E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Frankfurt am Main 22°C

Aharon Appelfeld stirbt mit 85 Jahren

Der Schriftsteller aus Israel gilt als einer der produktivsten und angesehensten des Landes. Mit 13 Jahren war er ins damalige Palästina gekommen. Er wollte nicht als „Holocaust-Autor” gesehen werden.
Der israelische Schriftsteller Aharon Appelfeld auf der Frankfurter Buchmesse (2008). Foto: Frank May Der israelische Schriftsteller Aharon Appelfeld auf der Frankfurter Buchmesse (2008).
Jerusalem. 

Der israelische Schriftsteller und Holocaust-Überlebende Aharon Appelfeld ist im Alter von 85 Jahren gestorben. Dies bestätigte seine Familie in Jerusalem am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur.

Appelfeld war einer der produktivsten und angesehensten Schriftsteller Israels. Er schrieb mehr als 40 Bücher. Seine Werke wurden in 35 Sprachen übersetzt, darunter auch ins Deutsche.

Seine Hauptthemen waren das jüdische Leben vor dem Holocaust und Kindheitserinnerungen aus Osteuropa. Über die Gräuel der Judenvernichtung selbst schrieb er aber kaum. Viele seiner Bücher erschienen beim Rowohlt-Verlag, darunter „Der Mann, der nicht aufhörte zu schlafen”, „Tzili”, „Zeit der Wunder” und „Ein Mädchen nicht von dieser Welt”.

Die israelische Zeitung „Haaretz” schrieb, dass Appelfeld als Holocaust-Überlebender nie als „Holocaust-Autor” gesehen werden wollte. Israels Präsident Reuven Rivlin äußerte seine Trauer auf Facebook und teilte einen wenige Tage alten Beitrag seiner Frau Nechama. Darin erzählt sie von ihrer Begeisterung für den Schriftsteller. Einmal habe sie gekocht und im Radio gehört, dass es ein neues Buch von Appelfeld gebe, schrieb sie. Da sei sie direkt zum nächsten Buchladen gelaufen, um sich ein Exemplar zu kaufen. „Wenn ich seine Bücher lese, dann habe ich das Gefühl, ihn sprechen zu hören”, schrieb Nechama Rivlin.

Appelfeld wurde am 16. Februar 1932 in Jadowa (Rumänien) geboren und wuchs in Czernowitz in der heutigen Ukraine auf. Seine Mutter wurde nach dem Einmarsch der Deutschen ermordet, der Junge kam mit seinem Vater ins Ghetto. Er überlebte später unter anderem als Küchenjunge bei der Roten Armee. Mit 13 Jahren kam er in das damalige Palästina.

(dpa)
Zur Startseite Mehr aus Kultur

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen