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Art Basel sieht keine Konkurrenz zu Köln

Neue Kunstmessen schaffen neue Märkte, sagt der Chef der Art Basel. Er reagiert damit aus Kritik aus Köln.
Marc Spiegler ist Direktor der Art Basel. Foto: Art Basel Marc Spiegler ist Direktor der Art Basel. Foto: Art Basel
Basel. 

Für die scharfe Kritik des Art-Cologne-Direktors Daniel Hug an Expansionsplänen der Art-Basel-Mutter MCH nach Düsseldorf sieht der Art-Basel-Direktor Marc Spiegler keine Veranlassung.

„Jede Messe generiert neue Märkte und neue Sammler”, sagte Spiegler auf der Art Basel in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur. „Deutschland hat eine der größten und dichtesten Sammlerbasen der Welt, wenn nicht die größte.”

Hug hatte den Schweizern im April „eine Form von Kolonialismus” vorgeworfen, weil sie bei einer neuen Kunstmesse in Düsseldorf einsteigen. Während die Art Cologne den deutschen Kunstmarkt fördere, seien die Interessen der Schweizer rein kommerziell. Mit immer neuen Ablegern erlangten sie eine Macht, die regionale Kultur verdränge. Spiegler kennt Hug nach eigenen Angaben seit 25 Jahren. Sie hätten sich aber seit sechs Monaten nicht mehr gesprochen.

Spiegler sieht die Messen trotz gesunder Konkurrenz am gleichen Strang ziehen. „Wir wollen alle, dass das Ökosystem mit Galerie gut funktioniert. Gute Messen sind gut für Galerien und gut für den Aufbau einer Sammlergemeinde, egal, wer sie ausrichtet.” Die Bedrohung seien vielmehr Auktionshäuser, weil sie in das Kerngeschäft der Galerien vorstießen.

„Eine zeitgenössische Galerie baut einen Künstler auf, und wenn die Sammler des Künstlers Werke verkaufen wollen, gehen sie traditionell zu der Galerie zurück. Dann erst zahlt sich die vorherige Investition der Galerie in den Künstler aus. Wenn das Geschäft nun Auktionshäuser übernehmen, löst sich die Investition in Luft auf”, so Spiegler.

Auktionen kreierten willkürliche Preise. „Bei einer Auktion kommt der Preis nur durch die unterschiedlichen Interessen eines Käufers und eines Verkäufers zustande”, so Spiegler. „Wenn der Preis bei einem Künstler durch die Decke geht, bringt das den ganzen Markt durcheinander.” Sammler wollten dann womöglich schnell verkaufen, Künstler könnten mit den Preisen der Galerie nicht mehr einverstanden sein. „Und wenn ein angebotenes Werk aus welchem willkürlichen Grund auch immer nicht versteigert wird, wird gleich der ganze Markt in Frage gestellt,” sagt Spiegler. Künstlern sei mehr mit einer kontinuierlichen, robusten Preisentwicklung gedient.

Nach Umfragen der Art Basel stammen 24 Prozent der Sammler aus den USA, zehn Prozent aus Frankreich und je neun Prozent aus Großbritannien und Deutschland.

(dpa)
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