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Konzert: André Rieu und sein Johann-Strauss-Orchester bespielen Frankfurts Festhalle

Mit Glanz und Grandezza brachte der niederländische Unterhaltungsmusiker Walzer, Opernmelodien und Schunkellieder vors Publikum.
André Rieu hat den Bogen raus, nicht nur bei Walzern. Foto: Sven-Sebastian Sajak André Rieu hat den Bogen raus, nicht nur bei Walzern.

Als unglaublicher Tausendsassa inszeniert sich der auch mit 68 sehr jugendlich gebliebene Entertainer André Rieu: Passionierter Geiger, penibler Dirigent, mitunter gestrenger Orchesterleiter, launig parlierender Conférencier und auch Charmeur. Bei seinen diversen Betätigungen im Verlauf von rund drei Stunden nimmt der adrett in Frack Gekleidete mit den feschen Locken weder sich selbst, noch sein gemischtes Publikum allzu ernst.

Tschingderassabum macht es zum Auftakt, wenn das rund 60-köpfige Johann-Strauss-Orchester samt Gründer flotten Schrittes vorneweg einmal längs Frankfurts Festhalle durchmisst und dabei den Unterhaltungswilligen vor Aufregung die Wangen glühen. Bonbonfarbene Abendroben für die weiblichen, schwarzer Frack für die männlichen Orchestermitglieder muss schon sein, um Feierlichkeit hervorzurufen. Als sämtliche Musiker sich auf der mehrstufigen Prachtbühne versammeln, setzt sich die riesige Projektionsfläche in Gang. Passend zu jedem Stück der musikalischen Weltreise erscheint ein Postkartenkitschidyll in satten Farben.

Mit Glanz und Grandezza wie in alten Revuekinofilmen zieht der Maestro und Schlossbesitzer aus dem niederländischen Maastricht die Zuschauer in den Bann. Beim bunten Reigen aus Klassik, Oper, Operette, Musical, Pop, Rock und Schlager, assistiert von den Sopranistinnen Jin Lee, Jao Ling, Donij van Doorn und Anna Majchrzak sowie dem Trio „The Platin Tenors“, muss sich niemand überfordert fühlen. Steht Klassisches auf dem Programm, handelt es sich um Bekanntes und Beliebtes wie das hymnische „Nessun Dorma“ aus Giacomo Puccinis Oper „Turandot“, das zaghafte „Addio Del Passato“ Giuseppe Verdis „La Traviata“ oder das dramatische Lied an die Schicksalsgöttin „O Fortuna“ aus Carl Orffs „Carmina Burana“. Unterfüttert von Walzerseligkeiten im Dreivierteltakt: Bei Émile Waldteufels „Schlittschuhläufer-Walzer“ versuchen sich die Bläser an einer zünftig getanzten Polonaise, nehmen auch gerne mal einen langen Zug aus herumgereichter Jägermeister-Flasche. Für den in die Länge gezogenen Johann-Strauss-Evergreen „An der schönen, blauen Donau“ wagen Dutzende Paare aus dem Publikum ein Tänzchen.

Im überlangen Zugabenteil haut der „Radetzky-Marsch“ ordentlich auf die Pauke, rockt vehement „Tutti Frutti“ und darf zu „An der Nordseeküste“ geschunkelt werden. Zwischendurch prosten sich Rieu und Konsorten zu, als wäre gerade Mitternacht an Silvester, während von der Hallendecke Luftballons herabsinken.Mit Rocco Granatas „Marina“ in ausgelassener Brasil-Carneval-Version winken sich alle noch einmal gegenseitig zum Abschied fröhlich zu.

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