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Beach Boys-Legende Brian Wilson wird 75

Die „Beach Boys” feierten in den 60er Jahren Welterfolge. Gründer und Genie der Band war Brian Wilson. Ein halbes Jahrhundert später tourt er immer noch um die Welt - und die Fans sind begeistert.
Brian Wilson 2012 bei einem Konzert in Berlin. Foto: Britta Pedersen Brian Wilson 2012 bei einem Konzert in Berlin. Foto: Britta Pedersen
New York. 

Seinen 75. Geburtstag am Dienstag (20. Juni) verbringt Brian Wilson irgendwo zwischen Hawaii und Dänemark. Die Beach Boys-Legende ist auf Welttournee, Honolulu am 15. Juni, Odense am 29., danach geht es quer durch Europa und Nordamerika.

Fast 50 Shows stehen bis Mitte Oktober an, mehr als 70 mal hat Wilson bereits im vergangenen Jahr bei Auftritten Songs aus dem Beach Boys-Hitalbum „Pet Sounds” gespielt. Dieser Tage steht Wilson alleine auf der Bühne, begleitet von einer Backup-Band. „Wir treten mehr auf als je zuvor und die Fans wollen immer noch mehr”, schreibt Wilson auf seiner Webseite. „Das war wirklich eine unglaubliche Reise bisher.”

In den frühen 60er Jahren hatte Wilson, der als einer der großen Visionäre der Pop-Geschichte gilt, die Beach Boys gegründet. Ihre sonnigen Songs mit Surf-Feeling gingen schnell um die Welt und begeisterten eine ganze Generation für das kalifornische Lebensgefühl: „Fun Fun Fun”, „Good Vibrations”, „Little Deuce Coupe”, „Help Me Rhonda” und „Surfin' USA”.

Wilson schrieb die Hits und produzierte auch fast alle der mehr als zwei Dutzend Beach-Boys-Alben. Mit „Pet Sounds” gelang ihm 1966 nach Ansicht vieler Kritiker das „beste Popalbum des 20. Jahrhunderts”. Sogar Paul McCartney sagte einmal, dass ihn „Pet Sounds” zum Beatles-Meisterwerk „Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band” inspiriert habe.

„Wir waren jung und froh und haben uns gut gefühlt”, sagte der außerhalb seiner Musik äußerst wortkarge Wilson jüngst in einem Interview dem britischen „Guardian”. Noch heute, ein halbes Jahrhundert später, bereite es ihm „musikalisch” Spaß, die Songs auf der Bühne zu spielen.

Aber der Musiker hat nicht nur gute Erinnerungen an die damalige Zeit, wie er jüngst in seiner Autobiografie „I am Brian Wilson” darlegte. Das gemeinsam mit einem Journalisten entstandene Buch habe ein ganzes Jahr lang gedauert, sagt Wilson. „"Pet Sounds" hat drei Monate gedauert.” Besonders schwer sei es gewesen, die Zeiten aufzuschreiben, „als ich Drogen genommen habe”.

Denn der Erfolg der Beach Boys und der selbstauferlegte Konkurrenzdruck zu den Beatles machten Wilson zu schaffen. Der Musiker hatte Nervenzusammenbrüche, war süchtig nach Tabletten, nahm Haschisch, LSD, irgendwann auch Kokain, um seine Kreativität zu steigern. Gleichzeitig setzten die Ängste ein: Er fürchtete sich vor dem Meer, scheute den Strand und die Sonne. So ließ er den Sand tonnenweise in sein Wohnzimmer laden und tauchte die Füße ein, während er am Klavier saß und neue Songs über das Surfen und die „California Girls” schrieb. Schließlich zerstritt er sich auch mit seinen Bandkollegen.

Noch heute wirkt Wilson, der auch mehr als ein Dutzend Solo-Alben herausgebracht hat und vielfach preisgekrönt ist, oft hölzern, sein Gesicht ausdruckslos. Zur Beruhigung summt er häufig den Beatles-Song „Let it Be” vor sich hin. „Das ist für mich wie Valium.” 2014 setzte Regisseur Bill Pohland Wilson in „Love & Mercy” ein filmisches Denkmal.

Mit den anderen Beach Boys, Mike Love und David Marks, hat sich Wilson inzwischen wieder versöhnt. 2012 brachte die Band das Comeback-Album „That's Why God Made the Radio” heraus und ging auf ausverkaufte Welttournee. Wilsons Brüder Dennis und Carl, Bandmitglieder der ersten Stunde, sind 1983 beziehungsweise 1998 gestorben.

Dieser Tage arbeitet Wilson gerne mit jungen Künstlern zusammen. Das sei für ihn wie „einen tiefen Zug reinen Sauerstoff einzuatmen”, sagte der Musiker einmal der Deutschen Presse-Agentur. Außerdem verbringt er Zeit mit seiner zweiten Frau Melinda und seinen sieben Kindern wenn er nicht auf Tour ist, was derzeit allerdings nicht so häufig vorkommt. „Man hat nie genug Zeit für die Menschen, die man liebt.”

(Von Christina Horsten, dpa)
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