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Stan Laurel (links) und Oliver Hardy in einer Szene ihrer filmischen Gefängnis-Episode »Hinter Schloss und Riegel«. Den Tod seines Duo-Partners nahm sich Laurel so zu Herzen, dass sein Arzt ihm die Teilnahme an der Beerdigung untersagte. Foto: (arte / KirchMedia/ZDF) Stan Laurel (links) und Oliver Hardy in einer Szene ihrer filmischen Gefängnis-Episode »Hinter Schloss und Riegel«. Den Tod seines Duo-Partners nahm sich Laurel so zu Herzen, dass sein Arzt ihm die Teilnahme an der Beerdigung untersagte.

Auch menschlich verstehen sich die beiden Komiker großartig. Für Hardy ist es kein Problem, dass Laurel die doppelte Gage erhält, weil er viele Gags selbst schreibt. Der künstlerische Gleichklang und die menschliche Nähe tragen auch dazu bei, dass ihre Kunst den Wechsel vom Stumm- zum Tonfilm gut übersteht, derweil er für viele Stummfilmstars das Aus bedeutet. Außerdem dreht Regisseur Roach nun lieber abendfüllende Filme mit breit erzählter Handlung statt Kurzfilme, in denen sich Gag an Gag reiht. Auch diese Entwicklung meistert das Duo bravourös. Mit „Dick und Doof auf hoher See“ endet die äußerst erfolgreiche Zusammenarbeit mit Hal Roachs Studio im Jahr 1940.

 

Schläge des Schicksals

 

Dass ihr Vertrag nicht verlängert wird, ist auf die immer schwieriger werdende Beziehung zwischen Roach und Laurel zurückzuführen. Angeblich zahlte Roach seine Gagen nicht mehr pünktlich. Doch der Regisseur stößt sich wohl eher am Privatleben Laurels. Vier seiner fünf Ehen scheitern. Als sein kleiner Sohn kurz nach der Geburt stirbt, greift Laurel zur Flasche und wird Alkoholiker. Sein weltbekanntes und unnachahmliches trauriges Lächeln als „Stan“ ringt der Komiker nicht zuletzt einem Trotz gegen Verletzungen ab, die er als „Laurel“ im richtigen Leben erfährt.

Nach dem Bruch mit Roach wird es im Hinblick auf den Film zunächst still um Laurel und Hardy, und die beiden starten ihre gemeinsame Bühnenkarriere mit Tourneen durch Europa und die USA. 1951 feiert die italienisch-französische Koproduktion „Atoll K.“ Premiere. Es sollte ihr letzter gemeinsamer Film werden. Nachdem zunächst bei Stan Laurel Prostatakrebs diagnostiziert wird, verschlechtert sich auch Oliver Hardys Gesundheitszustand nach einem Schlaganfall zusehends. Die beiden müssen ihre Auftritte absagen. Oliver Hardys Tod im Jahr 1957 nimmt sich Laurel so zu Herzen, dass sein Arzt dem Geschwächten verbietet, an der Beerdigung seines Freundes teilzunehmen. Alle weiteren Filmangebote lehnt Laurel ab, weil er ohne seinen Partner nicht mehr auf der Leinwand erscheinen will. Auch durchs Weltall schweben beide fortan in ihrer je eigenen Welt: Nachdem Laurel bereits 1935 „seinen“ Himmelskörper erhalten hatte, wird 1961 ein Asteroid nach Hardy benannt. Im selben Jahr würdigt die Filmwelt Stan Laurel mit einem Ehren-Oscar für sein Lebenswerk. Am 23. Februar 1965 stirbt der Komiker im Alter von 74 Jahren nach einem Herzinfarkt in Santa Monica, Kalifornien. Bereits zu Lebzeiten hatte er die Losung ausgegeben: „Wer es wagt, bei meiner Beerdigung zu weinen, mit dem rede ich kein Wort mehr!“


 

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