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Lucas: Das Kinderfilmfestival ist gewachsen und zeigt viele deutsche Erstaufführungen

Von Noch größer und länger und nicht mehr als pures Kinderfilm-Fest präsentiert sich die 41. Ausgabe des Festivals für junge KinoFans.
Ein Mädchen muss lernen, mit dem Tod ihres Zwillingsbruders umzugehen: Szene aus dem Film „Sichtbar und Unsichtbar“. Bilder > Ein Mädchen muss lernen, mit dem Tod ihres Zwillingsbruders umzugehen: Szene aus dem Film „Sichtbar und Unsichtbar“.
Frankfurt. 

Los geht es am Abend des Weltkindertags, womit sich „Lucas“ von Donnerstag bis Donnerstag erstreckt und um einen Tag verlängert (20. bis 27. September).

Gezeigt werden mehr als sechzig Filme aus 32 Ländern, die zumeist als Deutschlandpremiere laufen und (noch) keinen deutschen Verleih haben. Außer je 21 Lang- und Kurzfilmen aller Altersgruppen zeigt das Festival eine Klassiker-Reihe („Stand By Me“, „The Goonies“, „E.T.“), Kurzfilme für die „Minis“ im Vorschulalter und eine von Jugendlichen selber kuratierte Reihe: „Young European Cinephiles“. Sie dreht sich, im Filmmuseums-Kino, um virtuelle Realitäten („Transcendence“, „Ready Player One“, „The Thirteenth Floor“).

Jedem Wettbewerbsfilm folgt ein Nachprogramm mit den Filmemachern. Partizipation von Kindern und Jugendlichen ist den Festivalmachern wichtig.

Gänzlich neu ist der Wettbewerb „16+ Youngsters“, dessen Jury sich komplett aus 16- bis 18-Jährigen zusammensetzt: je zweien aus Deutschland, Polen und Finnland. Sie vergeben den mit 3000 Euro dotierten „Lucas Youngsters Award“. Die übrigen Jurys bestehen je zur Hälfte aus Jugendlichen und erwachsenen Filmexperten. In den Sektionen „8+“ und „13+“ gehen 5000-Euro-Preise an den besten Lang-, je 2000 Euro an den besten Kurzfilm. Auch prämiert die „13+“-Jury eine außergewöhnliche cineastische Leistung mit 2000 Euro. Undotiert bleiben der Publikumspreis für einen Langfilm und der „Bridging the Borders Award“ für einen Film im Sinne kulturellen Austauschs. Der Preisträger des „ECFA Award“ nimmt am Wettbewerb um den besten europäischen Kinderfilm teil.

Raum für Experimente

Zum Experimentieren lädt außerdem der Familientag „LUCAS digital“ am 23. September im Deutschen Filmmuseum ein.

Zu den Filmen: „Abenteuer Rom“ (8+), eine schweizerisch-italienische Produktion in der Regie Sandra Vannucchis, folgt einem jungen Mädchen, das auf sich allein gestellt im Zug nach Rom reist, sich dort einer gleichaltrigen Zigeunerin anschließt und ebenso beglückende wie zwiespältige Erfahrungen macht. Der iranische Wettbewerbsbeitrag „Die Brille“ (8+) erzählt von einem Geschwisterpaar, das die Brille der Oma richten lassen will und auf dem Weg durch die Stadt aufregende Begegnungen macht.

Einer der brasilianischen Filme, „Tito und die Vögel“ (8+), malt als Animationsfilm in expressiven Farben und Formen die Folgen einer Seuche aus, die Menschen im Zustand der Angst befällt. Was sich Co-Regisseur André Catoto Dias dabei gedacht hat, kann man ihn persönlich fragen.

Am andern Alterspol, „16+“, werden die Geschichten und Gefühle wie zu erwarten greller, suchender und teils verzweifelter. Vier der fünf Filme aus Südamerika, Nordirland, Ungarn, den USA und halb Afrika in Koproduktion mit halb Europa wurden von Frauen gedreht, die selbst in kurzen Vorab-Ausschnitten viel Talent und ungebändigten Ausdruckswillen verraten.

„Killing Jesus“ von Laura Mora stürzt die Tochter eines Professors nach dessen Ermordung in ein exzessives Leben, bis sie Jésus trifft: den Mörder. Brutalität und Verwahrlosung entpuppen sich in László Csujas „Blossom Valley“ als Rückseite hilfloser Wünsche nach Geborgenheit. Um Alleingelassensein in krassen sozialen Umständen geht es in Jordana Spiros furios gespieltem „Night Comes On“, während Wanuri Kahiu in „Rafiki“ die Töchter politischer Kontrahenten in Kenia zum jungen lesbischen Liebespaar macht, das unter dem bigotten Moralisieren der Umgebung leidet.

Bespielt werden unter der Festival-Leitung von Julia Fleißig fünf Orte. In Frankfurt sind es das Filmmuseums-Kino, das „Metropolis“ und das „Cinema“. Offenbach schickt das „Kino im Hafen 2“ ins Feld, Wiesbaden die Filmbühne „Caligari“.

LUCAS

20. bis 27. September in Frankfurt, Offenbach und Wiesbaden. Karten (3,50-7 Euro) und Info: Tel. (069) 961220678. Internet: www.lucas-filmfestival.de.

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