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Literatur: Aus dem Leben eines Revolutionärs: Handschriften von Georg Büchner

Von Dokumente aus Büchners Leben sind rar. Nun sind drei weitere in die Obhut des Hochstifts gelangt, das neben dem Goethehaus im Großen Hirschgraben das Deutsche Romantik-Museum baut.
„Eugenia“-Burschenschaftsbuch Abbildung: Deutsches Hochstift Foto: Freies Deutsches Hochstift „Eugenia“-Burschenschaftsbuch Abbildung: Deutsches Hochstift
Frankfurt. 

Nur sehr wenige Originaldokumente aus dem Leben von Georg Büchner gibt es. Das liegt nicht nur daran, dass der 1813 Geborene schon 1837 starb und ein schmales Werk hinterließ. Er war zudem viel auf Reisen und musste sich oft verstecken vor der Obrigkeit, die den Verfasser des „Hessischen Landboten“ beobachtete. Von einer „überlieferungsgeschichtlichen Katastrophe“ spricht Konrad Heumann, Leiter der Handschriften-Abteilung im Frankfurter Goethe-Haus.

Umso bedeutender, dass das Haus jetzt gleich drei Sammlungs-Erfolge vermelden kann. Beim ersten handelt es sich um den glücklichen Ankauf eines „Commers-Lieder-Buchs“ der theologischen Studentenverbindung „Eugenia“ in Straßburg. Georg Büchner war dort Mitglied und anhand der Aufzeichnungen lässt sich nun exakt nachverfolgen, auf welchen Sitzungen er anwesend war. Bislang war die Büchner-Forschung bei der exakten Datierung seiner Reisen aufgrund der schlechten Quellenlage oft auf Vermutungen angewiesen.

Der zweite und dritte Erfolg sind zwei Handschriften, die als Leihgaben der Sparkassen-Kulturstiftung ebenfalls ans Hochstift kamen: ein Eintrag ins Stammbuch seines Freundes Edouard Reuss sowie ein lebhafter Brief aus Darmstadt vom Juli 1836 an Georg Geilfus, den er aus Schulzeiten kannte und der vor Hessens Häschern in die Schweiz geflüchtet war. Er gibt einen hübschen Einblick in die turbulenten Zeiten, in denen demokratisch gesinnte Studenten sich ins Ausland zu fliehen gezwungen sahen: „Aus Frankreich werden alle [...] Mitglieder des jungen Teutschland verwiesen. Es ist doch ein Jammer was die lächerlichsten Dinge für Folge haben können.“ In der Folge ereifert sich Büchner über „die alten Esel“, die „wie kleine Buben spielen“.

Sehen kann man diese Dokumente nebst elf weiteren Büchneriana im Arkadensaal des Hochstifts am Großen Hirschgraben während der Tagung über Büchner und die Romantik, die dort bis Samstag Mittag stattfindet.

Wie gestern berichtet, zieht die Büchner-Forschungsstelle um von Marburg an die Goethe-Universität. Von hier aus will sie mit dem Freien Deutschen Hochstift kooperieren, das das Goethehaus betreibt und künftig auch das Romantik-Museum. Zusätzlich zur Büchner-Forschungsstelle wird die Uni eine Romantik-Juniorprofessur etablieren. Büchners Verhältnis zur Romantik gilt als ambivalent: So fasziniert er war, war er doch als politischer Kopf zugleich viel pragmatischer.

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