E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Frankfurt am Main 28°C

Sanierung: Die Frankfurter Schirn bekommt eine neue Klimaanlage und neues Parkett

Von Noch bis Ende August ist die Schirn geschlossen. Bis dahin wird der Innenraum der Kunsthalle renoviert und auf den neuesten Stand der Technik gebracht.
Langer Gang mit Ameise – so wird das Transportgerät im Vordergrund genannt. Die Renovierung in der Frankfurter Schirn macht rasante Fortschritte.   Fotos (3): Salomé Roessler Foto: Salome Roessler Langer Gang mit Ameise – so wird das Transportgerät im Vordergrund genannt. Die Renovierung in der Frankfurter Schirn macht rasante Fortschritte. Fotos (3): Salomé Roessler

Die Schirn gehört zu den jüngsten Museen der Stadt, doch auch sie kommt in die Jahre: Vor 32 Jahren wurde die Kunsthalle eröffnet, mitten in Frankfurt, dort, wo Jahrhunderte zuvor die Metzger ihre „Schirn“ genannten Verkaufsstände hatten. Die zentrale Stadtlage hat unzweifelhaft Vorteile, macht den Bau jedoch auch schwierig: 140 Meter lang sind die sich von West nach Ost erstreckenden Ausstellungsräume, und nur acht Meter breit. Hinzu kommt mittig ein großer Saal. Die Lage ließ keinen besseren Zuschnitt zu.

Ein neuer Fußboden wird in den lichtdurchfluteten Räumen verlegt. Bild-Zoom Foto: Salome Roessler
Ein neuer Fußboden wird in den lichtdurchfluteten Räumen verlegt.

Wer hier Kunst zeigt, muss erfindungsreich sein, was die Ausstellungsarchitektur anbelangt. Wie sehr, wird deutlich, wenn man jetzt ins Innere des Hauses blickt: Der lange Riegel der beiden für gewöhnlich getrennten Ausstellungshallen liegt nackt und ohne Zwischenwände da, die Fenster zum Dom im Osten sind sichtbar, und die Wandpaneele an der nördlichen Längsseite, die die große Fensterfront zu den Häusern der neuen Altstadt hin verschließen, zeigen ein Sammelsurium all jener Farben, die die jüngsten Ausstellungen dominierten: eine Wandplatte strahlt kräftig grün, das war die „Magritte“-Farbe, das Rot einer anderen lässt Erinnerungen wach werden an „Glanz und Elend“, die große Ausstellung über die Weimarer Republik.

Neue Funkverstärker

Etwa fünf Millionen Euro kostet die Grundsanierung der Kunsthalle. Das Hauptaugenmerk liegt auf der Erneuerung der Klimaanlage, auf die allein 3,5 Millionen Euro entfallen. Weitere 1,5 Millionen werden fällig für 1600 Quadratmeter neues Pinienparkett mitsamt allerlei technischen Neuerungen darunter: Die Elektroverkabelung unter dem Parkett wird komplett neu gestaltet und mit Anschlüssen versehen, die den Ausstellungsmachern bei künftigen Ausstellungen neue Möglichkeiten der Präsentation eröffnen. Außerdem sorgen neue Funkverstärker im Fall eines Brandes für mehr Sicherheit: In dem langgestreckten Gebäude, in dem viel Beton verbaut ist, soll künftig sicher sein, dass auch im Ernstfall die Kommunikation der Feuerwehrleute per Walkie-Talkie funktioniert.

„Wir sind im Plan“, sagt Gabriele Schuster, Verwaltungsleiterin im Kulturamt, zufrieden und meint damit sowohl den finanziellen als auch den zeitlichen Aspekt. Sie befindet sich in stetem Austausch mit Roland Kammer, dem technischen Leiter der Schirn, und Christian Teltz, der für die Haustechnik verantwortlich ist.

Nicht alle Hinweise erschließen sich dem Besucher auf Anhieb. Bild-Zoom Foto: Salome Roessler
Nicht alle Hinweise erschließen sich dem Besucher auf Anhieb.

Kammer kennt die Kunsthalle seit ihrer Gründung. Dass unter dem Parkett eine Dämmschicht lag, die nach der Freilegung komplett erneuert werden musste, war eine der größeren Überraschungen. Dazwischen sind jetzt in regelmäßigen Abständen Schächte für die Verkabelung gezogen.

Etwa 20 Firmen sind an der Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes beteiligt. Der Koordination der Arbeiten gilt dabei ein Hauptaugenmerk. Da sich etwa der Lastenaufzug, über den auch alle Kunstwerke in die Ausstellungsräume gelangen, an der Ostseite gegenüber vom Dom befindet, hat man am weitest entfernten Punkt des Riegels, ganz im Westen, begonnen, um sich von dort aus allmählich vorzuarbeiten.

Ausstellungen bis Ende 2018: Waffen, Frauen, Pflanzen, ...

Zur Wiedereröffnung der Schirn am 22. August bereitet der Installationskünstler Neïl Beloufa eine besondere Anordnung vor: Wie es im Pressetext heißt, errichtet er in der Rotunde des Gebäudes „skulpturale

clearing

Von den Neuerungen wird der Besucher der für den Herbst geplanten Ausstellungen im Idealfall nicht viel mitbekommen. Das Parkett wird wie schon zuvor aus Pinienholz sein. Das gehöre zwar nicht zu den härtesten, schließe sich aber wieder, wenn man mal eine Schraube hineinbohren müsse, sagt Christian Teltz. Die Klimaanlage, die in dem großvolumigen Gebäude Enormes leisten muss, wird ihre Arbeit weiterhin verdeckt tun. Ihre Zentrale befindet sich, wie zuvor, im Keller des Gebäudes.

Afrika-Maler

Am 25. Oktober eröffnet die Schirn unter dem Titel „König der Tiere“ die geplante Ausstellung über den Afrika-Maler Wilhelm Kuhnert. Er prägte das europäische Bild des unbekannten Kontinents im ausgehenden 19. und frühen 20. Jahrhundert. Am 1. November startet im zweiten Flügel eine weitere Ausstellung über die „Wildnis“ in der Kunst von 1900 bis in die Gegenwart.

Wer so lange nicht mehr warten möchte, sollte sich den 22. August vormerken. Dann nämlich findet das traditionelle Sommerfest der Kunsthalle statt. Am gleichen Tag werden auch Teile der Schirn fürs Publikum geöffnet – für die Ausstellung „Global Agreement“, die der Video- und Installationskünstler Neïl Beloufa in Schirn-Räumen außerhalb der klassischen Ausstellungshallen inszeniert – den einen oder anderen Blick auf die nahezu abgeschlossenen Sanierungsarbeiten gibt es gratis dazu.

Zur Startseite Mehr aus Kultur

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen