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Bochum, ich komm aus dir, ich häng an dir

Von Lucas Gregorowicz verkörpert den Schauspieler Stefan, der aus München ins Ruhrgebiet zurückkehrt und dort fast alles so wiederfindet, wie er es verlassen hat.
Stefan (Lucas Gregorowicz, rechts) besucht nach seiner Rückkehr in den Ruhrpott mit Toto (Nicholas Bodeux) die beliebte „Omma“ (Elfriede Frey) in ihrem Kiosk. Foto: TOM TRAMBOW Stefan (Lucas Gregorowicz, rechts) besucht nach seiner Rückkehr in den Ruhrpott mit Toto (Nicholas Bodeux) die beliebte „Omma“ (Elfriede Frey) in ihrem Kiosk.

„Woanders weiß man selber, wer man ist, hier wissen’s die anderen. Das ist Heimat.“ Das stellt Stefan (Lucas Gregorowicz) fest, als er nach zehn Jahren erstmals wieder an seinem Geburtsort Bochum ist. Der Theater-Schauspieler ist Hals über Kopf von München angereist. Sein Vater ist plötzlich gestorben. Nun soll er sich um die Beerdigung kümmern. In drei Tagen, so glaubt Stefan, könne er wieder nach München zurück. Nicht gerade vom Erfolg verwöhnt, will er in der Landeshauptstadt an einem Casting für eine Seifenoper teilnehmen. Aber daraus wird nichts.

Dialekt kann nur Omma

Schließlich trifft Stefan auf seine alten Freunde: den ständig plappernden Toto (Nicolas Bodeux), das Großmaul Diggo (Markus John), den windigen Geschäftsmann Olaf (André Rhode) und den frustrierten Frank (Peter Jordan). Aber egal, wer ihm sonst noch alles über den Weg läuft: Fast jeder fragt Stefan nach Charlie (Anna Bederke). Sie war dessen große Liebe. Er und Charlie galten als das Traumpaar. Soll Stefan sich bei ihr melden? Sein jetziges Liebesleben ist nicht gerade prickelnd. Je länger Stefan in seiner Heimat verweilt, desto mehr taucht er wieder in das Leben dort ein . . .

Ja, es geht nostalgisch zu in Sönke Wortmanns neuer Komödie. Der 57-jährige Regisseur und Autor wuchs selbst im Ruhrgebiet auf und hat mit „Sommerfest“ den gleichnamigen Roman von Frank Goosen, der auch von dort stammt, verfilmt. Dass Wortmann von einer Romanvorlage ausging, merkt man „Sommerfest“ allerdings nicht an. Zu klischeehaft sind sämtliche der Figuren (über-)zeichnet. Und zwar so sehr, dass die meisten von ihnen wenig glaubhaft und eher merkwürdig erscheinen.

Ein Stück weit trägt freilich auch der Ruhrpott-Dialekt dazu bei, in dem Wortmann seine Dialoge geschrieben hat. Sonderlich witzig und authentisch erscheinen die betont einfachen Sätze nicht. Außer vielleicht, wenn sie die Kioskbesitzerin Omma (Elfriede Frey) spricht. Sie ist nämlich im wirklichen Leben keine Schauspielerin, sondern die Wirtin eines Gasthauses.

Ansonsten wirkt vieles in diesem Heimatfilm ziemlich trist. Nicht nur die Kostüme der Schauspieler erscheinen zu plakativ auf deren übermäßig kalkulierend ausgesuchte Verlierer-Figuren hin geschneidert zu sein, sondern auch die abgefilmten grauen und heruntergekommenen Kulissen von Häusern und Straßen, durch die sie sich bewegen.

Aber letztlich ist die Geschichte von „Sommerfest“ selbst der größte Schwachpunkt. Obwohl Lucas Gregorowicz die Hauptfigur Stefan mit all ihrer Orientierungslosigkeit und Farblosigkeit gut verkörpert, wirkt deren Handlungsweise über weite Strecken erschreckend öde. Und so wartet man lange und schon ermüdet auf das Treffen von Stefan mit seiner einstigen großen Liebe. Schwach

In folgenden Kinos
Frankfurt: E-Kinos, Harmonie. Sulzbach: Kinopolis. Limburg:
Cineplex. Mainz: Cinestar

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