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Kinderbuch: Der Räuber Hotzenplotz ist schon wieder ausgebrochen: Neue Geschichte entdeckt

Er flucht und fuchtelt mit der Pfefferpistole: Räuber Hotzenplotz gehört für viele zur Kindheit wie das Warten aufs Christkind. Jetzt gibt es eine neues Abenteuer mit dem rauen Kerl.
So lieben ihn Generationen junger Leser, gezeichnet von Franz Josef Tripp. Jetzt erlebt Hotzenplotz ein neues Abenteuer. So lieben ihn Generationen junger Leser, gezeichnet von Franz Josef Tripp. Jetzt erlebt Hotzenplotz ein neues Abenteuer.

Kasperl, Seppel, die Großmutter und Wachtmeister Alois Dimpfelmoser – alle sind sie dabei, wenn am 17. Juli ein neues Abenteuer vom Räuber Hotzenplotz im Buchhandel erscheint. „Der Räuber Hotzenplotz und die Mondrakete“ ist ein Überraschungsfund – die Tochter des beliebten Kinderbuchautors Otfried Preußler (1923–2013) hatte das Werk im Nachlass ihres Vaters entdeckt, rund 45 Jahre nach der Veröffentlichung des dritten und ursprünglich letzten Bandes über den Räuber mit den sieben Messern und der Pfefferpistole.

Hotzenplotz gilt neben der „Kleinen Hexe“ als Preußlers beliebteste und bekannteste Kinderbuchfigur, längst ein Klassiker der Kinderliteratur. Zeit seines Lebens nutzte der Autor seine Figur als Alter Ego, beantwortete unter dem Namen Hotzenplotz Kinderbriefe und schrieb sogar Behörden an.

„Als ich vor ein paar Monaten durch Zufall auf ein bis dato unbekanntes Bühnenstück meines Vaters stieß, war mir sofort klar, welch wunderbaren Schatz ich in den Händen hielt“, sagt Preußlers Tochter, die Kulturwissenschaftlerin Susanne Preußler-Bitsch. „Die Fahrt zum Mond“ lautete der Titel des Stücks, das Preußler vor 50 Jahren geschrieben hatte. Die Tochter zögerte nicht lange: „Daraus ein ,erzähltes Kasperltheater‘ zwischen zwei Buchdeckeln nach bester Preußler-Manier zu entwickeln, fiel mir nicht sonderlich schwer, denn alle Zutaten waren bereits vorhanden.“

Auch ein Illustrator wurde gefunden – die drei ursprünglichen Bände vom Hotzenplotz hatte einst der bekannte Maler und Illustrator Franz Josef Tripp (1915–1978) in schwarz-weiß illustriert. In seine Fußstapfen tritt nun der Grafik-Designer und Zeichner Thorsten Saleina. Und er bringt Farbe ins Spiel, ohne das markante Original des Räubers aus den Augen zu verlieren. „Mit Thorsten Saleina konnte ein Illustrator gewonnen werden, der es verstand, das neue Hotzenplotz-Abenteuer mit großem Gespür für Situationskomik und Liebe zum Detail grandios ins Bild zu setzen“, sagt Susanne Preußler-Bitsch.

Und die Geschichte? So viel sei verraten: Wachtmeister Dimpfelmoser steht auch diesmal wieder der Schweiß auf der Stirn, wenn er seine Pickelhaube lupft, denn Hotzenplotz ist einmal mehr aus dem Gefängnis ausgebrochen. Seppel und Kasperl sind fest entschlossen, ihn einzufangen – und ein für alle Mal auf den Mond zu schießen. Mit dem Bau einer ausgeklügelten Mondrakete nimmt ihr Plan Formen an. Ob sich Hotzenplotz überlisten lässt? Das erfahren die Fans des Räubers Mitte Juli.

„Mit ,Hotzenplotz und die Mondrakete’ gibt es nun eine neue ,,wahre Geschichte’ aus dem Leben des berühmten Räubers“, sagt Susanne Preußler-Bitsch. „Dass sich auch mein Vater über dieses Geburtstagsgeschenk sehr gefreut hätte – er wäre dieses Jahr 95 Jahre alt geworden – dessen bin ich mir sehr sicher.“

Zum Ehrentag des Kinderbuchautors wird am 20. Oktober in Stuttgart eine „Räuber-Hotzenplotz“-Ausstellung eröffnet und das neue Hotzenplotz-Abenteuer vom WDR erstmals als Hörspiel ausgestrahlt. Zudem hat sich das Theater Düsseldorf das Stück gesichert – die Uraufführung ist am 11. November, bis zum Jahresende sollen mehr als 40 Vorstellungen gespielt werden.

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