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„Secret Man“: Die Wahrheit muss ans Licht

Von Der Film von Peter Landesman erzählt, wie der FBI-Mann Mark Felt mit seinem Geheimwissen dafür sorgte, dass Richard Nixons Amtsmissbrauch bekannt wurde.
Der stellvertretende FBI-Chef Mark Felt (Liam Neeson) verrät Journalisten, dass die Ermittlungen im Watergate-Fall eingestellt werden sollen. Foto: - (Kinostar Filmverleih) Der stellvertretende FBI-Chef Mark Felt (Liam Neeson) verrät Journalisten, dass die Ermittlungen im Watergate-Fall eingestellt werden sollen.

Mit „The Secret Man“ liefert Peter Landesman nach 40 Jahren das ergänzende Puzzlestück, das in Alan J. Pakulas Watergate-Film „Die Unbestechlichen“ mit Robert Redford und Dustin Hoffman fehlte. Während Pakula die Affäre, die Präsident Richard Nixon 1974 zu Fall brachte, zeitgenössisch aus der Journalisten-Perspektive aufarbeitete, blieb die mysteriöse Regierungsquelle, welche den Skandal ins Rollen brachte, in seinem Film gezwungenermaßen im Dunkeln. Erst im Jahr 2006 bekannte der damalige stellvertretende FBI-Chef Mark Felt in einem Interview mit „Vanity Fair“, der Informant zu sein, der unter dem Decknamen „Deep Throat“ in die Geschichte eingegangen war.

„Sichere“ Akten

Liam Neeson spielt diesen Bundespolizisten, der bereits 30 Jahre im Dienst des FBI verbracht hat, sich als versierter Nazi-Jäger etablierte und als enger Vertrauter des berüchtigten FBI-Chefs Edgar Hoover gilt. „Ihre Geheimnisse sind bei uns sicher“, sagt er den Vertretern aus dem Weißen Haus mit Hinblick auf die Akten, die Hoover über die privaten Verfehlungen von Politikern angelegt hat.

Als Hoover stirbt, lässt Felt die Aktenvernichter anwerfen und hofft, nun selbst den Chefsessel übernehmen zu können. Aber ihm wird der Nixon-Vertraute L. Patrick Gray (Marton Csokas) als Chef vor die Nase gesetzt. Als am 17. Juni 1972 fünf Einbrecher im Büro der Demokratischen Partei festgenommen werden, ist bald klar, dass die Spuren zur CIA und ganz nach oben, ins Weiße Haus führen. Das FBI übernimmt die Ermittlungen, aber Gray gibt schon bald die Order aus, dass der Fall innerhalb von 48 Stunden abgeschlossen sein muss.

Für Felt steht vor allem die Unabhängigkeit und Integrität der Institution auf dem Spiel, für die er 30 Jahre lang gearbeitet hat. Die Bekämpfung von Kriminalität hört für ihn nicht an den Toren des Weißen Hauses auf, und so entscheidet er sich, etwas zu tun, was mit seinem Berufsethos bis dahin unvereinbar war: Geheimnisse an die Presse zu verraten, um durch öffentlichen Druck die Ermittlungen fortsetzen zu können. Regisseur Landesman, der hier Felts Autobiografie auf die Leinwand bringt, zeichnet den Whistleblower (Alarmschläger) etwas einseitig als moralisch integren Ordnungshüter, der sich nicht von der Regierungsmacht einschüchtern lässt. Weniger hehre Motive wie etwa Karrierekränkungen werden nur angerissen.

Interessant wird „Secret Man“ aber vor allem durch den aktuellen politischen Zusammenhang, in den der Film eher zufällig hineingerät. Die derzeitigen Auseinandersetzungen zwischen der heutigen Regierung Donald Trump und dem FBI, das heißt der Untersuchungsausschuss unter der Leitung des ehemaligen FBI-Chefs Robert Mueller um die mutmaßlichen Wahlmanipulationen durch Russland, weisen frappierende strukturelle Ähnlichkeit mit der Watergate-Affäre auf.

Parallelen zu Trump

„Secret Man“ macht deutlich, dass der Skandal damals nur zutage kam, weil Felt die Unabhängigkeit des FBI gegen regierungsamtliche Angriffe, denen die Anfeindungen der Trump-Regierung in nichts nachstehen, mit allen Mitteln verteidigt hat. Wahrscheinlich dauert es weitere 40 Jahre, bis im Kino zu sehen ist, was heute hinter den Kulissen der Macht in Washington vor sich geht. Eine erste Verhaftung ist ja bereits erfolgt. Sehenswert

 

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