Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Laufsport - Alles rund um den Mainova Frankfurt Marathon ... Frankfurt am Main 21°C

Verfilmung des Kinderbuchs „Maikäfer, flieg!“: Auch zwischen Trümmern gibt es einen Rest Hoffnung

Die Verfilmung von Christine Nöstlingers Kinderbuch „Maikäfer, flieg!“ führt zu einer Familie im Wien des Zweiten Weltkriegs, wo die Bomben fallen.
Christl (Zita Geier, vorne rechts) erlebt mit ihrer Familie die Schrecken der Kriegsbomben, die auf Wien fallen. Foto: Oliver Oppitz (W-Film) Christl (Zita Geier, vorne rechts) erlebt mit ihrer Familie die Schrecken der Kriegsbomben, die auf Wien fallen.

„Es ist Krieg. Es ist schon lange Krieg. Ich kann mich überhaupt nicht mehr daran erinnern, dass einmal kein Krieg war.“ Die neun Jahre alte Christine lebt mit ihrer größeren Schwester, Mutter und ihren geliebten Großeltern in Wien während des Zweiten Weltkriegs. Der Vater ist im Krieg. Das Ende naht und die Bomben fallen auf die Stadt. Zwischen Trümmern versucht die Familie, ein Stück Normalität in den Alltag zu bringen. Der Film „Maikäfer, flieg!“ basiert auf dem gleichnamigen Kinderbuchklassiker der Autorin Christine Nöstlinger.

Es ist die Sicht von Christine, was den österreichischen Film von Mirjam Unger so packend macht. Der schwere Stoff ist mit einer Leichtigkeit und kindlichen Ehrlichkeit erzählt. Als etwa das Haus der Familie zerbombt wird und zwischen den Trümmern ein verstaubtes Klavier hervorragt sagt die Kleine: „Ich habs ja immer gesagt: Wir hätten das blöde Klavier gegen ein halbes Schwein eintauschen sollen.“ Das Mädchen ist mutig, frech, hat seinen eigenen Kopf und ist sehr mitfühlend.

Ein heiterer Ton und eine gewisse Komik bilden einen Kontrast zu den schrecklichen Ereignissen, die der Krieg mit sich bringt. Nöstlinger schrieb in ihrem Roman ihre Erinnerungen an das zerbombte Wien auf: Die Kinderbuchautorin wurde 1936 in Wien geboren.

Als die Situation in der Innenstadt immer schlimmer wird, flieht die Mutter (Ursula Strauss) mit den Kindern an den Stadtrand in eine Nazi-Villa, wo sie früher geputzt hat. Die Großeltern bleiben zurück - aber Christine (Zita Gaier) hängt an ihrem Opa (Heinz Marecek) und will ihn nicht loslassen. „Ich bleib’ da, sonst töten dich die Russen.“ Der Hunger und die Angst vor den russischen Besatzern bestimmen den Alltag – dann die Freude: Der Vater (Gerald Votava) steht vor der Tür, aber mit einem zersplitterten Bein.

Die Familie hält ihn versteckt; auch die Villa-Inhaberin, die zwischenzeitlich mit ihrem Sohn gekommen ist und sich einrichtet, verrät nichts. Die Frauen halten in dem Kriegsleid zusammen.

Und dann kommen die russischen Besatzer, die Villa wird zu einer Art Stützpunkt – und mittendrin leben die beiden Familien. Es entsteht ein vorsichtiges Miteinander. Und Christine wird in diesen Tagen ihren besten Freund kennenlernen. Sehenswert

 

Darmstadt: Helia-Kinos

 

Zur Startseite Mehr aus Kultur

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse