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Die Sehnsucht singt vom Süden

Von Die italienische Sopranistin Anna Caterina Antonacci gab mit einem außergewöhnlichen Liederabend ihr Debüt im Frankfurter Opernhaus.

Das französische und italienische Liedfach des 19. und 20. Jahrhunderts hat es der vielfach international ausgezeichneten Sopranistin Anna Caterina Antonacci angetan. Dabei geht die italienische Sängerin ihre eigenen Wege bei der Auswahl ihres Repertoires. Kaum etwas, was beim Liederabend – ihrem ersten in Frankfurt überhaupt – zu hören war, erschien bekannt und populär. Gleichwohl konnte man sich besonders bei dem Programm im zweiten Konzertteil rasch erwärmen. Francis Poulencs sieben Lieder, unter dem Titel „La Fraîcheur et le Feu“ (Die Kühle und das Feuer) zusammengefasst, enthalten in verknappter Form viel von dem, was die Musik des Franzosen insgesamt ausmacht: ein vertrackter Humor und rhythmische Finesse. Hier war auch der Klavierpartner Donald Sulzen besonders gefragt, der mit quirligem Fingersatz brillierte.

Sulzen hatte bei diesem Liederabend auch einmal Pause. Ottorino Reshighis 1910 bis 1915 entstandene kantatenförmige Gesänge „Il tramonto“ sind für Singstimme und Orchester komponiert, und an die Stelle dieses Klangkörpers trat beim Frankfurter Liederabend ein Streichquartett: das Hindemith-Quartett, benannt nach dem Komponisten. Der Zusammenklang zwischen der sanften Stimme der Sängerin und den vier Streichinstrumenten betörte. Ingo de Haas und Joachim Ulbrich (Violinen), Thomas Rössel (Viola) und Daniel Robert Graf (Cello) machten die traurige Geschichte zweier Liebender, von denen der Mann stirbt, ohne die Sonne jemals wirklich gesehen zu haben (nach dem englischen Romantiker Percy Shelley), besonders authentisch.

Auch Hector Berlioz’ „La Mort d’Ophélie“ („Der Tod der Ophelia“ nach Shakespeare) war ein gelungener Griff in die Raritätenkiste, bei dem die Sängerin stilsicher und technisch versiert agierte. In versonnene Welten ging es bei Claude Debussys „Chansons de Bilitis“, von denen besonders „La flûte de Pan“ gefiel – zuweilen schlüpft eine Sängerin auch in ein bezaubernd intonierendes Blasinstrument.

Italienisch-französisch war auch der zweite Programmteil bestimmt: Auf die sieben mit leichter musikalischer Geste geformten Poulenc-Lieder folgten fünf Volksmelodien von Maurice Ravel sowie Reynaldo Hahns fünfteilige Sammlung „Venezia“, mit denen die Sängerin die Sehnsucht nach dem Süden beim Zuhörer entfachte. Man hörte die Gondoliere singen und spürte die Anmut venezianischer Leichtigkeit.

Auch diese Erfahrung war für diesen Abend mit einer außergewöhnlichen Künstlerin ganz speziell.

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