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Peter Maffay auf dem Hessentag: Der Rocker im Ledershirt braucht keinen Plan B

Von Das Maffay-Konzert in der Rüsselsheimer Hessentags-Arena war nicht ausverkauft, das tat aber der Stimmung der etwa 10 000 Fans keinen Abbruch.
Peter Maffay schlägt auch mal kritische Töne an, wenn er wie hier auf dem Hessentag in Rüsselsheim den Song „Eiszeit“ anstimmt, die nukleare Bedrohung thematisiert. Foto: Maik Reuß Peter Maffay schlägt auch mal kritische Töne an, wenn er wie hier auf dem Hessentag in Rüsselsheim den Song „Eiszeit“ anstimmt, die nukleare Bedrohung thematisiert.

„Wer hat den Vertrag gemacht mit oben?“, fragte Peter Maffay das gutgelaunte Publikum, und tausende Hände gingen hoch. Nur ein paar Regentropfen waren von dem angekündigten Unwetter übriggeblieben, und die Sonne strahlte vom Himmel. Schon von „Wenn der Himmel weint“, dem ersten Lied seines zweieinhalbstündigen Konzerts, an, hatte der Altrocker im schwarzen Ledershirt einen Draht zu seinem Publikum. Es klatschte und sang die meisten Texte mit. Songs wie der Opener von seinem jüngsten Studioalbum „Wenn das so ist“ bildeten das Rückgrat des Gigs mit mehr als 20 Liedern. Zudem machte Maffay, wie er sagte, ein paar mal „die Trickkiste auf“, um alte Songs zu spielen.

Der 68-jährige gebürtige Rumäne gehört zum Urgestein der deutschen Rockmusik, auch wenn einige seiner Texte an seinen Karrierestart als Schlagersänger erinnern. Die Band auf der Bühne spielte wie aus einem Guss, seien es die gefühlvollen Balladen wie „Es war Sommer“ oder Rockkracher wie „Liebe wird verboten“. Auf den großen Leinwänden war auch in den hinteren Reihen die Spielfreude der Musiker zu erkennen. Maffay sorgte mit seinem Dialog mit dem Publikum dafür, dass das Hessentags-Highlight nicht zur Routine wurde. Dabei lobte er nicht nur die Fans und das herrliche Wetter, sondern äußerte auch kritische Töne. „Die Gefahr ist noch nicht vorbei“, betonte er auf die nukleare Bedrohung hinweisend, ehe er den Song „Eiszeit“ anstimmte.

Der Sänger, Komponist und Gitarrist spielte auch Lieder von Kollegen wie Rhea Garvey („Gib die Liebe nicht auf“) und gab seinem Background-Chor Gelegenheit zur Interpretation des Songs „Say Something“. Keyboarder Pascal Kravetz war trotz Krankheit mit Krücken auf die Bühne gekommen. Sicherheitshalber hatte Maffay seinen langjährigen Bandmusiker Tony Carey gefragt, ob er einspringen könne. An den Tasten mit „Room With A View“ und an der Gitarre mit „Bedtime Story“ sorgte Carey für Gänsehaut-Feeling.

„Das kann wie eine Sucht sein“, sagte Maffay zu seinen Tattoos, nachdem er das Publikum gefragt hatte, wer Tätowierungen habe. Das Lied „Schwarze Linien“ handelte von genau dieser Art, sich Erinnerungen einzubrennen. Der Deutschrocker bekannte sich zudem zu seiner Leidenschaft fürs Motorradfahren. Mit dem Lied „Gelobtes Land“ besang er den Traum aller Biker, durch Amerika zu fahren: „Im freien Fall durch das gelobte Land. Kein Plan B und auch kein Notausgang.“

„Es war ein schöner Abend hier bei euch, wir werden nach Hause schweben“, rief Maffay seinen Fans zu. Ein Lied dürfe bei seinen Konzerten nie fehlen, sagte er. Es erinnere ihn an seine DDR-Tournee 1986 und an den verstorbenen „Karat“-Sänger Herbert Dreilich, dem er es widmete. Nach „Über sieben Brücken musst du gehen“ verließen Maffay und seine Band die Bühne, um kurz darauf für eine Zugabe mit drei Songs zurückzukehren, darunter „Es lebe die Freundschaft“ und ein langgezogenes „Sonne in der Nacht“, bei dem sich die Band fast in einen Rausch spielte. Danach war endgültig Schluss, und die Fans machten sich auf den Heimweg. Darunter auch Anita und Martin Dichtl aus Melk in Niederösterreich, die ihre weite Anreise keine Sekunde bereut haben.

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