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"Arthur & Claire": Amsterdam sehen – und sterben

Von In Miguel Alexanders Film geht es um einen Mann, der in Holland den Freitod suchen will. Doch verläuft die geplante letzte Nacht seines Lebens anders.
Arthur (Josef Hader) und Claire (Hannah Hoekstra). Arthur (Josef Hader) und Claire (Hannah Hoekstra).

Amsterdam, die Hauptstadt der Niederlande, ist mit ihren vielen Sehenswürdigkeiten ein schönes Reiseziel. Doch fliegt Arthur (Josef Hader) nicht dorthin, weil er sich die Stadt anschauen möchte. Er will hier sterben. Unheilbar an Krebs erkrankt ist der Mann Mitte 50. Einen langen Leidensweg mag er nicht beschreiten. Vielmehr hofft er auf die Hilfe seines guten Freundes Sebastian (Rainer Bock). Als Arzt, der in einer Klinik von Amsterdam arbeitet, hat er Arthur versprochen, die erlösende Giftspritze zu setzen.

Letzte Nachricht

Der einzige Mensch, dem der Todgeweihte noch eine Nachricht hinterlassen will, ist sein Sohn. Als er ihm im Hotel, in dem er die letzte Nacht seines Lebens verbringen soll, einen Brief schreibt, wird er aber von laut dröhnender Musik aus einem Nebenzimmer gestört. Genervt verschafft Arthur sich Eintritt bei der Bewohnerin Claire (Hannah Hoekstra). Sie ist im Begriff, Selbstmord zu begehen. Arthur nimmt der jungen Frau die Schlaftabletten weg. Die in Wut geratene Holländerin sträubt sich, ihren Plan aufzugeben, und eilt los, um neue Pillen zu besorgen. Hartnäckig folgt Arthur ihr. Bald beschließen die zwei Lebensmüden, die nächsten Stunden gemeinsam zu verbringen. Sie ziehen durch die Stadt und lernen einander kennen. Eine Freundschaft entsteht.

Tiefe Gedanken

Tief traurig, ja schier unerträglich hätte all dies geraten können. Aber erstaunlicherweise entwickelt sich die Geschichte der beiden arg unterschiedlichen Menschen, die nicht mehr leben wollen, zu einer klugen, sogar optimistischen. Inspiriert zu seiner Tragikomödie „Arthur & Claire“ wurde der deutsch-portugiesische Autorenfilmer Miguel Alexander von Stefan Vögels gleichnamigem Theaterstück. Wobei Josef Hader am Drehbuch zum Film mitwirkte. Sicherlich hat der österreichische Kabarettist und Schauspieler, der zuletzt als lebensmüder Schriftsteller Stefan Zweig in „Vor der Morgenröte“ beeindruckte, großen Anteil daran, dass die Dialoge von großer Tiefe sind. Auch werden sie immer wieder von erfrischend trockenem Humor durchdrungen. Trotzdem verwundert es, wie glaubhaft und pointiert Josef Hader und Hannah Hoekstra sie vortragen.

Aber noch etwas Anderes, sehr Seltenes geschieht: Während man die Gedanken der Figuren zum Leben und Sterben hört, macht man sich seine eigenen. Längere, jedoch spannende Pausen beim Vortrag lassen dem Zuschauer im Kino die Zeit hierfür. Berieselung bleibt ebenso aus wie tränenförderndes Pathos. Somit kann in dem von Katharina Dießner unaufdringlich fotografierten Film wie ganz nebenbei großartiges Schauspiel wirken, das in seiner Intensität nachhaltig berührt. Sehenswert

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