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Kuriositäten: "Dann macht es bumm!": Das sind die 10 skurrilsten Fußball(er)songs

Der Countdown läuft. Am 14. Juni beginnt die Fußball-WM in Russland. "Die Mannschaft" - wie sich die Auswahl des DFB bescheiden nennt - steigt am 17. Juni gegen Mexiko ins Turnier ein. Da werden Erinnerungen wach, nicht nur an offizielle WM-Lieder, sondern auch an so manch skurrilen vokalen Alleingang.
Mit „Sempre Roma“ und Udo Jürgens am Klavier stimmte sich die deutsche Nationalmannschaft 1989 auf die WM in Italien ein. Aber nicht nur im Verbund, auch solistisch tat sich so mancher Kicker hervor. Foto: Marcus Thelen (dpa) Mit „Sempre Roma“ und Udo Jürgens am Klavier stimmte sich die deutsche Nationalmannschaft 1989 auf die WM in Italien ein. Aber nicht nur im Verbund, auch solistisch tat sich so mancher Kicker hervor.

Noch bereitet sich die Deutsche Fußballnationalmannschaft als amtierender Weltmeister auf ihre „Mission Titelverteidigung“ vor. Dabei können sich die Männer von Bundestrainer Jogi Löw voll und ganz auf den Ball konzentrieren. Früher mussten sich die Kicker vor den Turnieren auch noch als Sängerknaben versuchen. Den Job können sie heute getrost anderen überlassen. Größter Nutznießer des Triumphes in Rio de Janeiro vor vier Jahren war neben den Spielern der Augsburger Sänger Andreas Bourani. Sein optimistisches „Auf uns“, keineswegs eigens für die WM in Brasilien geschrieben, wurde von der ARD zum WM-Song auserkoren. Keine Sendung rund um das Team, in dem die Zeilen „Ein Hoch auf uns, auf dieses Leben, auf den Moment, der immer bleibt. Ein Hoch auf uns, auf jetzt und ewig, auf einen Tag Unendlichkeit“ nicht zu hören waren.

Gerd Müller (2) schmetterte „Dann macht es bumm“. Bild-Zoom Foto: DB dpa (dpa)
Gerd Müller (2) schmetterte „Dann macht es bumm“.

Nach dem Sieg gegen Argentinien im Maracanã-Stadion schallte es genauso durch das Rund wie beim Empfang von Manuel Neuer & Co. auf der Fanmeile am Brandenburger Tor. Auch wenn sich Bourani outete, gar kein Fußballfan zu sein, hatten sich der Musiker und die Ballkünstler lieb.

Nur, ob die auch deutsche Popsongs auf ihren Kopfhörern haben, wenn sie im Bus sitzen? Natürlich gibt es Umfragen, was die persönlichen Playlists betrifft. Das Online-Magazin „hiphop.de“ veröffentlichte vor zwei Jahren eine Liste, die in Zusammenarbeit mit dem DFB entstanden sein soll. Darin finden sich neben Xavier Naidoo, Justin Timberlake und „Coldplay“ Rapper wie Kanye West, „Beastie Boys“ und Drake. Unschwer vorstellbar, wenn man Jérôme Boateng auf dem Weg in die Kabine beobachtet. Tatsächlich ist der Berliner auch rappend im aktuellen Video des britischen Comedians Jack Whitehall zu seinem durchaus ironischen Song namens „Mannschaft“ zu sehen. Mit dabei: Mario Götze, der es nicht ins Aufgebot geschafft hat.

Jay Khan (M), Sänger in der deutschen Neuauflage von Dschinghis Khan Foto: Matthias Balk/dpa
Dschinghis Khan, Adel Tawil und Boateng Das sind die schrecklichsten WM-Hits 2018

Die WM steht vor der Tür und mit ihr springen wieder zahlreiche sogenannten WM-Hits aus ihren Löchern. Manch ein Lied wäre dabei besser im Verborgenen geblieben. Wir nehmen die aktuellen WM-Songs unter die Lupe. Welcher ist euer Favorit?

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Ob die sich hätten anfreunden können mit den Liedchen, die die Kollegen zwischen 1973 und 1994 mitträllern mussten? Sechs Alben und dreizehn Singles erschienen in diesem Zeitraum. Jack White, der Ex-Fußball-Profi (bürgerlich: Horst Nußbaum) und Komponist solcher Gassenhauer wie „Schöne Maid“, nicht der gleichnamige Kopf des US-Duos „The White Stripes“, deren „Seven Nation Army“ zur Stadionhymne mutierte, schrieb der Nationalmannschaft zur Weltmeisterschaft 1974 in Deutschland den Schlager „Fußball ist unser Leben“ aufs Trikot. Neben Beckenbauer, Breitner, Hoeneß, Netzer, Heynckes und Overath waren da auch die Eintracht-Frankfurt-Spieler Bernd Hölzenbein und Jürgen Grabowski im Kader. Im Studio wurde voller Inbrunst „Ha! Ho! Heja heja he!“ halbwegs sauber intoniert. Ein großer Spaß. Später durften die Balltreter noch mit Michael Schanze, Peter Alexander und Udo Jürgens ran. Dessen schwelgerisches „Buenos Dias Argentina“ 1978 roch nach Pampa und Gauchos.

Franz Beckenbauer (4) schmalzte einst „Gute Freunde“. Bild-Zoom Foto: Ludwig Hamberger (dpa)
Franz Beckenbauer (4) schmalzte einst „Gute Freunde“.

Für die WM in den USA 1994 (da mit den Eintrachtlern Andreas Köpke und Maurizio Gaudino) wurde in puncto Folklore noch einer draufgesetzt. Für „Far Away In America“ (geschrieben von ESC-Urgestein Ralph Siegel) konnten „The Village People“ als Sangespartner verpflichtet werden. Ein Bild für die Götter: die Spieler ganz seriös im DFB-Ausgehanzug, davor die sechs Discohelden in ihren schrägen maskulinen Outfits als Cowboy, Indianer, Soldat, Bauarbeiter, Rocker und Polizist. Das war nicht mehr zu toppen.

Die zweite Karriere der deutschen Fußballnationalmannschaft als Männerchor fand damit ihr jähes Ende, wie es überhaupt selten geworden ist, dass Sportler mal eben zum Mikrofon greifen. Schade eigentlich. Denn für einen Lacher waren die Ausflüge in die Welt der Musik immer gut.

Das sind die zehn skurrilsten Fußball(er)songs!

Petar Radenkovic (1) trumpfte mit „Bin i Radi, bin i König“ auf. Bild-Zoom Foto: Hartmut Reeh (dpa)
Petar Radenkovic (1) trumpfte mit „Bin i Radi, bin i König“ auf.

1. Petar Radenkovic, "Bin i Radi, bin i König" (19659

Als Bayern München noch nicht das Maß aller Dinge war und es mit dem „Arbeiterclub“ TSV 1860 München sogar einen Bundesligakonkurrenten an der Isar gab, war deren unbestrittene Nummer 1 ihr jugoslawischer Torwart Petar Radenkovic. Dem bereitete es eine diebische Freude, die Rivalität auf die Spitze zu treiben. Seine radegebrechte Kampfansage an Sepp Maier verkaufte sich 400 000 Mal und rief prompt den Bayern-Kollegen auf den Plan, der konterte: „Bin i Radi, bin i Depp, König ist der Maier Sepp“.

2. Gerd Müller, "Dann macht es bumm" (1974)

„Kleines dickes Müller“ ging mit den 365 geschossenen Toren als „Bomber der Nation“ in die Annalen ein. Da verzeiht man ihm glatt seinen eher misslungenen Gesangsversuch zur 2/4-Uffta-uffta-Mucke.

3. Charly Dörfel, "Das kann ich dir nicht verzeihen" (1965)

Gert „Charly“ Dörfel hat es Anfang der 60er Jahre immerhin zu elf Einsätzen im DFB-A-Team gebracht. Da kickte der gebürtige Hamburger für den HSV. Sein „Ich bin so verliebt in Dich“ in seiner ernst gemeinten Single von 1965 war nicht an sein Spielgerät, sondern tatsächlich an eine Frau gerichtet. Immerhin sah Dörfel sich selbst als Popstar.

4. Franz Beckenbauer, "Gute Freunde kann niemand trennen" (1966)

Hier schmalzt der Libero nicht für die Libido, sondern für die Deutsche Fernsehlotterie. Auch wenn da das gerade mal 20 Jahre alte Milchgesicht für einen guten Zweck zum Mikro griff, ist dieser Schmachtfetzen unerträglich. Wer im Video sieht, wie hilflos der spätere Kaiser Franz versucht, im Takt mitzuklatschen, erkennt sofort: Der Mann hat keinerlei musikalisches Talent.

5. Kevin Keegan, "Head Over Heels In Love" (1979)

Dass auf der Insel Fußball und Musik zwei Seiten einer Medaille sind, ist eine Binsenweisheit. Aus der Gosse zu den Sternen kennt nur diese beiden Optionen. Und einer wie Kevin Keegan, den es von Liverpool nach Hamburg verschlagen hatte, sah mit seinem Lockenkopf ohnehin wie ein Popstar aus. Dem liebevoll „Mighty Mouse“ genannten Stürmer gelang hier nur ein Luschenliebeslied.

6. Hans Krankl und Herbert Prohaska, "Der Opitz und der Zwirschina" (1990)

Wie oft müssen wir in unterschiedlichsten Lebenssituationen neidlos anerkennen – die Ösis scheißen sich nichts. Heißt auf Hochdeutsch: Die trauen sich was. Mit einer gehörigen Portion Selbstironie trotz Mega-Egos machen sie das doppelte Selbstporträt zu einer Zirkusnummer. Mit viel Schmäh tut’s weniger weh.

7. Jay Jay Okocha, "I I Am Am J J" (1994)

Eintrachts nigerianischer Mittelfeldstar der frühen 90er begab sich mit diesem Discostück in die Eurodance-Konkurrenz. Zu Belcanto reichte es nicht, aber zu coolem Sprechgesang.

8. Gottlieb Wendehals, "Der Schlappi Räp" (1985)

Nein, Werner Böhm alias Gottlieb Wendehals („Polonäse Blankenese“) kickte nicht selber, aber widmete dieses Stück dem Kulttrainer Klaus Schlappner (VfR Bürstadt), von dem er hier einige Original-Bonmots in seinen Räp (mit ä) integrierte.

9. Das tragische Dreieck, "Steh auf" (1996)

Das magische Offensiv-Dreieck Bobic-Balakov-Elber vom VfB Stuttgart schrieb ab 1995 Fußball-Geschichte. Als „Das tragische Dreieck“ ließ der heutige Sportvorstand der Eintracht mit Gerhard Poschner und Marco Haber die Ära rappend auferstehen.

10. Toni Polster und die fabulösen "Thekenschlampen", "Toni, lass es polstern" (1997)

Der Wiener Toni Polster war von 1993 bis 1998 der Liebling aller Kölner, wenn er im Müngersdorfer Stadion auflief. Weil er für jeden Spaß zu haben war wie auch für diese Hommage in eigener Sache. Dazu lud ihn die Kölner Frauenrockband (mit dabei: Mirja Boes) ein.

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