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„IM HIMMEL TRÄGT MAN...“ ist ein Frauenfilm: Das Schicksal meldet sich nicht an

Von Catherine Hardwickes Tragigkomödie handelt von zwei langjährigen ungleichen Freundinnen, die ein kritisches Alter erreichen.
Jess (Drew Barrymore, links) und Milly (Toni Collette) müssen sich fürs Leben warm anziehen. Foto: Neue Visionen Filmverleih (Neue Visionen Filmverleih) Jess (Drew Barrymore, links) und Milly (Toni Collette) müssen sich fürs Leben warm anziehen.

Der Freundinnenfilm ist für Frauen ungefähr das, was für Männer die Kumpelkomödie ist: ein filmischer Ort tiefster Verschworenheit. Frauen gehen zusammen in die Boutique, Männer in die Kneipe. Männer gehen bis zum Äußersten, Frauen bis zum Innersten. Doch während Frauen drüber reden, zeigen Männer sich allzeit verschwiegen.

In diesem wortlosen oder zumindest wortknappen Zustand haben die amerikanische Regisseurin Catherine Hardwick („Twilight“) und ihre Drehbuchautorin Morwenna Banks die Männer am liebsten. Allenfalls dürften sie sich noch in gebückter Haltung an der Spülmaschine zu schaffen machen. Denn die Komödie „Im Himmel trägt man hohe Schuhe“ versucht, zugleich eine Tragödie zu sein, scheint aber vor allem unablässig der Selbstverpflichtung zu folgen, Frauen unbedingt besser aussehen zu lassen. Das ist keine Frage der Schönheit. Denn so attraktiv sind Milly (Toni Collette) und Jess (Drew Barrymore), um die sich hier alles dreht, nun auch wieder nicht. Doch sie müssen noch in der schlimmsten Situation die Überlegeneren sein. Und durch diese Zwanghaftigkeit kommen ihnen die Männer als spannende filmische Widerpartner mit eigenem Willen schon bald abhanden.

Die Handlung trottet also vor sich hin. Milly, blond und mager, hat Mann und zwei Kinder. Jess, braun und füllig, hat vorerst nur einen Mann. Doch während sich bei ihr bald das Glück der Schwangerschaft anmeldet, steht bei Milly das Pech der Krankheit vor der Tür: Brustkrebs. Mitten im blühenden Leben. Es folgen Chemotherapie, Haarausfall, Ehekrise und so weiter. Dabei versteht sich von selbst, dass die zwei Frauen einander in allem beistehen, was das Schicksal ihnen vor die Füße wirft. Sie sind schließlich nicht jene „Schadenfreundinnen“, die sich einst in der Kinokomödie von Nick Cassavetes um einen Kerl balgten. Aus ihrer Verkrampfung aber können sich Milly und Jess so wenig lösen wie der Filmtitel „Im Himmel trägt man hohe Schuhe“. Er hat sich zwischen „Der Teufel trägt Prada“ und „Brave Mädchen kommen in den Himmel – böse überall hin“ verstöckelt und verstolpert. Schwach

 

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