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Kunst: Beckmanns „Eisgang“ bleibt im Städel

Von „Eisgang“ von Max Beckmann ist eines der beliebtesten Gemälde im Frankfurter Städel. Doch es gehörte einem Juden, der von den Nazis enteignet und ermordet wurde. Nach langen Jahren sind die Verhandlungen jetzt zu einem guten Abschluss gekommen.
„Eisgang“ (1923) von Max Beckmann, jetzt endgültig in Städel-Besitz. „Eisgang“ (1923) von Max Beckmann, jetzt endgültig in Städel-Besitz.

Es ist eine tieftraurige Geschichte, die sich mit Max Beckmanns Gemälde „Eisgang“ verknüpft. 1923 entstand das Bild, in jener Zeit, also, in der der Maler, der später selbst emigrieren musste, in Frankfurt lebte und lehrte. Das Städel kaufte es 1994, zum Abschied von Direktor Klaus Gallwitz, zu dessen erklärten Lieblingskünstlern Beckmann gehörte. In den Zwanziger Jahren hatte es direkt von Max Beckmann der jüdische Sammler Fritz Neuberger gekauft. Der und seine Frau Hedwig wurden von den Nationalsozialisten verfolgt, deportiert und in Ostpolen ermordet.

Sohn entkam den Nazis

Zuvor war es dem Ehepaar noch gelungen, ihren einzigen Sohn ins Ausland zu bringen: Per Verschickungsmaßnahme gelangte das Kind nach Amerika. Dort wuchs es auf und zog immer wieder Erkundigungen über den Verbleib des Gemäldes ein, bis zu seinem Tod jedoch ohne Erfolg.

Erst ein Hinweis an das Städel, es habe da ein jüdisches Ehepaar gegeben, dem das Gemälde einmal gehörte, brachte das Museum vor ein paar Jahren auf die richtige Vorbesitzer-Spur. Seitdem gab es Verhandlungen mit der Erbengemeinschaft, die jetzt zu einer gemeinsamen „Goodwill-Vereinbarung“ führten.

Für eine Entschädigungssumme, die das Städel für „angemessen“ hält, aber nicht nennen darf, gehört das Gemälde nun endgültig dem Frankfurter Museum. Zudem wird ein Hinweis am Werk und in künftigen Publikationen auf das Schicksal der Erstbesitzer hinweisen. Die Mittel dazu stammen zum Großteil vom Städelschen Museumsverein. Auch die Bundesrepublik Deutschland beteiligte sich.

„Dass der ,Eisgang‘ nun endgültig seinen Platz im Städelmuseum gefunden hat, ist ein Gewinn nicht nur für Frankfurt, sondern für die deutsche Museumslandschaft überhaupt“, sagte Kulturstaatsministerin Monika Grütters. Städel-Direktor Philipp Demandt unterstreicht, Museum und Museums-Verein hätten „abermals ein deutliches Zeichen gesetzt, dass wir uns der Verantwortung gegenüber historischem Unrecht stellen“.

Zentral für die Sammlung

Beckmanns Ansicht des Mains hat einen hohen identifikatorischen Wert für die Sammlung und zählt zu den beliebtesten Gemälden des Hauses. Seit 2008 erforscht das Städel die turbulente Geschichte seiner Sammlung während der Zeit des Nationalsozialismus. Bislang konnte von elf Objekten nachgewiesen werden, dass sie zwangsenteigneten jüdischen Vorbesitzern gehört hatten.

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