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Liebeskomödie „Hampstead Park“: Charity-Lady lernt Obdachlosen kennen

Der englische Regisseur Joel Hopkins führt im vornehmen Londoner Stadtteil zwei auf unterschiedliche Weise Einsame zusammen.
Im malerischen Park von Hampstead machen Emily (Diane Keaton) und Donald (Brendan Gleeson) ein Picknick. Foto: Nick Wall (Reliance Entertainment Productio) Im malerischen Park von Hampstead machen Emily (Diane Keaton) und Donald (Brendan Gleeson) ein Picknick.

Bei Regen tropft der in London lebenden Amerikanerin Emily das Wasser durch die Decke ihrer Wohnung. Doch das ist noch nicht das Schlimmste: Die attraktive, gebildete ältere Frau schwimmt nach dem Tod ihres Mannes in einem Meer von Schulden. Im malerisch vornehmen Stadtteil Hampstead hangelt sie sich durchs Leben, betätigt sich ehrenamtlich im Kreis gut situierter Charity-Ladys in einer Wohltätigkeitsboutique. Bis sie auf jemanden trifft, dem es noch schlechter zu gehen scheint: den kauzigen Obdachlosen Donald, der im Park des Viertels in einer selbstgebauten Baracke haust.

Das ist der Beginn der romantischen Komödie „Hampstead Park – Aussicht auf Liebe“ des englischen Regisseurs Joel Hopkins („Liebe auf den zweiten Blick“). In den Hauptrollen sind die Schauspielgrößen Diane Keaton und Brendan Gleeson zu sehen. Herausgekommen ist ein Film mit sozialkritischer Note, der Mut zu Gefühlen in höherem Alter und über Standesgrenzen hinweg sowie zu Rebellentum machen will – und dennoch im Konventionellen stecken bleibt. Denn die Geschichte zweier sozial so ungleicher Außenseiter, die jeweils allein ihr Leben nicht in den Griff bekommen, ist eher bilderbuchmäßig geraten.

Ihre Affäre nimmt damit ihren Anfang, dass beide einander Antriebslosigkeit und Blindheit gegenüber den eigenen Verhältnissen vorwerfen – um am Ende aus den gewohnten persönlichen Bahnen auszubrechen und sich zum Entsetzen ihres Umfeldes aufeinander zuzubewegen. Dabei sind die Charaktere und Dialoge nach dem Drehbuch von Robert Festinger so übersichtlich angelegt, dass selbst die Woody-Allen-Darstellerin Diane Keaton und der irische Charakterkopf Brendan Gleeson („Jeder stirbt für sich allein“) erstaunlich wenig Charisma und Tiefe herauszukitzeln vermögen.

Dass „Hampstead Park“ zwischendurch zum Gerichtsfilm wird, in dem Juristen herausfinden wollen, ob der schlagfertige Donald seine Hütte mit den Obst- und Gemüsebeeten zu Recht bewohnt oder daraus von Immobilienhändlern vertrieben werden darf, macht das Geschehen auch nicht spannender. So wird der einstige Kurort Hampstead zum eigentlichen Protagonisten. In seinen Gassen mit den alten Häusern und kleinen, feinen Läden und Lokalen fühlt man sich als Zuschauer nur zu gern zu Hause. Ganz zu schweigen vom Park, der nicht nur eine schöne Aussicht auf Liebe, sondern auch auf die im Dunst liegende Millionenstadt London bietet. Annehmbar

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Frankfurt: Cinema (D+OmU), E-Kinos (D+E)

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