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Holiday on Ice: Die neue Show von "Holiday on Ice" feierte in der Frankfurter Festhalle Premiere

In bewährter Mixtur aus Artistik, Musik und Spielszenen analysiert das Eiskufen-Showkonzept „Holiday on Ice“ in der Frankfurter Festhalle das ewige Rätsel Zeit.
Körperbeherrschung ist alles – auch bei den Eiskunstlauf-Artisten der neuen „Holiday-on-Ice“-Show „Time“ in der Frankfurter Festhalle. Wie der Titel schon verrät, dreht sich alles um das Thema Zeit, und so sind die Szenenbilder inspiriert von den schönsten Momenten im Leben eines Menschen. Foto: Sven-Sebastian Sajak Körperbeherrschung ist alles – auch bei den Eiskunstlauf-Artisten der neuen „Holiday-on-Ice“-Show „Time“ in der Frankfurter Festhalle. Wie der Titel schon verrät, dreht sich alles um das Thema Zeit, und so sind die Szenenbilder inspiriert von den schönsten Momenten im Leben eines Menschen.

Mal rast sie unaufhörlich, mal zieht sie sich endlos lange quälend dahin: Zeit ist relativ, wie wir spätestens seit Albert Einstein wissen. Von der vergangenen, momentanen und zukünftigen Zeit sah sich der Homo Sapiens in sämtlichen Epochen geistig beflügelt. Zeigt sie doch in ihrer Fortläufigkeit, die sich niemals zurückdrehen lässt, die Vergänglichkeit des Menschen an. Auch das stets launige Eiskufenshowkonzept „Holiday on Ice“ beschäftigt sich in seinem jüngsten Entertainmentprogramm ausführlich mit der Zeit und betitelt es sogar nach ihr: „Time“.

Bilderstrecke Premiere in Frankfurt: Holiday On Ice "Time" in der Festhalle
Die neue Holiday on Ice Produktion "Time" feierte am 05. Januar 2017 ihre Premiere in der Frankfurter Festhalle. Es folgen weitere Bilder von der Show.

Geruhsamer Auftakt

Ein geruhsamer Auftakt kennzeichnet den Premierenabend in der gut besuchten Frankfurter Festhalle: Eine auf beweglichem Rund installierte Wohnzimmeratmosphäre samt Sessel und Stehlampe baut sich vor einem Filmprojektor auf. Bilder werden auf die gigantische, von einem realen Brückensteg geschmückte Leinwand am Hallenende geworfen, die von nun an weitgehend die Rolle der Kulissen übernimmt. Im Flackern des Lichtscheins rollen die schönsten Momente im Leben eines Menschen im Sekundentakt ab. Gerade so, wie sie von klinisch Toten häufiger beschrieben werden.

Plötzlich drehen sich die Zeiger der Uhren. Die Zeit, sie verrinnt. Erinnerungen an Eltern, Kindheit, Heranwachsen, Partnersehnsucht, Kennenlernen und Herzklopfen gipfeln im ersten Kuss. Erst ein Paar, dann ein Paartrio wirbeln auf heißen Kufen über das silbrig-weiß glänzende Eis. Zeit zu zweit in einer Bilderflut aus Weltall-Impressionen, Kronleuchtern, Manhattan-Skyline, Kirchenfenstern und kunterbunten Fantasieblitzen. In jedem Fall: Zeit für Emotionen.

Ein Wechselbad der Gefühle, ausgerichtet am wahren Leben, die Regisseur und Choreograf David Liu da in 90 Minuten packt. Da münden ruhige Momente in emotionalen Ausbrüchen. Delikat abgeschmeckt im artistischen Eistanzsolo, extravaganten Figuren zu zweit oder Spektakulärem im kompletten Gruppenverbund.

Tagsüber gilt es, im biederen Anzug und Kostüm zu den Klängen von Dolly Partons „9 To 5“ den Berufsalltag zu meistern, abends macht sich Ausgelassenheit in glänzenden Hotpants in der Disco zu „Safri Duos“ Version des Soul-Klassikers „Knock On Wood“ breit. Dazu dürfen die erstklassigen Akteure, darunter auch die Tschechin Annette Dytrt und ihr Partner Yannick Bonheur, beide ebenso preisgekrönt wie das fabelhafte ukrainische Paar Viktoria Maksiuta und Stanislav Vederski, sich auch an Instrumenten wie Klavier, Trommeln und Gitarre verdingen. Auch integrieren sich Artistikeinlagen am Vertikaltuch, einmal gar über einem Feuerkreis, ins kurzweilige Vergnügen, das im zweiten Teil nach der Pause sich auf Themen wie Zirkus und Clubbesuch fixiert.

Aus Samt und Seide

Für den Augenschmaus sorgen die rund 300 glamourösen Kostüme von Thomas Rath („Germanys Next Topmodel“) am attraktiven Leib der Athleten: opulente Kreationen aus Pailletten, Satin, Seide und Samt, aber auch lange weiße Mäntel, die an das zaristische Russland erinnern.

Kaum zum Atemholen kommt der Zuschauer bei dieser immensen Bilderflut, die im Gegensatz zu den Vorjahren in Produktionen wie „Believe“ und „Passion“ keine durchgängige Story mehr erzählt, sondern sich vom kurzweiligen Revue-Charakter eines am Broadway geschulten Hollywood-Genies wie Regisseur und Choreograf Busby Berkeley (1895–1976) speist. Als stets passender Antrieb dient die Musik. Zwar stammen beim Entertainment „Holiday On Ice“ wie gewohnt sämtliche Beiträge aus der Konserve.

Doch erstmals finden bei den mehr als zwei Dutzend Aufnahmen aus Jazz, Swing, House, Pop, Rock, Techno, Disco, Lounge, Soul, Funk und auch Klassik ausschließlich Originale und nicht wie zuvor gewohnt dürftige Coverversionen Einsatz. Ein Wermutstropfen bleibt: Bei der Zurück-zu-den-Wurzeln-Philosophie von „Time“ muss der über die Jahrzehnte verwöhnte „Holiday-On-Ice“-Zuschauer Abstriche bei der sonst so opulenten Ausstattung machen.

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