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Abschied von Gisela May

Sie war eine wandlungsfähige Charakterdarstellerin und wurde als ausdrucksstarke Interpretin von Brecht-Weill-Chansons berühmt. Ihre Soloabende bescherten Gisela May über Jahrzehnte Triumphe - von der New Yorker Carnegie Hall bis zur Mailänder Scala.
Freunde, Kollegen und Verehrer bei der Trauerfeier für die Sängerin und Schauspielerin Gisela May. Foto: Jens Kalaene Freunde, Kollegen und Verehrer bei der Trauerfeier für die Sängerin und Schauspielerin Gisela May. Foto: Jens Kalaene
Berlin. 

Zahlreiche Freunde haben von der Sängerin und Schauspielerin Gisela May Abschied genommen.

Zu der Trauerfeier auf dem Berliner Friedhof Baumschulenweg kamen am Donnerstag unter anderem der Plakatkünstler Klaus Staeck, die Schauspiel-Kollegen Werner Friedmann, Dagmar Frederic und Barbara Thalheim sowie Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau (Linke).

Auf Wunsch von May spielte der in Berlin lebende US-Pianist Adam Benzwi „Das Lied von der Moldau” an einem eigens aufgestellten Flügel. Kulturwissenschaftler Jürgen Schebera dankte der Verstorbenen in seiner Trauerrede für ihre Freundlichkeit. „Keine nach Lotte Lenya hat Brechtlieder so interpretiert wie sie. Und es ist keine da, die ihr darin nachfolgen könnte.”

Die Details zu ihrer Trauerfeier hatte Gisela May vorab genau mit dem Bestattungsunternehmen festgelegt. So wurde in der Trauerhalle kein Foto von ihr aufgestellt. Die Urnenbeisetzung sollte zu einem späteren Zeitpunkt im engsten Freundeskreis stattfinden. Erst danach wird der Bestatter sagen, auf welchem Friedhof ihr Grab ist.

May war Anfang Dezember mit 92 Jahren in Berlin gestorben. Sie galt als wandlungsfähige Charakterdarstellerin, vor allem aber herausragende Interpretin der Songs von Bertolt Brecht. Ihre Soloabende bescherten ihr über Jahrzehnte hinweg international Triumphe - von der New Yorker Carnegie Hall bis zur Mailänder Scala.

(dpa)
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