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Komödie „Paris kann warten“: Brave Geschichte einer lockenden Verführung

Von In Eleanor Coppolas Film „Paris kann warten“ spielt Diane Lane eine Frau, die sich auf eine Affäre einlassen könnte – wenn sie denn wollte.
Anne (Diane Lane) verabschiedet sich von ihrem vielbeschäftigten Ehemann Michael (Alec Baldwin, links), um mit Jacques (Arnaud Viard) nach Paris zu fahren. Foto: Eric Caro (Tobis Film) Anne (Diane Lane) verabschiedet sich von ihrem vielbeschäftigten Ehemann Michael (Alec Baldwin, links), um mit Jacques (Arnaud Viard) nach Paris zu fahren.

Paris ist immer eine Reise wert. Die Stadt der Liebe und der erotischen Abenteuer, der Verruchtheit und der Kunst. Warum also sollte Anne (Diane Lane) sich nicht nach Ende der Filmfestspiele in Cannes mit in die sehenswerte französische Hauptstadt nehmen lassen? Ihr Mann, der vielbeschäftigte Produzent (Alec Baldwin), muss nach Budapest weiter und hätte ohnehin keine Zeit für sie. Sein Geschäftspartner Jacques (Arnaud Viard) hingegen steht schon mit seinem alten Peugeot für die Fahrt zu Eiffelturm und Montmartre bereit. Anne muss nur noch einsteigen. Und sie tut es.

Es ist der erste Schritt zu einer möglichen Liebelei nach etlichen Ehejahren, die durchaus glücklich waren und doch ein paar Wünsche offen gelassen haben. Bestimmt würde Jacques so eine kleine Affäre für sich behalten. Höflich, zuvorkommend und charmant wie er ist. Ein kultivierter Mann, der einer Rosamunde-Pilcher-Romanze entstammen könnte. Andererseits ist Anne eine moralisch gefestigte Frau, die sich niemals auf eine Treulosigkeit einlassen würde. Aber wer weiß . . .

Es ist die bekannte Geschichte von der lockenden Verführung, die Eleanor Coppola hier sehr gediegen inszeniert hat, sogar nach eigenen Erlebnissen. Die Ehefrau des amerikanischen Großregisseurs Francis Ford Coppola („Apokalypse, now“) hat selbigen oft begleitet, ist aber gelegentlich auch eigene Wege gegangen. Und so kann sie nun geübt selbstbezüglich von einer Frau in mittleren Jahren erzählen, die noch für Überraschungen zu haben ist, ohne sich zu Unvernünftigkeiten hinreißen zu lassen. Was umso schwieriger scheint, als Jacques an jedem kleineren Hotel Halt macht, damit Anne sich „ausruhen“ kann.

Verglichen mit anderen Road Movies wirkt „Paris kann warten“ allerdings sehr gebremst. Die großen Erlebnisse bleiben ebenso aus wie die reizvollen Dialoge, und die Provence mit ihren Lavendelfeldern hat man schon sehr viel schöner gesehen, in Tom Tykwers „Das Parfum“ etwa, wenn nicht gleich in David Hamiltons „Bilitis“. Größter Bremsklotz des Films aber ist seine Bravheit.

Sie lässt an den französischen Dichter Arthur Rimbaud denken. Er würde Anne, deren höchstes Wagnis darin besteht, mit offenem Peugeot-Verdeck über die Landstraße zu fahren, seinen berühmte Parole hinterherrufen: „Lebe wild und gefährlich!“ Annehmbar

 

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