Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Laufsport - Alles rund um den Mainova Frankfurt Marathon ... Frankfurt am Main 26°C

Eine wahre Geschichte aus dem Jahr 1962: Boxer ist kein Großmaul

Von „Der glücklichste Tag im Leben des Olli Mäki“ erinnert an den finnischen Sportler, der zu einem wichtigen Kampf antreten muss.
Olli (Jarkko Lahti) bereitet sich auf den Kampf vor. Foto: Camino Filmverleih (Camino Filmverleih) Olli (Jarkko Lahti) bereitet sich auf den Kampf vor.

Ein Boxer muss böse und gefährlich aussehen. Aber Olli Mäki (Jarkko Lathi) macht dies nicht. Der 25-jährige Sportler aus der finnischen Kleinstadt Kokkola wirkt zurückhaltend und freundlich, ja sogar sanftmütig. Trotzdem hat er schon einige Amateurkämpfe gewonnen. Deshalb ist man zuversichtlich, dass Olli erfolgreich gegen den Weltmeister im Federgewicht Davey Moore (John Bosco Jr.) antreten könnte. Allerdings muss Olli bis zum Kampf noch vier Kilo abnehmen, um in dieselbe Gewichtsklasse des Champions zu kommen. Aber das ist nicht die einzige Schwierigkeit, die der gelernte Bäcker hat. Olli ist eben nicht das Großmaul, das sich sein Manager Elis Ask (Eero Milonoff) wünscht. Auf Terminen, bei denen Journalisten und Fotografen einen siegessicheren Mann erwarten, zeigt sich Olli bescheiden und wortkarg. Wie kann man mit solch einem schüchternen Boxer bloß finanzkräftige Sponsoren gewinnen? Schließlich soll der Kampf nach amerikanischem Vorbild in einem großen Stadion von Helsinki stattfinden.

Bald taucht auch noch ein weiteres Problem auf: Olli verliebt sich in die ebenso hübsche wie kluge Rajia Jänkä (Oona Airola). Das passt nun gar nicht in den Trainingsplan. Auf welche Weise soll sich eine Turteltaube zum Raubvogel verwandeln?

In der Tat verweigern sich der Autorenfilmer Juho Kuosmanen und sein Co-Autor Mikko Myllylahti sämtlichen Konventionen des Sportfilms. Höchstwahrscheinlich haben sich die beiden nah an der wahren Geschichte orientiert, die sich im Sommer 1962 in Finnland ereignet hat. Nichts erscheint hier spektakulär erzählt. Musik, welche die verschiedenen Stimmungen von einzelnen Szenen spiegeln könnte, fehlt nahezu völlig. Auch sind die Bilder mit analogem Schwarz-Weiß-Material gedreht. Etwas, das den Film noch mehr wie einen Rückblick auf alte Zeiten wirken lässt, in dem jedoch nicht nur die Kulissen und Kostüme wie aus den frühen 60er Jahren ausschauen. Auch die Gesten der Schauspieler und Schauspielerinnen wirken dieser Zeit eng verbunden. Letzteres macht das Drama nicht unbedingt leicht zugänglich. Aber es weist auf das schauspielerische Können der jeweiligen Darsteller hin.

So wirkt denn auch Jarkko Lathi als Olli Mäki mit seinem zurückgenommenen Spiel durchweg glaubhaft, wenn er einen in sich gekehrten Menschen verkörpert, dem jedweder Rummel um seine Person unangenehm erscheint, während Oona Airola als seine Freundin Raija mit ihrer lebensfrohen Filmfigur dem Geschehen genau die Momente beschwingter Leichtigkeit schenkt, welche die melancholische Grundstimmung des Films vorm Abdriften in Trübsinn bewahrt. Sehenswert

Zur Startseite Mehr aus Kultur

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse