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„Jurassic World“: Dinosaurier traben durchs Reservat

Von Der spanische Regisseur J. A. Bayona hat den nunmehr fünften Teil der Dino-Reihe inszeniert, wieder mit Chris Pratt als Tierpfleger.
Nach einer freundlichen Begrüßung sieht das hier nicht gerade aus. Dinosaurier-Trainer Owen Grady (Chris Pratt) versucht die Annäherung. Nach einer freundlichen Begrüßung sieht das hier nicht gerade aus. Dinosaurier-Trainer Owen Grady (Chris Pratt) versucht die Annäherung.

Beim Recycling hat Hollywood in den letzten Jahren die Nase vorn. Geradezu vorbildlich bedienen sich Amerikas Filmproduzenten aus der gelben Tonne der Filmgeschichte, bereiten Bekanntes und Bewährtes aus vergangenen Jahrzehnten neu auf und erhoffen sich die Wiederholbarkeit von Kassenerfolgen aus den 70ern, 80ern und 90ern. Die neue „Star-Wars“-Generation mit jährlichen Fortsetzungen und Spin Offs dient hier als Vorbild.

Computer-Bübchen hilft

Vor drei Jahren wurde Steven Spielbergs „Jurassic Park“ aus dem Jahr 1993 wiederverwertet. Anders als „Star Wars“ verfügte das Dinosaurier-Spektakel nicht über ein hoch diversifiziertes Personal und lebte vornehmlich von der zerstörerischen Kraft der Riesenechsen. Dennoch haben die Dinos – im Gegensatz zu ihrem tatsächlichen naturgeschichtlichen Schicksal – in der Popkultur ihren Status als unausrottbares Faszinosum tapfer verteidigt. Die Spielwarenabteilungen sind seit Jahrzehnten voll mit prähistorischen Reptilien aus Gummi, und der Tyrannosaurus Rex rangiert unter den Monstern in den Kinderzimmern immer noch ganz oben. Auf solch fruchtbarem Boden gedieh denn auch 2015 „Jurassic World“, und der zweite Teil der Fortsetzung kommt nun als leichtes Sommerspektakel in die Kinos.

Vor drei Jahren hatten genetisch manipulierte Saurier den eigens für sie eingerichteten Vergnügungspark auf einer Insel vor der Küste Costa Ricas recht eindrucksvoll zerlegt. Nun wird das hochgesicherte Dino-Biotop von einem Vulkanausbruch heimgesucht, und im Gegensatz zur US-Regierung setzt sich die Tierschutzaktivistin Claire (Bryce Dallas Howard) für die Rettung der genetisch mutierten Arten ein. Unverhoffte Unterstützung bekommt sie dabei von dem schwerreichen Dino-Forscher Benjamin Lockwood (James Cromwell), der für die Reptilien ein Reservat fernab der Menschheit einrichten will.

Gemeinsam mit ihrem zukünftigen ehemaligen Ex-Lover Owen (Chris Pratt), der paläontologischen Tierärztin Zia (Daniella Pineda) und dem Computer-Bübchen Franklin (Justice Smith) macht sie sich auf die von Lava-Bächen durchfurchte Insel. Aber schon bald stellt sich heraus, dass Franklins Geschäftsführer Mills (Rafe Spall) die Tiere nicht retten, sondern zur genetischen Kriegsführung meistbietend an dubiose Männer verkaufen will. Damit nicht genug, hat das Unternehmen im Keller einen Super-Dino zu einer fernsteuerbaren Mordwaffe herangezüchtet. Tierbefreiung und Menschheitsrettung stehen gleichermaßen auf der Tagesordnung des nach Hautfarbe und Geschlecht ebenbürtig besetzten Heldenquartetts, wobei die Riesenechsen die guten Absichten ihrer Retter nicht immer zu erkennen geneigt sind.

Immerhin wird hier der Gefahr, die von den Tieren ausgeht, seitens der Gutmenschen nicht mit Aggression und Vernichtung begegnet, und auch vor den Folgen der Gen-Technologie darf Jeff Goldblum in zwei Gastauftritten warnen. Aber dann ist es schon genug mit Subtext. Auch dieser Film bleibt dem „Jurassic“-Geist treu und stellt das Spektakel in den Mittelpunkt des erzählerischen Interesses: weit aufgerissene Reptiliengebisse im Breitwandformat, jede Menge Weggerenne vor herannahenden Riesenviechern und ein paar Bösewichte, die eindrucksvoll an die Digitalmonster verfüttert werden.

Gutmensch in Gefahr

Die Schauwerte von der Festplatte stimmen, aber die ohnehin bescheidenen Leistungen der Humanbelegschaft verschwimmen im Effektgewitter. Chris Pratt gibt wieder routiniert den schlagkräftigen Abenteurer, und Bryce Dallas Howard scheint mehr um ihr Make-Up besorgt zu sein als wegen der nahenden Gefahren. Für jüngere Zuschauer bietet der Film hinreichende Traumatisierungsmöglichkeiten. Dazu gehört die Verfolgungsjagd, in der ein Kind von schnappenden Dinos in die Enge getrieben wird, was den Willen der Filmemacher dokumentiert, oberflächliche Spannung um jeden Preis generieren zu wollen. Die FSK 12 sollte hier ernst genommen werden. Annehmbar

In diesen Kinos

Frankfurt: Cinestar, E-Kinos, Metropolis (D+E). Sulzbach: Kinopolis (D+OF). Limburg: Cineplex. Offenbach: Cinemaxx. Hanau: Kinopolis (D+E)

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