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Konzert: „2Cellos“ und kommen in die Frankfurter Festhalle

Die bestens ausgebildeten klassischen Cellisten Stjepan Hauser und Luka Šulic hatten eine Idee und sind heute die Rockstars an ihrem Instrument. Auf ihrer Tournee faszinieren sie mit Filmmusik, Hardrock und Konfetti.
„2Cellos“ treten seriös auf, können aber richtig rocken. „2Cellos“ treten seriös auf, können aber richtig rocken.
Frankfurt. 

Das Cello, ein notorisch im Schatten der Violine stehendes Streichinstrument, erlebt gerade einen anständigen Boom. Vor kurzem erst durfte der 19-jährige Nachwuchscellist Sheku Kanneh-Mason aus Nottingham auf Wunsch der Braut drei Stücke bei der Harry-Meghan-Hochzeit darbieten. Und wer hat beim Champions-League-Finale zwischen dem FC Liverpool und Real Madrid die offizielle Uefa-Hymne gespielt, und zwar auf dem Cello? Exakt: Luka Šulic (30) und Stepjan Hauser (31). Die beiden rocken als „2Cellos“ seit gut fünf Jahren den gesamten Erdball. Heute Abend machen sie in der Frankfurter Festhalle Station.

„Das Cello ist ein sehr, sehr besonderes Instrument“, sagt Hauser, „und deshalb wundern wir uns überhaupt nicht darüber, dass die Leute seinen Klang so lieben.“ „Die Beziehung zwischen Cello und Cellist ist eine besonders intime. Du nimmst es beim Spielen in den Arm, du kannst gar nicht anders, als zärtlich zu ihm zu sein.“ Stepjan Hauser, der heute in Zagreb lebt, stammt aus dem kroatischen Pula, auch sein Vater ist ein bekannter Cellist. „Ich bin mit dem Klang des Cellos aufgewachsen. Sobald ich eins halten konnte, wollte ich selbst spielen.“ Hauser und sein Partner Šulic, der gebürtig aus Maribor in Slowenien kommt, kennen sich seit der Schulzeit.

So eine Jugend in der klassischen Musik macht ein wenig einsam und wunderlich. Man kommt viel rum, spielt auch schon in ehrbaren Arenen, hat aber kaum eine Chance, alterstypische Teenager-Erfahrungen zu sammeln. Stjepan Hauser: „Kein Spaß, keine Mädchen, kein abendliches Ausgehen. Du lebst ein bisschen wie ein junger Mönch.“ Die beiden studierten auf den renommiertesten Musik-Akademien in Zagreb, Wien, London und Manchester, aber sie mussten bald feststellen, dass das klassische Repertoire für Solo-Cellisten überschaubar ist. „Wenn du ein gutes Auskommen haben und viele Menschen erreichen möchtest, musst du dir etwas überlegen, sonst bleibst du in der Nische.“ 2011 trafen sie sich in London und beschlossen etwas Radikales: Wir haben ein bisschen herumgesponnen und irgendwann – nur mal so, um zu gucken – eine Cello-Version von Michael Jacksons „Smooth Criminal“ aufgenommen und online gestellt.“ Der gewünschte Effekt ließ nicht lange auf sich warten. Das Netz flippte regelrecht aus, und sogar Sir Elton John war hin und weg. „Elton rief uns an und lud uns ein, als Vorgruppe mit ihm auf Tournee zu gehen“, so Šulic. „Er sagte, ,Ich liebe, was ihr macht, weil es anders und echt cool ist‘. Innerhalb von kürzester Zeit waren wir Rockstars.“

Ein Konzert der „2Cellos“ ist definitiv näher am Rock ’n’ Roll als an der Klassik. Am stärksten ist das ungleiche Crossover-Duo (Stjepan ist der Wilde, Luka der Ruhige), wenn es mit seinen Celli richtig Krach macht, etwa bei „Highway To Hell“ und „Thunderstruck“ von AC/DC, „Smells Like Teen Spirit“ von Nirvana und „(I Can’t Get No) Satisfaction“ von den Rolling Stones. Die erste Hälfte der aktuellen Tour zum Film-und-TV-Soundtrack-Album „Score“ ist indes relativ ruhigen Nummern wie „Moon River“, „My Heart Will Go On“ und einigen Stücken ihres Lieblingskomponisten Hans Zimmer vorbehalten. Gegen Ende entwickelt sich die Show dann zur Konfettiparty.

Festhalle Frankfurt

8. Juni, 20 Uhr. Karten von
53,95 bis 70,05 Euro unter
Telefon (069) 2 40 03 20. Internet www.festhalle.messefrankfurt.com

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