Lade Login-Box.
E-Paper
Abo & Service Immo Stellen Trauer

Mozarts „Zauberflöte“ in der Oper Frankfurt: Die Königin der Nacht singt so schön

Mozarts „Zauberflöte“ bezaubert noch immer in der märchenhaften Inszenierung von Alfred Kirchner und Michael Sowa an der Oper Frankfurt.
"Die Zauberflöte" von Wolfgang Amadeus Mozart begeistert in der Frankfurter Oper. Foto: Barbara Aumüller "Die Zauberflöte" von Wolfgang Amadeus Mozart begeistert in der Frankfurter Oper.

1998, als man Opern-Ouvertüren ganz unbebildert auch noch bei geschlossenem Bühnenvorhang spielen konnte und ein schwarz angemalter hellhäutiger Sänger von den Wächtern der neuen Moral noch nicht als politisch inkorrektes Problem identifiziert wurde, hatte Alfred Kirchners Inszenierung in Frankfurt Premiere. Die aktuell wohl dienstälteste Inszenierung läuft und läuft und erlebt nun ihre vierzehnte Wiederaufnahme-Serie (153. Aufführung).

Die familienfreundliche Inszenierung begeistert auch bei Repertoirevorstellungen wegen ihrer liebevollen Ausstattung mit fantastischem Getier, wuseligen Männchen und groteskem Zubehör. Dass das Meisterwerk im zweiten Akt auch gewisse Längen hat und das Libretto von Schikaneder bisweilen nur ein Machwerk mit holzschnittartigen Figuren ist, darüber kann und muss Kirchners Inszenierung nicht hinwegtäuschen.

David Portillo absolvierte als Tamino sein Frankfurter Hausdebüt, in der Auftrittsarie noch etwas wackelig und mit viel Druck, aber er ist eine gute Wahl für die schwierig zu besetzende Rolle. Sidney Mancasola gestaltete ihre Pamina stimmlich nicht mädchenhaft, sondern teils auch hochdramatisch. Sehr quirlig und jovial, wie sollte man es auch anders erwarten, nahm Sebastian Geyer als gerupfter Vogelmensch Papageno seine Rolle. Routiniers in ihren Partien waren der urkomische und artistische Peter Marsh als Monostatos (der statt Bestrafung ein Happy End mit Riesenschmetterling bekommt) und der ehrwürdig herumstelzende Alfred Reiter als Sarastro, dessen Stimme bewusst nicht klischeehaft salbadert. Eine schöne und absolut sicher geführte Stimme hat die Königin der Nacht (Danae Kontora), auch Papagena war mit Elizabeth Sutphen wirkungsvoll besetzt. Lob auch den drei „knabenhaften“ Mädchen des Opernkinderchors. Kapellmeister Sebastian Zierer musste am Pult die „Zauberflöte“ nicht neu erfinden und gestaltete pannenfrei eine gute Aufführung mit schlankem Orchesterklang.

(kum)
Zur Startseite Mehr aus Kultur

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2016 Frankfurter Neue Presse