Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Laufsport - Alles rund um den Mainova Frankfurt Marathon ... Frankfurt am Main 13°C

Interview: Bryan Ferry: "Mit der Liebe kann jeder was anfangen"

Der englische Popsänger Bryan Ferry zieht für die Alte Oper wie gehabt Anzug und Schlips an und holt seine elegantesten Lieder aus den vergangenen 40 Jahren hervor.
Der britische Singer-Songwriter Brian Ferry. Foto: Britta Pedersen (dpa-Zentralbild) Der britische Singer-Songwriter Brian Ferry.

Bryan Ferry ist der Gentleman unter den Popstars. Der 71-jährige ehemalige Sänger der Glamrock-Band „Roxy Music“ steht für perfekte Manieren, maßgeschneiderte Anzüge und edle Popschnulzen wie „Jealous Guy“, „Slave To Love“ und „Avalon“. Selbst bei hochsommerlichen Temperaturen würde der coole Brite niemals seine Krawatte lockern. Auf der Bühne hingegen lässt seine erotische Stimme den Puls schneller gehen. Jetzt ist der Mann mit dem tränenrührenden Tremolo wieder auf Deutschlandtour und gastiert mit Songs aus viereinhalb Jahrzehnten, zwischen Pop und Schmalz, am 22. Mai in der Alten Oper Frankfurt. Olaf Neumann wollte mehr von Bryan Ferry wissen.

ECHO: Mr. Ferry, war Deutschland wichtig für Ihre Karriere?

BRYAN FERRY: Die deutschen Fans haben mich von Anfang an sehr unterstützt, das gilt sowohl für „Roxy Music“ als auch für meine Solokarriere. Ich habe schöne Erinnerungen an verschiedene Tourneen im Lauf der Jahre. Und natürlich an meine Auftritte in den legendären Fernsehshows „Musikladen“ und „Beat-Club“. Was ich an Deutschland besonders mag, sind die unterschiedlichen Städte mit oftmals sehr eigenem Charme. Die Orte, die ich am häufigsten gesehen habe, sind natürlich jene, wo ich die meisten Fans habe: Hamburg, München und Berlin. Diesmal treten wir in ein paar neuen Städten auf wie Leipzig und Baden-Baden. Das finde ich immer besonders spannend. Und dann gibt es noch eine andere Verbindung zu Deutschland: Ich habe gerade Musik geschrieben für eine TV-Serie namens „Berlin Babylon“, die in den 20er Jahren spielt.

ECHO: Ermöglicht Ihnen die Zusammenarbeit mit Ihren Söhnen Tara und Isaac eine neue Sicht auf Ihre Musik?

FERRY: Ehrlich gesagt arbeite ich sehr gern mit meinen Söhnen Tara und Isaac. Sie haben keine Angst davor, mich zu kritisieren! Meine vier Jungs sind alle sehr an Musik interessiert und haben ganz unterschiedliche Geschmäcker. Ich habe sie stets ermutigt, sich ältere Sachen anzuhören, damit sie sich ein musikalisches Grundwissen aneignen. Isaac ist sehr aktiv in der Dance-Music-Szene. Er hat bereits einige Sachen arrangiert, die ich zusammen mit DJs und Mixern wie Todd Terje gemacht habe. Zum Beispiel den Song „Johnny And Mary“.

ECHO: Machen Sie heute noch aus demselben Grund Musik wie 1972?

FERRY: In meiner Anfangszeit war ich lieber im Studio als auf der Bühne. Ich war damals noch nicht so ein leidenschaftlicher Performer wie heute. Live-Konzerte rund um den Globus sind im Lauf der Zeit zum Schwerpunkt meiner Arbeit geworden. Auch habe ich inzwischen ein umfangreiches Repertoire und spiele zu gleichen Teilen Songs von „Roxy Music“ und Titel von meinen Soloplatten. So halte ich es auch bei dieser Tournee.

ECHO: Bereuen Sie es manchmal, dass Sie in Ihrem Leben so viel Zeit in Flugzeugen und Bahnen verbracht haben?

FERRY: Nicht wirklich. Unterwegs hat man immer viel Zeit, zu lesen oder nachzudenken. Ich reise am liebsten mit dem Zug, aber leider fahren die Züge nicht immer dann, wenn ich sie brauche.

ECHO: Was fällt Ihnen besonders auf, wenn Sie heute unterwegs sind?

FERRY: Ich bin ziemlich konservativ. Ich bevorzuge Orte, die sich ihren ursprünglichen Charakter bewahrt haben. Ich finde es schade, dass viele Städte auf der Welt versuchen, gleich auszusehen.

ECHO: Wie blicken Sie persönlich zurück auf die Songs, die Sie vor 40 Jahren geschrieben haben?

FERRY: Ich habe immer noch Spaß daran, sie live zu spielen. Es ist schön, eine Band im Rücken zu haben, die mit diesen Songs genauso viel Freude hat wie ich, und natürlich ein Publikum, das diese Klassiker liebt. Ich schrieb sie als junger Mann, aber ich erkenne mich darin immer noch wieder.

ECHO: Was reizt Sie daran, immer noch mehr Liebeslieder zu schreiben? Suchen Sie nach dem ultimativen Love-Song?

FERRY: Ist doch spannend, wie viele Songs zu dem Thema schon geschrieben worden sind! Liebe ist nach all dieser Zeit immer noch ein Thema, mit dem jeder etwas anfangen kann. Und immer wieder hat man das Gefühl, dass ein Liebeslied etwas aussagt, das man so noch nicht gehört hat.

ECHO: Sind Sie mit der Zeit zu einem Frauenversteher geworden?

FERRY: Nein!

 

Zur Startseite Mehr aus Kultur

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse