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Filmkritik: Der Stumpfsinn eines Daseins im Hotel

Von Charlie Kaufmans Puppenfilm „Anomalisa“ bringt vergebens Hoffnung in das öde Leben des umherreisenden Verkaufstrainers Michael Stone.
Foto: Paramount Pictures

Puppenmenschen sind fürs Kino von ganz besonderem Reiz. Denn keine andere Kunstgattung kann dank ihrer technischen Möglichkeiten Menschen und Puppen so einfach in das jeweils andere verwandeln – Menschen in Puppen und Puppen in Menschen. Indem die Puppen als künstliche Ebenbilder des Menschen auftreten, wird dann erst richtig deutlich, wie sehr sich die echten Menschen als denkende, fühlende Lebewesen aus Fleisch und Blut denn doch von ihnen unterscheiden.

Lebendig wirkt der Puppenmann Michael Stone in Charlie Kaufmans merkwürdigem Trickfilm in doppelter Hinsicht nicht. Der Biedere mit dem aufklappbaren ausdruckslosen Gesicht (Stimme: David Thewlis) scheint innerlich längst abgestorben und verbringt sein stumpfsinniges Leben als umherreisender Verkaufstrainer in Hotelzimmern fremder Städte. In einem dieser standardisierten Bauten lernt Michael die Call-Center-Mitarbeiterin Lisa (Stimme: Jennifer Jason Leigh) kennen. Sie ist zu einem seiner Vorträge über Kundenfreundlichkeit angereist. Die beiden verlieben sich ineinander, und Michael erwägt sogar, Ehefrau und Kinder zu verlassen, um mit der vergötterten „Anomalisa“ seiner Normalität entfliehen zu können.

Dass diese Liebesgeschichte von Charlie Kaufman (Drehbuchautor von „Being John Malkovich“) nicht sonderlich außergewöhnlich ist, bringt sie freilich noch nicht um. Erst ihre öde Erzählweise wird ihr zum Verhängnis. Ohne nennenswerten Charme, ohne Wortwitz, ohne eigene Ausstrahlung bewegen sich die Figuren durch den Film, dank freundlicher Unterstützung von Mitregisseur Duke Johnson. Bedenkt man, was Animationsfilme sonst mit der handwerklichen Kunstfertigkeit ihrer Macher leisten können, so nimmt Kaufmans Kinowerk sich lediglich aus wie die experimentelle Fleißübung eines Filmhochschulstudenten der Studienrichtung Stop-Motion-Verfahren. Entbehrlich

Frankfurt: Metropolis

 

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