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Die E-Gitarre lässt das Herz höher schlagen

Von Mit „Nix ohne Grund“ hat der Pop-Sänger und Liedermacher Pohlmann sein viertes Album eingespielt. Der Sound ist ein wenig elektronischer geworden.
Ingo Pohlmann ist in Gefühlsdingen kein Spieler.	Foto: Four Music Ingo Pohlmann ist in Gefühlsdingen kein Spieler. Foto: Four Music

Nanu, tatsächlich klingt das erste Stück „Köder oder Fang“ fast so, als hätte Pohlmann seine Band aus dem Studio ausgesperrt. Schließlich könnten nicht nur das Schlagzeug, sondern auch die Synthis aus dem Computer kommen. Zumindest die sparsam eingesetzte E-Gitarre klingt natürlich. Setzte nicht ab und an Chorgesang ein, der den Blick nach Mannheim zu Xavier Naidoo wandern ließe, wirkte (Ingo) Pohlmann bereits hier recht ungekünstelt.

Allerdings, und das ist das große Glück des gelernten Maurers - in seinen Texten findet sich nichts an Peinlichem. Zudem macht es den Wahlhanseaten sympathisch, dass er seine Gedanken stets mit angenehm unaufdringlichem Gesang vorträgt. Mitunter sind seine ausgewogen und reizvoll arrangierten Melodien so tanzbar wie bei „Starwars“.

Mit dem leicht melancholischen „Schreib mir“ zeigt der Hamburger Musiker hingegen, mit welch einfachen, doch klug gewählten Worten man ein Liebeslied kreieren kann: „War das zu schnell? Hab ich dich überfallen? Hätte ich mich noch zurückhalten sollen? Ich bin kein Spieler, vielleicht bin ich jetzt raus. Ich bin kein guter Spieler, vielleicht macht mich das aus.“ Auch fließen darin weiche Klänge von Gitarre, Bass, E-Piano und Schlagzeug auf wunderbar harmonische Weise zusammen.

Bereits in der Mitte des Albums ist das Klangbild von Synthetischem befreit. Und während in dem Titel „Ray Batty“ eine bluesige E-Gitarre das Herz höher schlagen lässt, wird der Song „Unterwegs“ mit dem detailreichen Zusammenklang einer Westerngitarre und eines Cellos reizvoll. Während dieses Stück noch mit dezenten Keyboard-Klängen und Schlagzeug angereichert ist, krönt Pohlmann nur wenig später mit dem elften und letzten Song „Stark für dich“ das Album, wenn er nur in Begleitung einer halbakustischen E-Gitarre singt: „Du kratzt an den Wolken, wenn die Gedanken mich verwirrn, und streichst mir oft unbemerkt die Zweifel von der Stirn, ich hab dich schon alte Trauerweiden trösten gesehen, doch deine Wunden pflegst du meist für dich im Stillen.“

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