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Romanverfilmung: "Der Buchladen der Florence Green" spielt im England der 50er Jahre

Von Die spanische Regisseurin Isabel Coixet erzählt eine warmherzige Geschichte mit Emily Mortimer in der Rolle einer Witwe, die sich für die Literatur einsetzt.
Florence Green (Emily Mortimer) hat in einem geschichtsträchtigen Gebäude einen stilvollen Buchladen eröffnet. Foto: - (capelight pictures) Florence Green (Emily Mortimer) hat in einem geschichtsträchtigen Gebäude einen stilvollen Buchladen eröffnet.

Schöner kann eine Buchhandlung gar nicht sein. Vor hohen Wänden in warmen Farben steigen dunkle Regale auf, gefüllt mit goldgeprägten Bänden voller Geschichten. Eine breite Treppe führt zu einer Galerie mit weiteren ledergebundenen Schätzen. Bequeme Sessel und Lampen mit mildem Licht reizen zum Blättern und Schmökern. Das behagliche Wohnzimmer der Literatur, eingerichtet für alle, die das Wort der Dichter und Schriftsteller hochachten, liegt in dem kleinen Ort Hardborough an der Ostküste Englands. Eröffnet hat den Laden die Witwe Florence Green (Emily Mortimer). Denn der Mensch lebt nicht vom Brot allein, auch nicht in den 50er Jahren. Der Mensch, das weiß die belesene Frau aus der Zeit der Trauer um ihren im Krieg gefallenen Ehemann, ernährt sich auch von dem Trost, der sich zwischen Buchdeckeln findet.

„Der Buchladen der Florence Green“ erzählt von britischer Beharrlichkeit, Spleenigkeit und Urigkeit. Von zugigen alten Wohngebäuden und Gutshäusern, in denen knurrige Persönlichkeiten ausharren und durchaus sehr verschiedene Einstellungen zu dem Buchgeschäft pflegen. Der alte Mr. Brundish (Bill Nighy) etwa, der sein Anwesen seit Jahrzehnten nicht mehr verlassen hat, kann es gar nicht erwarten, die neuesten Romane von Ray Bradbury („Fahrenheit 451“) oder Vladimir Nabokov („Lolita“ aufzuschlagen. Mrs. Violet Gamart hingegen, die vornehme Generalsgattin (Patricia Clarkson), möchte den Bookshop am liebsten aus dem historischen Gemäuer vertreiben, um ein Kulturzentrum zu ihren eigenen Ehren darin unterzubringen.

Der gemütvolle Retrofilm aus härteren alten Zeiten bietet kernige und kantige Charaktere, ist ein bisschen zu lang geraten, etwas zu gemächlich inszeniert und lässt eine gewisse Zuspitzung vermissen. Doch er erfreut sich an alten Werten wie Mut und Vertrauenswürdigkeit. Die passen sehr gut zum Retrotrend, denn die wehmütige Erinnerung an sie ist gerade wieder in Mode. Annehmbar

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Frankfurt: Cinema (D+OmU), Eldorado

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