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Alles dreht sich und hat seine Zeit

Von Pop- und Soul-Sänger Laith Al-Deen machte auf seiner „Wieder-unterwegs“-Tour in der fast ausverkauften Frankfurter „Batschkapp“ Station.
Laith Al-Deen weiß Rat. Foto: Sven-Sebastian Sajak Laith Al-Deen weiß Rat.

Frankfurt. Es ist eine Binsenweisheit, aber aus seinem Mund a capella gesungen klingt es wie eine Beschwörung, eine Durchhalteformel in schweren Zeiten: „Alles hat seine Zeit“ – mit Ausprägungen im Guten wie im Schlechten. Mit diesem Bibel-Zitat aus dem gleichnamigen neuen Lied eröffnete Al-Deen ein grundsolide gespieltes, erstaunlich gut abgemischtes und im Klangbild transparentes Konzert. Lebensberatung ohne Dogmen war schon immer die Stärke des Deutsch-Iraners, der mit fünf Musikern live wesentlich mehr Druck aufbaut, als auf seinen ziemlich smart produzierten Studioalben.

„Alles dreht sich“, behauptet der gestandene Musiker in Songform und unterstreicht damit auch seine im Tourmotto ausgegebene Losung des Unterwegsseins. Stillstand war ja nie sein Ding. Al-Deen, mit inzwischen 44 Jahren in einem Alter, wo man manche Dinge wohl etwas gelassener sieht, konzentriert sich ganz auf seine Musik, die sich zwischen Softsoul und clever gespieltem Pop eingependelt hat.

Noch beim vorherigen Auftritt in der „Batschkapp“ hatte er ausdrücklich aufkommende Fremdenfeindlichkeit in der Gesellschaft gebrandmarkt. Stimmlich gehört der inzwischen wieder schlankere Karlsruher zu Deutschlands oberster Liga. Die Art und Weise, wie er geschmeidig Vokale dehnt und Noten mit Soul-Farben verziert, ist zweifellos bewundernswert.

Davon profitieren nicht nur Repertoire-Hits wie „Bilder von dir“ und das mit markanten Beats unterfütterte „Dein Lied“, sondern auch neue Stücke. So vereint Al-Deen viele Talente in einer Person. Da ist der treue, allürenfreie Wertarbeiter, der ohne Pause fast zwei Stunden lang die Konzertdramaturgie geschickt in einer Spannung hält. Da ist der leidenschaftliche Verfechter der Zwischenmenschlichkeit. Sich neu zu erfinden und sich dabei treu zu bleiben, das ist das Erfolgsrezept des Sängers und Komponisten mit der Mehroktavenstimme, der auch mal sinnlich-verführerisch klingt: „Ich mag, wie du mich liebst“. Sentimentale Stücke wie „Du fehlst“ und „Durch die Nacht“ erzeugen mit pochenden Rhythmen und raffiniert generierten Elektronik-Einsprengseln ausgelassene Partystimmung, die hochkocht, „Nur wenn sie daenzt.“

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