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Das alte Berlin war eine Schönheit

Ein Bildband zeigt die Hauptstadt im 19. Jahrhundert. Bevor die beiden Weltkriege sie zerstörten, stand zum Beispiel das Stadtschloss noch.
Das Stadtschloss der Hohenzollern auf einer eingefärbten Ansicht aus dem Jahr 1853. Davor die Schlossbrücke mit ihren Skulpturen.	Abb.: Archiv Das Stadtschloss der Hohenzollern auf einer eingefärbten Ansicht aus dem Jahr 1853. Davor die Schlossbrücke mit ihren Skulpturen. Abb.: Archiv

Moderne Großstädte verändern sich rasant. Der Bedarf an Büroraum und leistungsstarken Verkehrswegen hat ebenso zu städtebaulichen Umbrüchen geführt wie sich ändernde Trends in der Architektur und der Selbstdarstellungswille sich entwickelnder Gesellschaften. Fast überall sehen Städte im Jahr 2015 ganz anders aus als etwa 1915.

Berlin ist ganz besonders von diesem Veränderungsprozess betroffen. Zu den genannten Faktoren kommen hier die enormen Zerstörungen während des Zweiten Weltkriegs und die häufig wenig durchgeplanten Ersatzbauten zum Tragen. Das Berlin vor 1939 ist heute kaum noch zu erkennen. Selbst die nur 25 Jahre, die seit der Wiedervereinigung vergangen sind, haben gewaltige Veränderungen im Stadtbild bewirkt. Wie die Hauptstadt vor 100 und mehr Jahren ausgesehen haben mag, ist kaum mehr vorstellbar.

Einen Beitrag, diese Lücke zu schließen, bietet der von Miriam Paeslack zusammengestellte Bildband „Berlin im 19. Jahrhundert“. Das großformatige Buch präsentiert Fotografien aus der Hauptstadt, die prägnante Bauten und Straßenzüge ebenso zeigen wie Alltagsszenen in ärmlichen Teilen der Stadt zwischen 1850 und 1914. Sämtliche Aufnahmen sind mit detaillierten Adressangaben versehen, so dass eine Gegenüberstellung von einst und jetzt umso einfacher wird.

Besonders interessant sind die Aufnahmen, die Berlin auf dem städtebaulichen Weg zur europäischen Groß- und Hauptstadt zeigen. Ein zentrales Gebäude dieser neuen Stadt war das Stadtschloss der Hohenzollern, das derzeit als Humboldtforum in sehr ähnlicher Form wieder aufgebaut wird. Die Fotos zeigen das alte Stadtschloss in seiner gewachsenen Umgebung und lassen Rückschlüsse darauf zu, wie das fertige Humboldtforum wirken könnte.

Einen besonderen Reiz erhalten die Fotos dadurch, dass sie die Straßen und Plätze Berlins fast völlig menschenleer zeigen. Sind moderne Großstädte gekennzeichnet durch Fußgängermassen, Gedränge und Hektik, so strahlen die Fotos eine beeindruckende Ruhe aus. Berlin ist, wie Miriam Paeslack in ihrem Vorwort zitiert, „eine Stadt, deren Bild auf einmalige Weise davon geprägt ist, immerfort zu werden und niemals zu sein“. Dieser Fotoband gibt Zeugnis davon.

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