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Frankfurter Buchmesse: Die „Herzenstage“ auf der Messe ziehen den Vorhang auf für die ganz großen Gefühle

Heute und morgen, am Besucherwochenende, lädt die Messe ein zu einem Festival rund um Liebesromane. „Herzenstage“ ist Rosamunde Pilcher für Bücherfreunde.
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Na, das klingt ja schon mal vielversprechend für alle Leute, die sich um 20.15 Uhr eine Taschentuch-Packung zum Rosamunde-Pilcher-TV-Event bereitlegen: Heute und morgen finden auf der Frankfurter Buchmesse die „Herzenstage“ statt.

„Zwei Tage voller Liebe“, werben die Veranstalter. Und sie gehen in die Vollen: „Kennst Du das Gefühl, wenn Dein Herz schneller schlägt und Schmetterlinge in Deinem Bauch flattern . .. ? Das sind Geschichten, die das Herz bewegen und diese Geschichten möchten wir mit Dir bei den ,Herzenstagen‘ feiern!“, steht da, auf der Internet-Seite des Festivals, und diese rosaroten Worte muss man erst mal aushalten können.

Was die Liebesroman-Fans bei den „Herzenstagen“ erwartet, ist noch nicht so ganz klar, die Veranstalter machen ein Geheimnis daraus: „Storys und Beiträge rund um die schönsten Romane fürs Herz, Videos und Livechats mit Autoren und Autorinnen“, wird es geben. Doch: „Natürlich möchten wir noch nicht alles verraten, schließlich machen kleine Überraschungen so ein geheimnisvolles Date erst perfekt.“

Als gesichert gilt zumindest, dass die „Herzenstage“ heute um 10 Uhr an einem Stand in Halle 4.1 beginnen. Bekannt ist auch, dass es 200 sogenannte „Herzensbags“ zu gewinnen gibt: Beutel voller Liebesromane und Süßigkeiten. Besonders interessant dürfte ein Termin um 11 Uhr sein. Dann gibt es am Stand nämlich ein Fotoshooting mit einem geheimnisvollen „Mr. Januar“, der irgendetwas mit einem „Calendar Girl“ zu tun haben soll.

Für ein Interview hat sich Emily Bold angekündigt, ein Szene-Star der Rosarote-Wolken-Literatur. Bold lebt irgendwo in Mittelfranken, ist 36 Jahre alt und hat trotz ihres jungen Alters schon beachtliche 23 Romane veröffentlicht. Emily Bold bedient das volle Programm: Sie schreibt nach eigenem Bekunden humorvolle, historische und zeitgenössische Liebesromane. Eine Fantasy-Serie hat sie auch gestartet. „Wenn Liebe nach Pralinen schmeckt“ heißt einer dieser Romane, ein anderer „Ein Kuss in den Highlands“. „Von Flammen verzehrt“, „Der Sehnsucht wildes Herz“ und „In den Armen des Piraten“ sind weitere Titel. Im Fahrwasser des „50 Shades Of Grey“-Hypes hat Emily Bold eine eigene „Mr. Grey“-Serie gestartet. Fünf Romane sind bisher in dieser Reihe erschienen, sie tragen Titel wie „Auf der Suche nach Mr. Grey“ oder „Ein Tanz mit Mr. Grey“.

Bestseller ohne Verlag

Das Besondere an all diesen Büchern ist, dass sie unwahrscheinlich erfolgreich sind. Emily Bold stand auf den Bestsellerlisten, obwohl sie alle ihre Bücher im Selbstverlag veröffentlicht. Das ist deshalb bemerkenswert, weil sich Emily Bold in Personalunion um das volle Programm kümmert: Sie schreibt, gestaltet, wirbt, verkauft.

Emily Bold steht stellvertretend für eine fast kaum mehr zu überblickende Szene: Anstatt sich mit Verlagen herumzuärgern, laden die Autoren ruckzuck ihre Texte ins Internet, basteln ein Cover dazu, und schon können die Fans per Mausklick den neuesten Liebes-Wälzer bestellen. Ungeduldig warten die Fans von Emily Bold auf die nächsten Bände, es muss immer weiter gehen.

Ihr Name weht wie Donnerhall durchs Internet, ihre Leser loben die Texte als „einzigartig, gefühlvoll, berauschend“. Oder: „Einzigartiger Schreibstil“. Und: „,Unterschätze nie die Kraft von Liebe‘ könnte ein schöner Satz sein, um dieses Buch zu beschreiben.“ Und auch wenn in einem Roman ein Vampir, im nächsten ein Pirat und im übernächsten ein Chemielaborant auftaucht: Das Happy End in den Romanen ist immer sicher.

Antworten auf die Fragen „Wie funktioniert Self-Publishing?“, „Wie mache ich Werbung für meine Romane?“ oder „Brauche ich eigentlich keinen Lektor, der noch mal über meinen Text drüber guckt?“ könnte das Interview mit Emily Bold heute um 12.15 Uhr liefern.

Die Szene-Stars Adriana Popescu, Annie Stone und Elena MacKenzie haben sich ebenfalls für ein Interview mit anschließender Signierstunde am Stand angekündigt. Auch hier fällt auf, dass die Autorinnen bereits in jungen Jahren eine gewaltige Backlist vorzuweisen haben. Elena MacKenzie, etwa im selben Alter wie Emily Bold, hat ebenfalls bereits rund 20 Romane verfasst, unter dem Titel „Highland Secrets“ läuft ihre erfolgreichste Serie – als Genre gibt Elena MacKenzie „Erotikthriller“ an. Auch diese Bücher sind phänomenal erfolgreich: Jede Neuveröffentlichung steigt bei Amazon in die Top 10 der Verkaufscharts an. Bei Elena Mac-Kenzie geht es in der Regel um Frauen, die einen Schicksalsschlag zu bewältigen haben und durch einen Zufall in der schwersten Stunde ihres Lebens den Mann der Träume finden. Ebenfalls: Romane mit Happy-End-Garantie.

Service-Veranstaltungen

Bei den „Herzenstagen“ am Wochenende gibt es neben den Autoren-Interviews auch zahlreiche praktische Tipps rund ums Thema „Große Gefühle“: So steht auf dem Programm etwa die Service-Veranstaltung „Liebe, Liebe, Liebe! Zehn Geheimtipps aus dem Genre Young Adult“, oder der Ratgeber-Vortrag „Fünf mythische Liebeshelfer“. Da sollten am Ende keine Fragen offen bleiben. Getreu dem Festival-Motto: „Große Gefühle, Herzschmerz und wahre Liebe faszinieren und berühren uns, und ob fantastisch, zärtlich oder absolut heiß, wir möchten uns mit Dir und den Autoren und Autorinnen über das schönste Gefühl der Welt austauschen.“

Und damit all jene, die aus Gründen der Klaustrophobie oder des Zeitmangels nicht auf der Messe erscheinen wollen, das Programm der „Herzenstage“ auch bequem von zu Hause aus verfolgen können, haben die Veranstalter einen Livestream von ihrem Stand eingerichtet, den man über die Festival-Seite unter www.herzenstage.org erreichen kann. Auch hier also wieder: Happy End für alle.

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