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Der Graf: Nachdenklicher und engagiert

Es ist nachdenklicher geworden als die bisherigen Aufnahmen: Mehr Balladen, klangvolle Klavierpassagen kennzeichnen das aktuelle Album des Grafen, das vom 30. Juni an seine Tournee prägen wird. "Der Graf" ist mit seiner Band "Unheilig" im Mainstream angekommen. Foto: Britta Pedersen/Archiv "Der Graf" ist mit seiner Band "Unheilig" im Mainstream angekommen. Foto: Britta Pedersen/Archiv

Köln. 

"Ich habe darüber nachgedacht, was in den letzten Jahren alles passiert ist, warum es so passiert ist und vor allem darüber, wo die Reise hingeht." Der starke und oft kühl wirkende Graf scheint auf einmal verletzlich: "Es war für mich sehr belastend 2010, als ich gemerkt habe, dass ich mit dem Erfolg auch viel Kritik bekomme. Da habe ich das Lied "Eisenmann" geschrieben, weil ich mir eine Ritterrüstung gewünscht habe, an der die Kritik abprallt."

Das Album ist auch das Ergebnis einer eigenen musikalischen Therapie. Es ist Spiegelbild seines Musikgeschmacks, wie er selbst sagt. Und so sollten die einzelnen Lieder auch klingen: wie von den Vorbildern. Auf ein bestimmtes Musik-Genre will sich der Aachener nicht festlegen. Bei der Entstehung des Albums ging er erstaunlich pragmatisch vor: "Beim Song "Lichter der Stadt" habe ich gedacht, es wäre toll, wenn das jemand produzieren könnte, der so ein bisschen Coldplay, U2 und A-ha reinbringt, und dann habe ich in meinen Platten gesucht und geschaut, wer das letzte A-ha-Album produziert hat, und den angerufen."

So arbeiteten am aktuellen Album vier Produzenten mit. Doch für den zurzeit erfolgreichsten Musiker in Deutschland wird es immer schwieriger, alle Fangruppen zufriedenzustellen: "Die alten Hardcore-Fans hätten sich noch ein paar mehr harte Stücke gewünscht, die Neuen vielleicht mehr Balladen." Zu was das musikalisch führt, beschreibt der Frontmann selbst am besten: "Unheilig ist die große Dönerpizza, auf die alles draufkommt, was mir schmeckt. Es sieht zwar komisch aus, wenn du alles zusammenwirfst, aber es schmeckt super!"

In den kommenden Wochen spielt der Graf sein buntes Programm in mehr als 20 Städten im deutschsprachigen Raum. "Das wird laut, und das werden wir abfeiern", sagt er voller Vorfreude. Was nur wenige wissen: Der Graf ist gelernter Hörgeräte-Akustiker und, wie er sagt, schon immer auf die richtige Lautstärke bedacht.

In dieser Woche gab der Musiker bekannt, dass er sich für die gemeinnützige Initiative "Heart The World" einsetzt, deren Ziel es ist, über die Bedeutung des Hörens sowie die Konsequenzen von Hörverlust aufzuklären. Schirmherr der Aktion ist Rockstar Bryan Adams, der schon andere Musik-Größen wie Sting, Annie Lennox, Lenny Kravitz oder den Opernsänger Plácido Domingo für die Initiative gewinnen konnte.

Den Sänger stört, dass ein Hörgerät immer noch negativ besetzt ist. "Jeder zieht sich eine Brille an, aber wenn er ein Hörgerät braucht, denkt man, mein Gott, ich bin doch gar nicht so alt. Aber das ist Quatsch!" Die Prävention sei einfach: Man solle drüber nachdenken, wie laut man eigentlich den eigenen MP3-Player eingestellt hat oder ob das eigene Kind wirklich in die erste Reihe bei der Unheilig-Show gehöre. "Ein lautes Konzert ist völlig okay, wenn man danach seinen Ohren eine Pause gönnt."

(dpa)
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