Lade Login-Box.
E-Paper
Abo & Service Immo Stellen Trauer

Grimmwelt Kassel: Der Frosch hat eine andere Perspektive

Mit ihrer Erlebnisausstellung „Der 8. Zwerg“ regt die Kasseler Grimmwelt die kindliche Vorstellung an, auf einem Schloss oder in einem Feenreich zu leben.
Rotkäppchen (links) steht im Vordergrund auf dem Mitmach-Wimmelbild von Katrin Nicklas mit den vielen Märchenfiguren. Bilder > Foto: Harry Soremski Rotkäppchen (links) steht im Vordergrund auf dem Mitmach-Wimmelbild von Katrin Nicklas mit den vielen Märchenfiguren.
Kassel. 

Lara und Pepe hüpfen wie Frösche auf das Schloss zu und werden dann zu mutigen Fassadenkletterern. Die neue Sonderausstellung „Der 8. Zwerg“ in der Grimmwelt Kassel verblüfft mit neuen Perspektiven. Bis 1. Mai lockt ein Zwerg mit roter Zipfelmütze vor allem Familien in die 330 Quadratmeter große Ausstellung in Nordhessen. „Die ersten beiden Präsentationen hatten bewusst keine Märchen zum Inhalt. Es ging darum, die Facetten der Grimmschen Welt zu zeigen“, erklärt Museumsleiterin Susanne Völker zum Programm des 2015 eröffneten Hauses. Aber natürlich stünden die Märchen im Zentrum der Grimmschen Verdienste. Mit dem „8. Zwerg“ bietet das Museum deswegen nun eine Erlebnisausstellung für die ganze Familie. „Wir wollten die Märchen vor allem erfahrbar und erlebbar machen.“

Klettern und hangeln

Das ist Völker und ihrem Team gelungen – finden jedenfalls die begeisterten Lara und Pepe. Ein Spiegeltrick macht das Klettern an der Schlossfassade möglich. Schon ziehen sich die zwei Grundschüler scheinbar außen am Schloss hoch, lassen die Beine über die Brüstung baumeln, hangeln von einem Ende des Schlosses zum anderen, nur um im nächsten Moment an den Hörstationen zu verweilen, die in den Türmchen untergebracht sind. In einem erklingen märchenhafte Kompositionen, im anderen sind selbsterfundene Märchen wie „Die kleine rote Paprika“ von Kasseler Kindern zu hören.

Schnell zieht Lara ihren Freund weiter. „Schattentheater“, ruft die 9-Jährige begeistert. Erst können die Kinder mit Rumpelstilzchen ums Feuer tanzen, dann lassen sie sich als Aschenputtel den Schuh vom Prinzen anziehen. „Wir haben uns bei der Konzeption nicht sklavisch an die Texte gehalten, sondern viel hinterfragt“, erläutert Völker die Idee des „8. Zwergs“. So beschäftigt sich die Ausstellung zum Beispiel damit, was passieren würde, wenn Schneewittchen keine Lust mehr hätte, nur schön zu sein.

Besucher können Schneewittchen lustig, leichtsinnig oder vergnügt werden lassen, so dass diese sich nicht mehr hinter ihrer Schönheit verstecken muss. „Wir wollten die Dinge auf den Kopf stellen, sie umdichten und neu denken“, sagt Völker, die auch Kuratorin der Ausstellung ist. Der freundliche „8. Zwerg“ ist immer dabei und erklärt an großen Tafeln die einzelnen Stationen. „Der Zwerg ist freundlich, herzlich und hilfsbereit, aber auch manchmal schusselig.“ Wer von dem Zwerg und der Ausstellung nicht genug bekommt, der darf sogar ein Spiel mit nach Hause nehmen. Das Würfel-spiel „Der 8. Zwerg“ lässt den Rundgang noch einmal Revue passieren. Das Museum bietet auf 1600 Quadratmetern einen Überblick über das Schaffen der Sprachforscher und Märchensammler Jacob und Wilhelm Grimm. Außer deren Märchen steht das Deutsche Wörterbuch der Grimms im Fokus. Die Brüder Grimm lebten mit Unterbrechungen zwischen 1798 und 1841 in Kassel.

 

Grimmwelt, Weinbergstraße 21, Kassel. Bis 1. Mai, Di, Mi, Do, Sa, So 10–18 Uhr, Fr 10–20 Uhr, Heiligabend und Silvester 10–14 Uhr, Neujahr geshclossen.
Eintritt 8 Euro, Kinder bis 6 Jahre frei.
Telefon (0561) 59 86 190.
Internet www.grimmwelt.de

 

Zur Startseite Mehr aus Kultur

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2016 Frankfurter Neue Presse