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Melodram „Die Geschichte der Liebe“: Das Schicksal trennt das glückliche Paar

Von Der rumänisch-französische Regisseur Radu Mihaileanu hat den Roman von Nicole Krauss verfilmt, der zwischen Polen und Amerika spielt.
Leo (Mark Rendall) verspricht Alma (Gemma Arterton), sie immer zu lieben. Bald müssen sie sich trennen. Foto: (PROKINO Filmverleih) Leo (Mark Rendall) verspricht Alma (Gemma Arterton), sie immer zu lieben. Bald müssen sie sich trennen.

Nicht eine einzelne Hauptfigur, sondern ein verschollenes Buch, mit dem die verschiedenen Charaktere verbunden sind, steht im Mittelpunkt von „Die Geschichte der Liebe“. Léo Gursky (Derek Jacobi) hat es in jungen Jahren für seine große Liebe Alma (Gemma Arterton) geschrieben, die sich aus dem polnischen Schtetl nach New York in Sicherheit bringen musste, als die Nazis ins Land einmarschierten. Die Arbeit an dem Roman und die Liebe zu Alma gaben dem jungen Mann die Kraft, den Schrecken der Judenverfolgung und des Kriegs zu überleben. Das fertige Manuskript gab er einem Freund mit, der es jedoch in Chile unter seinem eigenen Namen veröffentlichte, statt es zu Alma nach New York zu bringen. Ein Exemplar dieses Buches landete wiederum Jahrzehnte später in den Händen von Charlotte Singer (Torri Higginson) und ihrem Mann), die ihrer Tochter den Namen der Romanheldin Alma gaben.

Suche in New York

Mittlerweile ist diese Alma eine heranwachsende junge Frau und kann eigentlich die endlosen Schwärmereien ihrer Mutter um die Liebe zu diesem Buch und den verstorbenen Ehemann nicht mehr hören. Aber dann macht sie sich in New York auf die Suche nach der Alma des Romans und nach dessen Autor, während Léo in derselben Stadt als verbitterter alter Mann gegen die eigene Einsamkeit und die Gespenster der Vergangenheit kämpft.

Schon in der Deportations-Komödie „Zug des Lebens“ (1998) hat Radu Mihaileanu bewiesen, dass er einen ebenso vitalen wie sensiblen Zugang zur jüdischen Erzählkultur und den traumatischen Erinnerungen an die Shoah findet. Mit Nicole Krauss’ 2005 erschienenem Roman „Die Geschichte der Liebe“ hat sich der rumänisch-französische Regisseur jüdischer Herkunft allerdings einen schwer zu bändigenden Stoff vorgenommen. Auch wenn Mihaileanu die ebenso wild wuchernde wie fein verästelte Vorlage beherzt beschnitten hat, lässt sich die Fabulierlust, mit der Krauss zu Werke geht, nur bedingt auf die Leinwand übertragen.

Mihaileanu tut sein Bestes. Mit freien Kamerafahrten in die idealisierte Kindheitserinnerung, die durch den Holocaust mit brachialer Gewalt abgeschnitten wurde. Mit einer leidenschaftlichen Filmmusik, die über die Erzählschichten gelegt wird. Und mit einem dynamischen Filmschnitt, der die Charaktere verbindet, lange bevor sie in der Handlung zueinander finden. Aber die mit viel kunstvoller Energie befeuerte Erzählung wird doch immer wieder ausgebremst. Die Handlungselemente aus der Vorkriegszeit sowie den Jahren 1946, 1957, 1995 und 2006 purzeln nur so durcheinander. Die vom Regisseur angestrebte erzählerische Berauschung will sich nicht so recht einstellen.

Zerfaserung der Handlung

Die fehlende Fokussierung und die Zerfaserung im Anekdotischen ist schon in Nicole Krauss’ Roman ein Problem und kommt in der Kinofassung jetzt unübersehbar zu schlechter Geltung. Und so bestimmt eine kleine Sammlung großer Momente die punktuelle Qualität von Mihaileanus Adaption, die immerhin auf interessante Weise an ihrer selbstgestellten Riesenaufgabe scheitert. Schwach

In diesen Kinos

Frankfurt: Cinema (D+OF).
Orfeos Erben (OmU)

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