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Abgesagte Schau: Ministerien uneins über Verantwortung

Frankfurt/Wiesbaden/Berlin. 

Im Streit um eine in Frankfurt geplatzte Ausstellung mit wertvollen Bibeltexten aus den israelisch besetzten Gebieten schieben sich Bund und Land gegenseitig die Verantwortung zu. Das Berliner Ministerium für Kultur (BKM) erklärte am Mittwoch, zwar seien die neun Qumran-Schriftrollen vom Toten Meer „völkerrechtlich umstrittene” Exponate. „Das Land Hessen hätte jedoch in eigener Verantwortung eine Garantie des Landes erteilen können.” Dem widersprach das Kunstministerium Wiesbaden. Zuvor hatte die „Frankfurter Allgemeine Zeitung” darüber berichtet.

Das maßgeblich von der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) finanzierte Frankfurter Bibelmuseum hatte eine für September 2019 geplante Ausstellung mit den Bibeltexten abgesagt. Israel hatte dem Museum zufolge die Ausleihe abgelehnt, weil Deutschland keine rechtsverbindliche Rückgabezusicherung für die aus dem Westjordanland stammenden Rollen habe abgeben wollen. Hintergrund dafür sind mögliche Ansprüche der Palästinenser auf die Dokumente aus der Antike.

In Berlin teilte ein Sprecher des von der CDU geführten BKMs mit, der Bund habe wegen der strittigen rechtlichen Beurteilung der Schriftrollen keine Rückgabezusage erteilen können. Die endgültige Entscheidung sei jedoch Sache Hessens gewesen. In Wiesbaden erklärte dagegen ein Sprecher von Kunstminister Boris Rhein (CDU), das BKM als „oberste Bundesbehörde” habe von einer Rückgabezusage abgeraten. Die Ausstellung sei ein „persönliches Anliegen” Rheins gewesen.

(dpa)

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