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„Hacksaw Ridge“ von Mel Gibson: Auf den Schlachtfeldern siegt ein Rest von Menschlichkeit

Von Mel Gibson erzählt in seinem Regiewerk „Hacksaw Ridge“ von einem US-Soldaten, der im Zweiten Weltkrieg ohne Waffeneinsatz 75 Männer rettet.
Desmond Doss (Andrew Garfield) ist als Sanitäter im Krieg. Desmond Doss (Andrew Garfield) ist als Sanitäter im Krieg.

Mel Gibson ist durch eine private Hölle gegangen. Alkoholismus, Bewährungsstrafe, verbale Entgleisungen in der Öffentlichkeit, Boykott seiner Filme. Nach zehn Jahren Verbannung rehabilitiert sich der Schauspieler und Regisseur mit einem bewegenden Anti-Kriegsfilm. Gibson inszeniert die wahre Geschichte des Pazifisten Desmond Doss und vereint dabei zwei Themen, die bereits seine Regiewerke „Braveheart“ und „Die Passion Christi“ beherrschten: Gewalt und Glaube.

Desmond Doss war der erste Kriegsdienstverweigerer, den die US-Regierung mit einer Ehrenmedaille auszeichnete, weil er während des Zweiten Weltkriegs 75 Männern das Leben rettete, ohne dabei einen einzigen Schuss abzufeuern. Der Brite Andrew Garfield („Spider-Man“) zeigt seine enorme schauspielerische Reichweite, indem er Doss linkischen Charme verleiht, aber gleichzeitig seine tiefgründige Ernsthaftigkeit nach außen trägt.

Die Handlung beginnt während Desmonds Jugend im ländlichen Virginia. Der Erste Weltkrieg hat aus seinem Vater Tom, facettenreich gespielt von Hugo Weaving, einen trinksüchtigen Gewaltmenschen gemacht, der die Hand gegen Frau und Kinder erhebt. Geprägt durch das Elternhaus und tiefe Religiosität, schwört Desmond, niemals ein Gewehr in die Hand zu nehmen. Trotzdem will er seinem Land nach dem Angriff auf Pearl Harbor dienen. Freiwillig meldet sich der junge Mann als Sanitäter bei der Armee. Eine Ausbildung an der Waffe lehnt er ab, was ihm eine Anklage vor dem Militärgericht einbringt.

Die Anfeindungen, denen sich Doss durch den Drill-Sergeant und seine Kameraden ausgesetzt sieht, werden ein wenig zu breit erzählt, so wie die Liebe zu einer Krankenschwester. Nach einer bisweilen zähen ersten Stunde verlagert sich das Geschehen an die Front, wo der Film seine volle emotionale und visuelle Wucht entfaltet. Die Schlacht um eine Anhöhe auf Okinawa erinnert an „Hamburger Hill“, einen der besten, oft übersehenen Vietnamfilme. Allerdings rücken Regisseur Gibson und Kameramann Simon Duggan das Grauen des Krieges mit zehnfacher Potenz ins Bild. Am Ende übertreibt es Gibson zwar mit der christlichen Symbolik, wenn er den Sanitätsgefreiten bildlich zum neuen Messias stilisiert. Dennoch bleibt „Hacksaw Ridge“ ein zeitgemäßer Appell für Anstand, den jeder wahren sollte, ob Soldat oder nicht. Sehenswert

 

Frankfurt: Metropolis (D+E).
Sulzbach: Kinopolis. Mainz: Cinestar

 

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