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Galerien: Am Wochenende feiern die Frankfurter Kunsthändler ihren 24. „Saisonstart“

Von Freitagabend an zeigen die teilnehmenden Galerien ausgewählte Positionen ihres Programms. Fotografie zählt in diesem Jahr zu den Schwerpunkten.
Pflanzen, Tiere – Künstlich oder echt? Gemalt oder fotografiert? „Lustgarten 10“ von Luzia Simons (2018) ist bei Tristan Lorenz zu sehen.  Abb.: Galerien Bilder > Pflanzen, Tiere – Künstlich oder echt? Gemalt oder fotografiert? „Lustgarten 10“ von Luzia Simons (2018) ist bei Tristan Lorenz zu sehen. Abb.: Galerien

„Eine eigene Galerie zu gründen, war ein alter Traum von mir“, sagt Peter Sillem. Zu seinem 50. Geburtstag erfüllte er sich diesen Traum. Seit Oktober 2017 zeigt Sillem in seiner Sachsenhäuser Galerie Positionen künstlerischer Fotografie. Zum Saisonstart der Frankfurter Galerien, an dem Peter Sillem erstmals teilnimmt, sind dort Fotografien, Fotogramme und Keramikobjekte des Leipziger Künstlers Frank Mädler zu sehen. In der Fahrgasse präsentiert die Galerie Tristan Lorenz fotografische Pflanzenkompositionen der brasilianischen Künstlerin Luzia Simons. Sie erinnern an barocke Stillleben, sind jedoch mithilfe eines Scanners entstanden.

Neuentdeckungen

Im Sachsenhäuser Ausstellungsraum Parkhaus WK-16 stellt die 1982 geborene Frankfurter Fotografin Laura Nickel ihre experimentell-spielerischen Arbeiten vor. Der Frankfurter Süden ist in diesem Jahr mit sechs Stationen überaus stark vertreten. Insgesamt umfasst das dreitägige Programm des Saisonstarts 55 Galerien und Ausstellungsräume. Auf die Besucher warten etliche Neuentdeckungen, so zum Beispiel die Galerie Schierke Seinecke im Bahnhofsviertel. Seit dreieinhalb Jahren zeigen Daniel Schierke und Ralf Seinecke in ihrer Galerie Rundgænger junge Kunst von frischen Akademieabsolventen. „Viele dieser Künstler möchten wir auch in Zukunft ausstellen“, sagt Daniel Schierke. Deshalb gründeten Schierke und Seinecke in unmittelbarer Nachbarschaft ihre zweite Galerie. Zum Saisonstart sind dort Lichtzeichnungen des 1987 in Japan geborenen Künstlers Sho Hasegawa zu sehen.

Orientierung, Termine und Öffnungszeiten

Wer jenseits der jungen Kunst nach Wiederentdeckungen Ausschau hält, wird an mehreren Orten fündig. Die Galerie Philipp Pflug Contemporary, die zumeist aktuelle Städelschulabsolventen präsentiert, überrascht mit Arbeiten des Malers und Grafikers Ulrich Knispel (1911–1978) aus den sechziger und siebziger Jahren. Die zwischen Realismus und Pop Art changierenden Gemälde entnehmen ihre Motive der modernen (Waren-)Welt. Die im Bahnhofsviertel gelegene Kai- Middendorff-Galerie zeigt eine umfangreiche Werkschau des 1926 geborenen Frankfurter Künstlers und Schriftstellers Franz Mon. Collagen, Schreibmaschinenzeichnungen und Plakate aus mehr als fünfzig Jahren seines Schaffens erwarten die Besucher. Die Frankfurter Jahre des Malers Karl Kunz (1905–1971) stehen im Fokus der Saisonstart-Präsentation der Galerie Hanna Bekker vom Rath. Kunz kam 1957 nach Frankfurt und schuf bis zu seinem Tod etliche surreal anmutende Gemälde.

Entdeckungen verheißt auch die Eröffnungsausstellung der Galerie Sakhile&Me im Westend. Dort sind Arbeiten der in Chicago lebenden Künstlerin Nnenna Okore zu sehen. Daniel Hagemeier, Sohn eines Frankfurter Kunsthändlers, gründete die Galerie gemeinsam mit seiner aus Botswana stammenden Frau Sakhile Matlhare. „Wir wollen die aktuellen Kunstströmungen Afrikas einem kunstinteressierten Publikum zugänglich machen“, sagt Daniel Hagemeier. Mit ihrer Galerie hoffen Hagemeier und Matlhare, eine Lücke im Frankfurter Kunstmarkt schließen zu können.

Zeichnung oder Malerei?

Breit, wenn auch nicht lückenlos sind diesmal die klassischen Medien Malerei und Zeichnung vertreten. Die auf junge gegenständliche Malerei spezialisierte Galerie Leuenroth präsentiert Werke des Bremer Künstlers Daniel Behrendt. Seine Gemälde zeigen isoliert wirkende Architekturdetails wie Fenster oder Balkongeländer, deren Sachlichkeit ins Unheimliche zu kippen droht. Zwischen Zeichnung und Malerei changieren die Arbeiten des 1965 geborenen Absolventen der Offenbacher Hochschule für Gestaltung Edwin Schäfer. Ein satter, schwarzer Strich schlängelt sich durch Schäfers hypnotisierende Bildwelten.

Malerisches steht auch auf dem Programm der vierten Neugründung des diesjährigen Saisonstarts, Lachenmann Art. Kurz vor der Sommerpause eröffnete in der Innenstadt diese Dependance einer in Konstanz ansässigen Galerie für zeitgenössische Kunst. In der oberen Etage zeigt Lachenmann Art expressive Papierarbeiten des Künstlerduos „DBBS“, das aus Drew Beattie aus New York und dem in Shanghai lebenden Ben Shepard besteht. In der unteren Etage der Galerie präsentiert der finnische Künstler Jukka Rusanen großformatige Ölgemälde. Rusanen verwendet malerische Gesten, die bisweilen in Körperformen übergehen und kunsthistorische Assoziationen zulassen. Spricht man die Galeristen Juliane und Steffen Lachenmann auf ihre Entscheidung für den Standort Frankfurt an, so betonen sie, dass sie alle größeren deutschen Städte sorgfältig betrachtet haben. In Frankfurt sehen sie viel Positives: „Das Angebot an herausragenden Museen, die Internationalität des Kunstmarktes, die langreichende Tradition des Mäzenatentums, die offene Kollegialität unter den etablierten Galeristen sowie das geschulte und kritische Auge der kunstinteressierten Besucher.“

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