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Bauprojekt in Bad Vilbel: Wohnungen statt Cannabis-Plantage in der Parkstraße

In der Parkstraße entstehen zehn neue Wohnungen. Besonders berücksichtigt werden muss dabei der hohe Grundwasserspiegel.
Vom einstigen Cannabis-Haus in der Parkstraße ist mittlerweile kaum noch etwas übrig. Stattdessen entsteht hier ein Mehrfamilienhaus mit zehn Wohnungen. Vom einstigen Cannabis-Haus in der Parkstraße ist mittlerweile kaum noch etwas übrig. Stattdessen entsteht hier ein Mehrfamilienhaus mit zehn Wohnungen.
Bad Vilbel. 

„Endlich tut sich mal was“, sagt Simone Schmidt. Die alte Dame ist gerade mit ihrem Hund in der Parkstraße unterwegs und vor dem Gelände der Hausnummer 18 stehen geblieben. Anfang des Jahres hatte das Gelände traurige Bekanntheit erlangt: Hier, mitten in Bad Vilbel, war eine große Cannabis-Plantage entdeckt worden (wir berichteten).

Seit Mitte Juli sind Bagger auf der Baustelle unterwegs. Wo einst mehr als 3750 Cannabispflanzen wuchsen, ist heute kaum etwas übrig: Das Haus ist abgerissen, ein Bauzaun trennt das Gelände vom Gehweg, und ein Bagger ist gerade dabei, die letzten Reste der Vergangenheit auszulöschen. „Gut, dass das Ding wegkommt“, sagt Simone Schmidt. „Immer wenn man daran vorbeigekommen ist, hat man daran gedacht. Eigentlich schade, mit ein wenig Renovierung hätte man aus dem Haus bestimmt was machen können.“

An der Stelle der einstigen Cannabis-Plantage soll nun ein großes Mehrfamilienhaus entstehen. „Zehn Wohnungen mit jeweils ungefähr 100 Quadratmetern werden hier gebaut, in bester Lage, keine Minute zu Fuß zur neuen Mitte“, sagt Marko Corlija, Bauleiter des Projekts.

Ein besonderes Problem beim Bauen ist in Bad Vilbel jedoch immer wieder der hohe Grundwasserspiegel. Bei starken Regenfällen kann es schnell zu Wassereinbrüchen in Garagen und Kellern kommen, auch in höher gelegenen Gebieten. Zuletzt zu sehen war dies bei den großen Unwettern im Frühjahr 2016.

Nur zur Hälfte im Boden

Doch eine Tiefgarage gehört zu einer sogenannten „Filet-Wohnung“ nun einmal dazu. Um das Problem zu lösen, haben sich die Ingenieure eine besondere Lösung einfallen lassen. „Die Tiefgarage geht nur etwa zur Hälfte in den Boden“, erklärt Corlija. „So liegen wir über dem Grundwasserspiegel. Außerdem haben wir durch das Wetter besonderes Glück: Durch die derzeit anhaltende Trockenheit ist auch das Grundwasser sehr niedrig, der Boden ist sehr trocken, also ideal für das Bauen. Wenn die Tiefgarage dann erst einmal fertig ist, kann dann auch kein Wasser mehr eindringen.“

Doch Anwohner sind besorgt: Immer wieder steht Wasser in der Baugrube. Aufgrund der Trockenheit in den vergangenen Wochen könne es nicht von Niederschlägen stammen. Der Verdacht: Wurde hier etwa eine der wertvollen Wasseradern der Quellenstadt angebohrt? Von diesen erhalten auch die in der Nähe befindlichen Brunnen, die zum Hassia-Mineralwasserkonzern gehören, ihr Wasser. Wird hier etwa den Brunnenbetrieben das Wasser abgegraben?

Phänomen Schichtwasser

„Also, dass wir eine Wasserader angebohrt hätten, das wäre mir neu“, beruhigt Diplomingenieur Corlija. „Das wir aber immer wieder Wasser in der Baugrube haben, das stimmt. Dieses Phänomen nennt sich Schichtwasser, also Wasser, das sich durch die Erdschichten hindurch drückt. Das ist aber in der Lage ganz normal, da müssen sich die Bürger keine Sorgen machen.“ In einem Jahr sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein. Dann wird von dem „Cannabis-Haus“ nur noch die Erinnerung bleiben.

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