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Ridley Scotts Science-Fiction-Saga um die „Aliens“: Die Erde bangt

Von Michael Fassbender spielt den Androiden, der in „Alien: Covenant“ mit einem Raumschiff auf einem fernen Planeten landet und sich fremden Wesen gegenüber sieht.
"Alien: Covenant" "Alien: Covenant"

Weltraum statt Wagner – vor vierzig Jahren plante Regisseur Ridley Scott die Verfilmung einer Oper, als er „Star Wars“ sah und daraufhin beschloss, ebenfalls ein Abenteuer im All zu drehen. Im Unterschied zur märchenhaften Konkurrenz sollten seine Roboter und Außerirdischen weder putzig, noch hilfsbereit sein. Scott inszenierte einen Schocker, verwurzelt in der Monster-Tradition der 50er Jahre, der seinem Publikum vergnüglichen Schrecken bereitete. „Alien“ (1979) war perfektes Geisterbahnkino, inhaltlich auf Zweitliga-Niveau, doch technisch erstklassig.

Aufgrund eines Notsignals landet die Crew eines Raumschiffs auf einem fremden Planeten, wo sich einer der Astronauten mit einem Face-Hugger-Fötus infiziert, der später aus dem Brustkorb des Mannes platzt. Das Biest zerlegt die Besatzung, bis es von Lieutenant Ellen Ripley (Sigourney Weaver) zu den Sternen geblasen wird. Für die visuellen Effekte gab es einen Oscar, das hübsch-hässliche „Alien“-Design des Schweizer Künstlers H.R. Giger ging in die Geschichte ein, und auch in Sachen Emanzipation setzte Scotts Film einen Meilenstein, da erstmals eine starke Frau über ein phallusförmiges Ungeheuer triumphieren durfte. Der Kassenerfolg zog drei Fortsetzungen nach sich. „Aliens“ (1986), „Alien 3“ (1992) und „Alien – Die Wiedergeburt“ (1997), jeweils von unterschiedlichen Regisseuren betreut.

Vor fünf Jahren nahm sich Ridley Scott wieder der Serie an, die er einst nichtsahnend losgetreten hatte. In „Prometheus – Dunkle Zeichen“ beleuchtete er Teile der Vorgeschichte des Erstfilms. So sollte unter anderem geklärt werden, ob Menschen und Monstren denselben kosmischen Ursprung teilen. Weil das wirr erzählte Prequel mehr Fragen aufwarf als logische Antworten lieferte, wird nun „Alien Covenant“ hinterhergeschoben.

Die Handlung setzt zehn Jahre nach „Prometheus“ ein. Das Raumschiff Covenant befindet sich mit zweitausend Kolonisten an Bord auf dem Weg zu einer neuen Welt. Zur Besatzung gehören Terraforming-Expertin Daniels (Katherine Waterston), der erste Offizier Oram (Billy Crudup) sowie der Androide Walter (Michael Fassbender). Ein Notsignal lässt sie just auf jenem Planeten landen, auf dem die Prometheus im vorherigen Film gestrandet ist. Bald stehen die Kolonisten dem Maschinenmenschen David (ebenfalls Fassbender) gegenüber sowie blutgierigen Bestien, die das vermeintliche Paradies in eine Hölle verwandeln.

Aus wievielen Eingeweiden die Aliens während der letzten Jahrzehnte gekrochenen sind, können nurmehr die Eingeweihten nachvollziehen. Der bemerkenswerteste Auftritt stammt sicherlich aus der Parodie „Spaceballs“, in dem der Xenomorph seine Qualitäten als Jazz-Sänger bewies. Ähnliche Überraschungsmomente sucht man im sechsten Ableger vergebens. Wie in einem „Greatest-Hits“-Album reiht Ridley Scott hinlänglich bekannte Versatzstücke aneinander, inklusive eines Showdowns, der eine direkte Kopie des Originals darstellt. Darunter leidet die Spannung erheblich – es sei denn, man hat nie zuvor einen „Alien“-Film gesehen. Für die Atmosphäre ist es auch nicht förderlich, dass die digital erzeugten Kreaturen viel zu häufig vor der Kamera herumwuseln. Was Scott jedoch nach wie vor meisterhaft beherrscht, ist die Kreation magischer Bilder. Optisch zählt „Alien Covenant“ zu den Höhepunkten der Saga. Eine weitere Augenweide ist Michael Fassbender, der in seiner Androiden-Doppelrolle das Licht und den Schatten menschlicher Schöpfungskraft verkörpert. Der kalte Blick, mit dem er die Funktionalität der Spezies Mensch abschätzt, verbreitet mehr Gänsehaut als das ihn umgebende Gemetzel.

Falls Scott seine Ankündigung wahr macht und mindestens zwei weitere Teile dreht, sollte die Devise lauten: Mehr Fassbender, weniger Face-Hugger. Annehmbar

 

Frankfurt: Cinestar, E-Kinos (D+OF), Metropolis (D+E). Sulzbach: Kinopolis (D+OF). Limburg. Cineplex.
Offenbach: Cinemaxx. Hanau: Kinopolis (D+OF). Mainz: Cinestar (D+OF).

 

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