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Interview: Chris de Burgh über Politik, seine Solo-Tournee und die Liebe zu Deutschland

Wenige Wochen vor seinem 70. Geburtstag kommt Chris de Burgh auf Deutschlandtour, um mit seinen Fans vorab zu feiern. So auch am 8. August im Amphitheater in Hanau.
„Ich bin ein Fan von Deutschland“, sagt der Ire Chris de Burgh. Seine vielen Fans hierzulande wird das freuen. Im August kommt der Sänger nach Hanau. Foto: Jacek Bednarczyk (PAP) „Ich bin ein Fan von Deutschland“, sagt der Ire Chris de Burgh. Seine vielen Fans hierzulande wird das freuen. Im August kommt der Sänger nach Hanau.

Am 15. Oktober wird er 70, ans Kürzertreten oder Aufhören denkt der kleine Ire mit der großen Stimme aber längst noch nicht. Ganz im Gegenteil: Den Sommer verbringt Chris de Burgh bei frischer Luft auf hiesigen Freilichtbühnen, um ganz alleine seine größten Hits und so manches selten gehörte Schätzchen zu spielen. Steffen Rüth sprach mit ihm am Telefon.

Chris, Sie melden sich aus einem Aufnahmestudio in London. Woran arbeiten Sie gerade?

CHRIS DE BURGH: Wir diskutieren über mein neues Projekt, ein Musical über Robin Hood, das 2020 in Fulda Premiere feiern soll.

Robin Hood nahm der Sage nach von den Reichen und gab den Armen. Fasziniert Sie diese Figur?

DE BURGH: Ja, aber das ist nicht der Grund, weshalb ich diese Arbeit übernommen habe. Die Musik für ein Musical zu komponieren ist für mich eine vollkommen neue Herausforderung. Dazu kommt meine riesige Faszination für das Mittelalter. Ich wuchs in einem Schloss auf, und einer meiner Vorfahren, Hubert de Burgh, war damals sehr involviert in den Kreuzzügen. Über dieses Thema habe ich immer wieder Songs geschrieben, etwa für mein Album „Crusader“ aus dem Jahr 1979. Was die Robin-Hood-Legende angeht, so muss ich sogar zu bedenken geben, dass dieser Mann überhaupt nie existiert hat.

Worauf kommt es Ihnen bei dem Musical an?

DE BURGH: Dass wir diesen Robin Hood nicht nur als mittelalterlichen, sondern auch als modernen Charakter zeigen. Das Stück spielt natürlich im Mittelalter, doch die Menschen sollen eine Verbindung zu ihrem eigenen Leben aufbauen und nachvollziehen können, dass dieser Mensch ein sehr gut ausgeprägtes soziales Gewissen hatte. Diese Frage ist nämlich sehr relevant im 21. Jahrhundert.

Brauchen wir mehr Robin Hoods, damit es fairer zugeht in der Gesellschaft?

DE BURGH: Dem würde ich zustimmen. Eine kleine Anzahl globaler Unternehmen hat sich die Erde untertan gemacht und kontrolliert alles. Das gefällt mir nicht. Die Zeiten sind sehr unsicher, mit einem Präsidenten in den USA, bei dem keiner weiß, was er sich als nächstes in den Kopf setzen wird. Die Demokratie ist so stark unter Beschuss wie lange nicht. Was wir aktuell dringend brauchen auf der Welt, ist ein Charakter wie Robin Hood, ein Held.

Am 15. Oktober feiern Sie ihren 70. Geburtstag. Zeit für eine vorläufige Bilanz?

DE BURGH: Ich kann nicht meckern. Ich bin seit 1977 mit derselben Frau verheiratet, habe drei längst erwachsene Kinder, meine Gesundheit, immer noch eine starke Stimme und einen Beruf, der mich nach wie vor ausfüllt. Ich denke nicht, dass irgendjemand ein perfektes Leben hat, aber ich bin schon ein sehr glücklicher alter Junge. Ich lebe ein Leben, das mir ermöglicht, auf der ganzen Welt aufzutreten. Vor kurzem spielten wir in Dubai, und davor in Kapstadt. Ehrlich, das Leben ist ziemlich super.

Haben Sie schon Pläne für Ihre Geburtstagsparty?

DE BURGH: Oh, es wird keine Party geben. Das liegt mir nicht. Ich freue mich auf einen ruhigen Tag.

Vor dem runden Geburtstag kommen Sie auf Solo-Tour. Das heißt: Sie stehen ganz alleine auf der Bühne, ohne Band. Wie wird das?

DE BURGH: Großartig wird das! Ich spiele sehr gerne solo. So fing das vor 45 Jahren doch alles an. Solo-Shows sind gleichzeitig am einfachsten und am schwierigsten – weil außer dir niemand da ist. Ich liebe es, eine intime Verbindung zum Publikum aufzubauen. Ich kann viel mehr über die Geschichte einzelner Songs erzählen, der Kontakt zu den Menschen ist viel enger.

Sie spielen überwiegend auf Freilichtbühnen, in Amphitheatern, Schlössern oder Parks. Haben Sie die Auftrittsorte selbst ausgewählt?

DE BURGH: Nein. Mein Manager weiß, was ich mag. Wir wollten herkömmliche Locations möglichst meiden und so viel es geht draußen spielen. Ich setze auf das gute deutsche Wetter. Und von Orten wie Dexheim, Ransbach-Baumbach oder Schopfheim habe ich noch nie gehört. Das wird spannend. Ich sollte besser schon mal den Atlas suchen.

Was reizt Sie an der Provinz?

DE BURGH: Solche Entdeckungsreisen sind für mich Teil des Spaßes. Natürlich bin ich immer wahnsinnig gerne in Berlin oder in München, ich kenne die großen Städte wirklich in- und auswendig. Doch auch auf dem Land ist in Deutschland viel los. Vor einigen Jahren bin ich mit Freunden zehn Tage herumgefahren, wir sind ein bisschen gewandert. Es war wirklich toll. Ich bin ein Fan von Deutschland.

Amphitheater Hanau

8. August, 19.30 Uhr. Restkarten
zu 64,30 Euro unter
Telefon (069) 1 34 04 00.
Internet www.frankfurtticket.de

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