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Auszeichnung: Deutsche jubeln – Stars tragen Schwarz

„Wahnsinn! Unglaublich, ich kann es gar nicht fassen!“, sagte Fatih Akin kurz nach der Verleihung in Los Angeles. Mit dem Gewinn des Golden Globe steigen für den Hamburger Regisseur auch die Chancen auf einen Oscar Anfang März.
Die Stars tragen demonstrativ Schwarz bei der Golden-Globe-Verleihung: Nicole Kidman, Zoe Kravitz, Reese Witherspoon, Laura Dern und Shailene Woodley (von links) in Los Angeles. Bilder > Foto: Emma McIntyre (GETTY IMAGES NORTH AMERICA) Die Stars tragen demonstrativ Schwarz bei der Golden-Globe-Verleihung: Nicole Kidman, Zoe Kravitz, Reese Witherspoon, Laura Dern und Shailene Woodley (von links) in Los Angeles.

Der deutsche Regisseur Fatih Akin hat für sein NSU-Drama „Aus dem Nichts“ einen Golden Globe gewonnen. Der 44-Jährige wurde in der Nacht zum Montag mit dem Preis für den besten nicht-englischsprachigen Film geehrt. Es ist der erste Globe für einen deutschen Film seit acht Jahren – ein großer Erfolg in Hollywood. Die Hauptpreise in den wichtigsten Kategorien gingen an das Polizeidrama „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ und die Tragikomödie „Lady Bird“. Zahlreiche Prominente nutzten die Show für Proteste gegen Sexismus und lieferten Beiträge zur Missbrauchs-Debatte.

„Wahnsinn! Unglaublich, ich kann es gar nicht fassen!“, sagte Akin im Interview kurz nach der Verleihung. „Es ist sehr surreal gerade, aber schön, sehr schön!“ Seine Frau habe er noch in der Nacht in Hamburg angerufen und mit der guten Nachricht geweckt. Den Preis wolle er zu seinen anderen Auszeichnungen ins Büro stellen.

„Gegen die Wand“

Akin, 1973 in Hamburg-Altona geboren, brauchte nach seinem Studium der Visuellen Kommunikation in Hamburg und mehreren Kurzfilmen keinen langen Anlauf, um im Filmgeschäft Fuß zu fassen: Schon mit seinem Spielfilmdebüt „Kurz und schmerzlos“ von 1998, in dem es um eine griechisch-türkisch-serbische Jugendgang in Hamburg geht, holt er mehrere Preise. Nach weiteren Kinofilmen – es folgen „Im Juli“ und „Solino“ – schafft er mit „Gegen die Wand“ 2004 den internationalen Durchbruch und gewinnt bei der Berlinale den Goldenen Bären.

Ihm sei der Golden Globe aber vor allem aus einem anderen Grund wichtig, sagte der Sohn türkischer Einwanderer: „Ich denke, dass so ein Preis die Aufmerksamkeit auf den Film lenkt und den Film nochmal attraktiver macht für Zuschauer.“ Es gehe darum, das Thema NSU-Anschläge im Bewusstsein aktiv zu halten. „Das ist das Wichtigste und Beste an so einem Preis.“

Inkompetente Polizei

„Aus dem Nichts“, der in diesem Jahr auch der deutsche Oscar-Kandidat ist, erzählt von einer Frau, die bei einem Anschlag in Hamburg ihren türkischen Ehemann und den gemeinsamen Sohn verliert. In der Hauptrolle brilliert die in Niedersachsen geborene Diane Kruger. Zuletzt hatte 2010 das Schwarz-Weiß-Drama „Das weiße Band“ des österreichischen Regisseurs Michael Haneke den Auslands-Globe nach Deutschland geholt.

Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) gratulierte Akin: „Diese international herausragende Auszeichnung krönt seine beeindruckende Regiearbeit, mit der er die Geschichte um den NSU-Terror in Deutschland sensibel verarbeitet und seinem Star, der international gefragten Schauspielerin Diane Kruger, ein beeindruckendes Debüt in ihrer ersten rein deutschsprachigen Rolle ermöglicht hat“, erklärte sie. Der Präsident der Filmförderungsanstalt (FFA) Bernd Neumann sprach von einem großen Erfolg für den deutschen Film in Hollywood.

Der große Gewinner bei den Globes ist „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“. Das Werk des Iren Martin McDonagh wurde nicht nur als bestes Drama ausgezeichnet, sondern gewann auch noch drei weitere Trophäen, darunter die für Frances McDormand als beste Hauptdarstellerin. Die 60-jährige Amerikanerin spielt eine Mutter, die die Ermordung ihrer Tochter aufgeklärt haben will und gegen die inkompetente Polizei kämpft. „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“, der am 25. Januar in den deutschen Kinos anlaufen wird, prangert Polizeiwillkür und Rassismus an. Die Golden Globes gelten als wichtige Vorboten für die Oscars, die in diesem Jahr Anfang März verliehen werden.

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