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Musik: Ausblick auf das Musikjahr: Das kommt 2018 auf uns zu

Auch im kommenden Jahr wird es, da darf man sicher sein, eine Menge spannender Musik geben. Wir werfen da schon mal einen Blick nach vorn.
Mit breiter Brust: Die deutsche Punkband „Feine Sahne Fischfilet“, hier Sänger Jan „Monchi“ Gorkow, kommt mit einem neuen Album und darf als Nachfolge-Anwärter für Branchengrößen wie „Die Toten Hosen“ gelten. Bilder > Foto: Daniel Karmann (dpa) Mit breiter Brust: Die deutsche Punkband „Feine Sahne Fischfilet“, hier Sänger Jan „Monchi“ Gorkow, kommt mit einem neuen Album und darf als Nachfolge-Anwärter für Branchengrößen wie „Die Toten Hosen“ gelten.

Was hat der denn vor? „Man of the Woods“? „Fresh Leaves“? Also „Mann des Waldes“ und „Frische Blätter“, das klingt ja eher nach Herrenparfüm oder den Titeln der nächsten Peter-Wohlleben-Bücher, sind aber die zwei Begriffe, die sich Justin Timberlake jüngst hat urheberrechtlich schützen lassen. Und das kann im Grunde nur eines bedeuten: Der einstige Boygrouphüpfer, der sich seit vielen Jahren als veritabler Popstar und inzwischen auch als Schauspieler in der Weltspitze etabliert hat, veröffentlicht bald, schätzungsweise schon im Februar, ein Album mit Countrymusik. Weitere Indizien: Pharrell Williams bestätigte, dass er am neuen Werk mitarbeite, und Timberlakes langjähriger Produzent Timbaland, der zusammen mit Max Martin Justins 2016er-Sommerhit „Can’t Stop The Feeling“ produzierte, ließ sich gerade mit dem Satz „Wir wollten immer schon Countrymusik zusammen machen“ zitieren. Vor allem aber bestreitet der 36-Jährige die Halbzeitshow beim Super Bowl 2018 am 4. Februar in Minneapolis, und wenn man schon beim meistgesehenen Spektakel der TV-Welt auftritt, dann wäre man ja doof, wenn man nicht auch ein Produkt zu verkaufen hätte.

Von der Bühne ins Kino

Lady Gaga, die ihre eigene „Super-Bowl“-Show in diesem Jahr nutzte, um sich und ihr – jawohl: Country-orientiertes – Album „Joanne“ im Gespräch zu halten, wird Anfang des Jahres zunächst ihre verletzungsbedingt verschobene Europatournee nachholen, im Herbst kommt dann das Remake von „A Star Is Born“, mit Gaga und Bradley Cooper in den Hauptrollen, ins Kino. Ja, und von Dezember 2018 an darf sich Stefani Germanotta dann über vergleichsweise leichtverdientes Geld und einen stressarmen Job freuen. 74 Mal soll sie in Las Vegas auftreten, zu einer Gage von einer Million Dollar pro Abend, da kommt also ein bisschen was zusammen. Las Vegas ist längst kein Rentnerbandparadies mehr, sondern zieht immer häufiger Stars in der Blüte ihrer Karriere an, die es etwas langsamer angehen möchten.

Ebenfalls Vegas-erprobt ist Dita von Teese (45), die bekannteste Burlesque-Tänzerin der Welt. Mitte Februar veröffentlicht die Ex-Frau von Marilyn Manson ihr erstes Album, das auch „Dita von Teese“ heißt, zusammen mit dem französischen Songschreiber Sébastien Tellier entstand und irgendwie an die junge Vanessa Paradis erinnert. Kaum weniger Erotikflirren verbreitet „Die Unendlichkeit“, das neue Album von „Tocotronic“ (ab 26.Januar). Die neuen Lieder behandeln dieses Mal konkrete Stationen und Situationen im Leben von Sänger Dirk von Lowtzow, und das sexuelle Erwachen im elterlichen Reihenhaus gehört absolut dazu.

Basteln an Frischmusik

Ums zwischenmenschliche Fummeln geht es auf „Sturm & Dreck“ (ab 12.1.), dem neuen Album von Mecklenburg-Vorpommerns bester Band „Feine Sahne Fischfilet“ allenfalls am Rande. Die politisch unverblümt linken und antirassistischen Punkrocker um Sänger Jan „Monchi“ Gorkow empfehlen sich eindeutig als die nächsten „Toten Hosen“/„Ärzte“. Neue Alben wird es außerdem von den deutlich sanftmütigeren „Revolverheld“ („Zimmer mit Blick“, ab 13.4.) und den guten alten „Fantastischen Vier“ („Captain Fantastic“, 27.4.) geben. Zu rechnen ist auch mit neuen Platten der Alternative-Rockheroen „The Breeders“ („All Nerve“ ab 2.3.) sowie mit dem vor jugendlicher Energie berstenden Debüt des LA-Quartetts „Starcrawler“ („Starcrawler“, 19.1.). Auch von „Rammstein“, die jetzt allerdings schon seit Jahren an Frischmusik basteln, sowie von Herbert Grönemeyer, dessen „Dauernd jetzt“ auch schon wieder vier Jahre alt ist, steht wohl Neues ins Haus. Schon fix: Die erste „Franz-Ferdinand“-Platte nach dem Ausstieg von Nick McCarthy („Always Ascending“, 9.2.), „Neon“ von Rea Garvey (16.3.), neues vom schönen Jared Leto und seinen „Thirty Seconds Of Mars“ (März) sowie ein neues Album von Kylie Minogue (März), auf dem es stärker in Richtung, ernsthaft jetzt, Countrymusik gehen soll.

Bis zu den großen Tourneen des nächsten Jahres hat sich der Countrytrend noch nicht herumgesprochen, mal abgesehen von der kanadischen Popcountry-Grande-Dame Shania Twain, die im Herbst kommt. Überhaupt geht das Stelldichein der Altstars fröhlich weiter. Bob Dylan kommt im Frühjahr, Roger Waters ebenfalls, davor schon beehrt der große Randy Newman („Short People“) im Februar sein europäisches Publikum. Desweiteren unterwegs sind Andrea Bocelli, „Arcade Fire“ (unter anderem bei den „Hurricane“- und „Southside“-Festivals), die „Foo Fighters“ sowie „Muse“ als Headliner bei „Rock am Ring/ Rock im Park“, Katy Perry (Mai/ Juni), Schmusesänger Sam Smith (Mai/ Juni), Lenny Kravitz (Juni, mutmaßlich mit neuer Platte), Bryan Ferry und der zurzeit beste Rapper der Welt, Kendrick Lamar (Februar).

Besondere Höhepunkte für die Freunde altbewährter Rockmusik: Eric Clapton geht nach vier Jahren erstmals wieder auf Tournee (im Juli), Jeff Lynne’s „ELO“ sind wieder auf der Straße (September), auch „Guns ’N Roses“ lassen sich erneut nicht lumpen (Sommer), genauso wenig wie David Hasselhoff (April) und Guetta (ab Februar). Und wer Billy Joel Ende Juni im Hamburger Volksparkstadion sehen will, der sollte sich beeilen. Der Auftritt ist nämlich Joels einziger im deutschsprachigen Raum. Gleich eine gute Handvoll von Stadien hat sich Ed Sheeran für den Sommer reservieren lassen, aber auch hier könnte es knapp werden mit den Eintrittskarten, der Mann hat bekanntlich gerade einen Lauf. Dass ferner „Bon Jovi“ (werden im April in die „Rock and Roll Hall of Fame“ aufgenommen), Pink und „U2“ auf Tour gehen, steht noch nicht offiziell fest, liegt aber nahe. Und wem das alles zu kurzfristig ist, der kann sich freilich auch schon Tickets für DJ Bobo besorgen. Der Schweizer hat schon jetzt die größten Hallen für den Mai 2019 gebucht.

Zum Schluss noch zwei ganz heiße Gerüchte: Die drolligen Zankbrüder Noel und Liam Gallagher haben sich vertragen und das Weihnachtsfest zumindest teilweise zusammen verbracht. Vor der naheliegenden „Oasis“-Wiedervereinigung kommt Noel aber zunächst alleine auf Tour, und zwar im März. Und deutlich wahrscheinlicher als die x-te Reunion der „Spice Girls“ (scheint derzeit eine Geldfrage zu sein) ist die x-te Reunion von „Destiny’s Child“. Die Girl-Group, aus der einst Beyoncé Knowles zu einem der beständigsten und kreativsten Popstars der Welt aufstieg, streut aktuell mehr oder weniger dezente Hinweise darauf, dass sie beim Coachella-Festival (in Kalifornien, Mitte April) nach Jahren wieder die Bühne teilen will. Knowles hat die Gerüchte gerade zwar dementiert, doch das muss nichts heißen, schließlich soll die Überraschung ja nicht vorzeitig verraten werden.

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