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Jugendstil: Auch Darmstadt bereitet seine Bewerbung zum Welterbe vor

Darmstadt bereitet seine Bewerbung mit den Jugenstil-Bauten auf der Mathildenhöhe vor, die zwischen 1899 und 1914 entstanden sind.
Darmstadt hat sich mit der Mathildenhöhe beworben. Foto: Boris Roessler (dpa) Darmstadt hat sich mit der Mathildenhöhe beworben.

Ein folgenreiches Abkommen: Im Jahr 1972 beschloss die Unesco den weltweiten Schutz des Kultur- und Naturerbes. Seither hat die Organisation der Vereinten Nationen exakt 1073 Stätten in 167 Ländern als Welterbe eingestuft, freilich etwas einseitig. Zwar steht China mit 52 Welterbestätten an erster Stelle, aber dicht gefolgt von Italien, Spanien, Frankreich und – an fünfter Stelle – Deutschland mit 42 Standorten.

Europa dominiert also die Liste, aus einem simplen Grund: Die meisten Länder dieses Kontinentes können sich den Erhalt und die Pflege ihrer Altstädte, Kirchen, Klöster, Schlösser, Burgen, Parks, Landschaften und Industrieanlagen finanziell leisten. Zum Vergleich: Auf dem afrikanischen Kontinent gibt es nur 138 Welterbestätten, gerade so viele wie in Deutschland, Italien und Frankreich zusammen.

Für kultur- und naturbeflissene Touristen ist die Unesco-Liste eine Herkulesaufgabe. Wer alle Welterbestätten sehen will, hat eine strapaziöse Reise vor sich. Der Tourismus mag zwar für die Städte und Regionen lukrativ sein, aber mit der ständigen und einseitigen Ausweitung droht auf Dauer eine Verwässerung der guten Idee. Wenn die Welterbestätten in Europa erst einmal dicht an dicht stehen, wird das niemanden mehr locken.

Das Bundesland Hessen ist mit insgesamt sechs Stätten gut vertreten. Drei liegen in Hessen: Das Kloster Lorsch an der südhessischen Bergstraße, die Fossilienlagerstätte Grube Messel bei Darmstadt und der Kasseler Bergpark Wilhelmshöhe. Drei weitere Stätten teilt sich Hessen mit anderen Bundesländern: das obere Mittelrheintal (Rüdesheim ist noch hessisch), der 550 Kilometer lange Limes vom Rhein bis zur Donau und die fünf alten deutschen Buchenwälder (mit dem Nationalpark Kellerwald-Edersee in Hessen).

Jetzt bereitet auch Darmstadt seine Bewerbung vor, mit den Jugenstil-Bauten auf der Mathildenhöhe, die zwischen 1899 und 1914 entstanden sind. Die Entscheidung der Unesco fällt aber erst im Jahr 2019.

Freilich buhlen derzeit neben Darmstadt noch fünf weitere deutsche Stätten um den begehrten Unesco-Titel: Die alte Synagoge und Mikwe in Erfurt, die Städte Speyer, Worms und Mainz mit ihrem jüdischen Erbe, der jüdische Friedhof in Altona, die Brunnen in Augsburg sowie die alpinen und voralpinen Moorlandschaften im Landkreis Garmisch-Parten-
kirchen. hut

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