E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Frankfurt am Main 20°C

Im Kino: "A Star is born": Im Showbusiness geht es nur um Aufstieg oder Abstieg

Von Völlig ungeschminkt spielt die New Yorker Popmusikerin eine kleine Künstlerin, die dank eines Countrysängers doch noch groß rauskommt.
California Dreaming: Die begabte, aber unbekannte Sängerin Ally (Lady Gaga) kommt durch den Countrysänger Jackson (Bradley Cooper) doch noch zu Erfolg Foto: (Warner Bros.) California Dreaming: Die begabte, aber unbekannte Sängerin Ally (Lady Gaga) kommt durch den Countrysänger Jackson (Bradley Cooper) doch noch zu Erfolg

Für sein Regiedebüt „A Star is born“ hat sich Schauspieler Bradley Cooper einen Stoff ausgesucht, der bereits dreimal verfilmt wurde. Im Original von William A. Wellman (1937) wie in George Cukors Remake (1954) mit Judy Garland diente noch Hollywood als Kulisse für die Geschichte über Aufstieg und Fall im Showbusiness. Erst mit Barbra Streisand und Kris Kristoffersen wurde die Story 1976 in die Musikindustrie verlagert, wo auch Cooper sie angesiedelt hat.

Popsängerin Lady Gaga spielt die talentierte Sängerin Ally, die sich als Kellnerin durchschlägt und wegen ihrer großen Nase keine Chance im Musikgeschäft zu haben scheint. Es ist ein riesiger Schritt von Lady Gagas schrillem, extravagantem, artifiziellen Auftreten in Konzerten und Musikvideos hin zu jener unscheinbaren, bodenständigen Figur, die sie zu Beginn von „A Star is born“ verkörpert. Aber es dauert überraschenderweise nur wenige Sekunden, bis man die Verwandlung akzeptiert und erkennt, wie die Popdiva ungeschminkt in ihrer Rolle aufgeht. Schon in der Fernsehserie „American Horror Story“ hatte Lady Gaga ihre schauspielerischen Fähigkeiten bewiesen.

Fieber des Erfolgs

Allys Schicksal wendet sich, als der Country- und Westernsänger Jackson Maine (Bradley Cooper) nach einem Konzert in jener Drag-Queen-Bar strandet, in der die Kellnerin als „Special Guest“ auftritt. Ihre Version von Edith Piafs „La vie en rose“ beeindruckt den Musiker, der riesige Konzerthallen füllt und ein ebenso großes Alkoholproblem hat. Die beiden verbringen den Abend miteinander, und ehe es sich Ally versieht, wird sie von einem Chauffeur abgeholt, in einen Privatjet geleitet und findet sich auf der Bühne wieder, wo sie vor tausenden jubelnden Fans einen ihrer Songs mit Jackson im Duett singt. Allein schon in den Konzertszenen gelingt es Cooper, jene fiebrige Stimmung beim Heraustreten auf die Bühne genau einzufangen, die sich dann in den ersten Akkorden entlädt und allmählich mit der Musik zur Ruhe kommt. Der Kinosaal verwandelt sich ganz unmittelbar in eine brodelnde Musikarena. Natürlich ist dieser Auftritt nicht nur der Startschuss für Allys Karriere, sondern auch der Beginn einer schicksalhaften Liebe. Am Anfang gehen die beiden noch zusammen auf Tour und scheinen perfekt zu harmonieren. Aber schon bald beginnt der umtriebige Musikproduzente Rez (Rafi Gavron), Allys Solo-Karriere voranzutreiben. Während sie zum neuen Star aufsteigt, bekommt Jackson seinen Alkohol- und Tablettenkonsum nicht mehr in den Griff.

Tragik der Sucht

Euphorie und Selbstzerstörungskraft des Erfolgs werden in „A Star is born“ dicht nebeneinander gelegt. Aber anders als in den früheren Fassungen begegnet sich das Liebespaar hier auf Augenhöhe. Ally muss sich trotz Anfeindungen ihres Ehemannes nicht für ihren Erfolg entschuldigen, und Jackson wird durch seine Sucht nicht zum Monster, sondern zur tragischen Figur, der Cooper darstellerisch menschliche Tiefe verleiht, während er als Regieneuling überaus Beachtliches leistet. Sehenswert

A Star is born

In verschiedenen Kinos in Frankfurt und im Rhein-Main-Gebiet

Zur Startseite Mehr aus Kultur

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen