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Ballett: Arbeiten von Jacopo Godani und William Forsythe sind bis 21. Oktober in Frankfurt zu sehen

Von Die Dresden Frankfurt Dance Company zeigt im Bockenheimer Depot den ersten Tanzabend der neuen Saison und eine Uraufführung ihres künstlerischen Leiters Jacopo Godani.
Die Choreografien muten geradezu akrobatisch an. Die Choreografien muten geradezu akrobatisch an.

Mit dem neuen Programm im Bockenheimer Depot zeigt die Dresden Frankfurt Dance Company zwei 15- bis 20-minütige ältere Choreografien und die 15-minütige Uraufführung einer neuen Choreografie von Jacopo Godani. Sehr viel Neues ist das nicht, aber der gesamte Abend ist genug, um die technische Klasse, gut ausbalancierte Energie und tänzerische Brillanz der Company vorzuführen.

Etwas düster, aber mit geschliffener und betörender Eleganz verwebt Jacopo Godani in seinen „Echoes from a Restless Soul“ (2016) raffiniert die Pas de deux von zwei Paaren. Projektionen auf der leeren Bühne tauchen diese körperbetonte Choreografie in ein flirrendes Wasserambiente, das die der Ravelschen Musik zugrunde liegenden Gedichte über die Wassernixe Undine zitiert. Unter der scheinbar schönen und glatten Oberfläche schlummert jedoch die Unruhe: Souveräne auf Spitze gestandene Figuren werden immer wieder in andere Bewegungen gezwungen. Begleitet wird diese dezente, dreiteilige Dramatik von Svjatoslav Korolev live auf dem Klavier.

Bunt und lässiger geht es nach der Pause mit William Forsythes „N.N.N.N.“ aus dem Jahr 2002 weiter. Socken statt der zuvor gesehenen Spitzenschuhe, verschiedenfarbige Tops und schlabbrige Trainingshosen statt eng anliegender und körperbetonter Trikots. Kaum hörbar gehen wenige Klänge von Thom Willems unter den Atem- und Körpergeräuschen der Tänzer unter, die hier für den eigentlichen Sound sorgen. Denn aus dem Klopfen und Tasten der Hände und Arme, mit denen die Arbeit aus dem Jahr 2002 beginnt, entwickelt sich die Choreografie, in der der Körper bisweilen am Arm zu hängen scheint und durch diesen bewegt wird. Diese ursprünglich für vier Tänzer choreografierte Arbeit hat Godani insofern aufgelockert, als er neben drei Tänzern auch Anne Jung auftreten lässt.

Nach diesen sich auch auf tänzerische und choreografische Details konzentrierenden Arbeiten, widmet sich Godani in seiner Uraufführung eher dem Ensemble als Einheit. Dafür wird es dann etwas schrill auf der abermals leeren und auf die szenischen Aktionen und künstlerischen Energien der Tänzer wartenden leeren Bühne. Die glitzernden Kostüme, in die Godani sein siebenköpfiges Ensemble für „From now on“ gesteckt hat, lassen ironischerweise die Discozeit Anfang der 80er Jahre aufleben. Passend dazu klingt Steven Mackeys E-Gitarre in „Physical Property“, das er mit dem Kronos-Quartett eingespielt hat. Zwar kann man auch hier wieder im doppelten Wortsinn glänzende Tänzer erleben. Doch gemessen an der Prägnanz der beiden zuvor gesehenen Arbeiten, reibt sich der neoklassische Tanz hier etwas unentschlossen an den bisweilen rauen, aufgeregten, vorwärtstreibenden Klängen.

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