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Sankt-Daniels-Chor: Zwischen den Jahren klingt die russische Seele

Von Überaus stimmungsvoller Jahreswechsel in Gronau: Mit ihren Stimmen, Kirchenliedern, Volksweisen, Operettenmelodien und Evergreens bringt der Sankt-Daniels-Chor aus Moskau den Zauber und die Melancholie der russischen Seele zum Klingen.
Viel Applaus erhält der Sankt-Daniels-Chor in Gronau (von links): erster Tenor Pavel Klimeschov, zweiter Tenor Alexey Busmustrov, Chorleiter und Bariton Vladislav Belikov und Bass Sergej Arhangelskij. Foto: Christine Fauerbach Viel Applaus erhält der Sankt-Daniels-Chor in Gronau (von links): erster Tenor Pavel Klimeschov, zweiter Tenor Alexey Busmustrov, Chorleiter und Bariton Vladislav Belikov und Bass Sergej Arhangelskij.
Bad Vilbel. 

Ein Wiedersehen und -hören feiert nach acht Jahren das Publikum in der evangelischen Kirche Gronau zum Jahreswechsel mit dem Sankt-Daniels-Chor aus Moskau. Das 1990 im Danilow-Kloster Moskau, dem Sitz des russisch-orthodoxen Patriarchen Alexej II., gegründete Ensemble, begrüßt Elisabeth Krause-Vilmar. Die Gronauer Pfarrerin zitiert den Kirchenvater Augustinus zugeschrieben und von Martin Luther aufgegriffenen Satz: „Wer singt, betet doppelt.“

In die Praxis setzen ihn sogleich die an Moskauer Konservatorien ausgebildeten, vier Sänger und Musiker um. Mit Blick auf das Schneetreiben scherzt Vladislav Belikov, der künstlerische Leiter des Chores, der als Moderator durchs breit gefächerte Programm führt: „Ihre Russen haben für sie ein bisschen Schnee mitgebracht.“ Um dann schnell das Ressort von der Meteorologie zur Theologie und Musik zu wechseln. Gemeinsam mit den Tenören Pavel Klimeschov und Alexey Busmustrov sowie dem mehrfach ausgezeichneten Bass Sergej Arhangelskij schenkt Bariton Vladislav Belikov den Gronauern ein besonderes Konzerterlebnis.

Zweimal Christi Geburt

Passend zur Stimmung „zwischen den Jahren“ ist das fast 300 Jahre alte Kirchenschiff von vielen Kerzen in ein warmes Licht getaucht. Der promovierte Kirchenmusiker und Musikwissenschaftler Belikov berichtet dem Publikum von der aktuellen Tournee durch Holland, Österreich und Deutschland, von Auftritten in christlichen Kirchen, Seniorenheimen und Konzerten.

„Dank unserer Wintertournee durch unsere westlichen Nachbarländer haben wir als orthodoxe Christen das Glück, gleich zwei Mal das Fest der Geburt Christi feiern zu können. Einmal nach dem Gregorianischen Kalender mit ihnen am 24. Dezember und einmal nach unserem alten Julianischen Kalender am 6. Januar.“

Da in russischen Kirchen immer die „Glocken mitsingen“ und keine Instrumente wie die Orgel die Gottesdienste begleiten, stimmte Tenor Pavel Klimeschov das sehnsuchtsvolle, russische Volkslied „Die Abendglocken“ von Sergej Rachmaninoff an, begleitet vom Chorleiter auf dem Klavier. Unter den a-capella dargebotenen Kirchenliedern fand sich auch auf Russisch und Deutsch gesungene Lieder wie „Ich bete an die Macht der Liebe“ und das „Marien-Gebet“.

Überraschende Titel

Zum Repertoire gehörten das vom Tenor Pavel Klimeschov auf Russisch gesungene, 1955 von Wassili Solowjow-Sedoi komponierte Lied „Die Moskauer Nächte“. Nach der gefühlvollen Interpretation des Wolgaliedes „Es steht ein Soldat am Wolgastrand“ mischten sich Bravo-rufe in den anhaltenden Applaus.

Zu den Überraschungstiteln gehörten bei diesem Konzert auch das 1915 komponierte und getextete Soldatenlied „Lilli Marleen“ und die Ballade „Love me tender“ von Elvis Presley. Beim schwungvollen Kosakenlied „Katja“ und der Zugabe „Kalinka“ klatschte das Publikum mit.

Mit dem Wunsch „Ich kann nicht verhindern, dass ich alt werde. Aber ich kann dafür sorgen, dass ich Spaß dabei habe“ entließen die vier Solisten gemeinsam mit der Pfarrerin die Konzertbesucher ins muntere Schneetreiben.

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