umgepflanzt. Heinrich Siesmayer, der von 1817 bis 1900 lebte, wuchs in Mainz in kärglichen Verhältnissen auf. Die gärtnerische Leidenschaft erbte er schon als Kind von seinem Vater Philipp Marie Siesmayer, Bildung vermittelte ihm seine Mutter Anna Maria, Tochter eines Schlossverwalters. Seine Kindheit verbrachte Siesmayer in Karben, wie die Biografin Barbara Vogt beschreibt:

„Einem Besucher des Selzerbrunnens in Groß-Karben hätte 1830 ein 13-jähriger Junge begegnen können, der ganz einfach gekleidet, vielleicht in Holzpantinen, in den Alleen Unkraut jätete. Beim Blick über den Zaun der Gärtnerei wäre er Zeuge geworden, wie der Vater dem Jungen das Veredeln von Obstbäumen beibrachte.“ Das Familienunternehmen „Gebrüder Siesmayer“ hat die öffentlichen und privaten Gärten und Parks in der Region als „Gartenkünstler“ maßgeblich geprägt. Etwa 100 Parks und Gärten hat der Gärtnerssohn aus einfachen Verhältnissen gestaltet, darunter Parkanlagen in Mainz, Wiesbaden, Bad Nauheim und Bad Homburg. 1871 wurde der von ihm gestaltete Palmengarten eröffnet. Als Auftragsarbeit für den Bankier Rothschild entstand der Günthersburgpark.

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