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„Fast & Furious 8“: Charlize Theron: „Ich brauche keinen Chauffeur“

Illegale Straßenrennen sowie Gerangel um Liebe und Macht sind der Treibstoff der Filmreihe „Fast & Furious“. In Teil 8 spielt Charlize Theron nun eine Psychopathin.
Für Charlize Theron als Schurkin ist Gasolin ein ganz besonderer Stoff. Foto: Matt Kennedy Für Charlize Theron als Schurkin ist Gasolin ein ganz besonderer Stoff.

Charlize Theron ist die Südafrikanerin unter Hollywoods Größen. Und sie ist bekannt als harte Arbeiterin. Die Tochter einer deutschstämmigen Mutter begann als Model und spielte ein solches auch 1998 in Woody Allens Komödie „Celebrity“ an der Seite von Leonardo Di Caprio. Von da an rollten die großen Rollen nur so auf Charlize Theron zu. Einen Oscar erhielt die heute 41-Jährige für die Verkörperung einer alkoholsüchtigen obdachlosen Mörderin in „Monster“, dem Erstlingsfilm von Petty Jenkins. Und nun also „Fast &Furious 8“, der neueste Film aus der Autokracher-Kinoreihe. Entstanden unter der Regie von F. Gary Gray („Gesetz der Rache“), sind erneut Darsteller wie Jason Statham, Vin Diesel und Dwayne Johnson als rennwütige Auto-Fans zu sehen. Doch diesmal bekommt die wilde Truppe es mit einer ebenso wilden Gegnerin zu tun – verkörpert von Charlize Theron. Martin Schwickert unterhielt sich mit der Schauspielerin, die privat gerne Motorrad fährt.

Miss Theron, Filme wie „Fast & Furious“ sehen immer aus, als hätten die Beteiligten am Set eine Menge Spaß. Täuscht der Eindruck?

CHARLIZE THERON: Für mich ist das zu allererst ein Job. Spaß kann ich mit meinen Freunden haben. Aber ich mag diese Filme, und es gibt kein anderes Franchise, das eine solch loyale Fanbasis hat wie „Fast & Furious“. Daran lässt sich nichts rütteln. Ich komme gerade aus China und Hongkong, und die Leute dort sind verrückt nach diesen Filmen.

Was hat Sie am Part der Gegenspielerin gereizt?

Die rauen Kerle in den Autos flüchten vor einem U-Boot, das durch eine Eisschicht bricht. Die spektakuläre Szene gehört ebenso zu „Fast & Furious 8“ wie eine Psychopathin, die den Benzinkumpels das Leben schwer macht. Bild-Zoom Foto: Universal Pictures (Universal Pictures)
Die rauen Kerle in den Autos flüchten vor einem U-Boot, das durch eine Eisschicht bricht. Die spektakuläre Szene gehört ebenso zu „Fast & Furious 8“ wie eine Psychopathin, die den Benzinkumpels das Leben schwer macht.

THERON: Je mehr im Gespräch mit den Produzenten und dem Regisseur klar wurde, dass diese Schurkin eine echte Psychopathin werden soll, um so mehr hat mich die Rolle interessiert. Diese Frau tut einige wirklich unverzeihlichen Dinge und rüttelt die Welt von „Fast & Furious“ ganz schön durcheinander. Menschen wie sie gibt es ja wirklich. Ich habe mich lange Zeit mit Serienkillern, Verhaltensforschung und der Frage beschäftigt, warum manche Leute solche Grausamkeiten begehen können. Das hat mich fasziniert, vielleicht weil ich selbst schon Menschen erlebt habe, die schreckliche Dinge getan haben. Und das waren keine Werwölfe oder Monster, sondern Menschen, die einfach anders getickt haben.

Ist für eine Schauspielerin die Rolle einer Schurkin interessanter als die einer Heldin?

THERON: In „Snow White and the Huntsman“ habe ich ja schon die böse Königin Ravanna gespielt. Das war einfach fanatstisch. Man betritt den Raum, erhebt die Stimme und darf nach Herzenslust abscheulich sein. In „Fast & Furious“ vermittelte sich die Bösartigkeit der Rolle mehr über Worte. Es ging darum, dass die Figur ganz geerdet ist und gerade dadurch so angsteinflößend wirkt.

Die Schurken der letzten Folgen wurden in den Sequels ins Heldenteam aufgenommen. Steht Ihnen eine solche Beförderung auch bevor?

THERON: Nein, ich habe gleich gesagt, dass das für mich nicht in Frage kommt. Es gibt keine Möglichkeit, eine Psychopathin wie diese zu einer positiven Heldin zu machen.

Ihre Figur ist in diesem Film die einzige, die keine teuren, frisierten Autos fahren darf. Hat sie das geärgert?

THERON: Nein, für die Figur war es wesentlich interessanter, dass sie da oben in ihrem Flugzeug sitzt und wie ein Adler über ihrer Beute kreist. Wenn sie in die Welt der anderen eingebettet wäre, würde sie an Kraft verlieren.

Können Sie mit dem ganzen Auto- und Geschwindigkeitskult, den „Fast & Furious“ zelebriert, eigentlich etwas anfangen?

THERON: Ja, ich bin mit dieser Kultur groß geworden. Mein Vater war Ingenieur und schraubte ständig an Autos herum. Ich konnte mit acht Jahren schon autofahren. Mein Vater hat mir so ein kleines Tuk-Tuk zusammengeschraubt, und damit bin ich auf unserer Farm herumgefahren, mit meinen Hunden auf der Ladefläche. Später hatte ich mehrere Motorräder. Wir lebten ja auf dem Land in Südafrika. Da scherte sich keiner darum, wenn man ohne Führerschein herumfuhr. Ich fahre auch heute noch gerne. Mich von einem Chauffeur herumkutschieren zu lassen, liegt mir nicht. Ich sitze lieber selbst hinter dem Lenkrad. Autofahren ist für mich eine meditative Tätigkeit.

Kindheit auf einer Farm in Südafrika und heute Dasein als Filmstar in Hollywood – mit welchem Gefühl blicken Sie auf diese Gegensätze in Ihrem Leben?

THERON: Ich erinnere mich, wie ich als Kind in Südafrika auf die Weltkarte schaute und sich über dem kleinen Land am unteren Rand der Karte diese riesige Masse an Land auftürmte. Ich habe mich immer gefragt, wie es da überall sein mag. Und nun habe ich einen Beruf, der mich in all diese interessanten Teile der Welt führt. Die meisten meiner Freunde aus der Kindheit sind verheiratet, mit Kindern, und haben Südafrika nie verlassen. Ich bin mir meiner privilegierten Situation sehr bewusst.

Sie haben mittlerweile zwei Kinder adoptiert. Schränkt das Ihre berufliche Mobilität ein?

THERON: Wie jede andere alleinerziehende Mutter muss ich den Ausgleich finden zwischen Beruf und Familie und ihn immer wieder neu hinterfragen. Im Gegensatz zu den meisten Frauen kann ich als Schauspielerin allerdings die Arbeitsbedingungen selbst stark beeinflussen. Aber natürlich haben sich mit den Kindern meine Maßstäbe geändert. Früher konnte ich meine Tasche packen und einfach losziehen. Aber ich habe mich sehr bewusst dafür entschieden, auf diese Freiheit zu verzichten. Im Moment genieße ich es, dass meine Kinder mit diktieren, was ich zu tun und zu lassen habe. Das bringt Struktur ins Leben.

 

Vom 13. April an in den Kinos

 

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